MANNTRA: Kroatiens Folk-Metal-Helden live in Stuttgart

MANNTRA: Kroatiens Folk-Metal-Helden live in Stuttgart

Stuttgart 08.03.2026 – Punkt 18.30 Uhr öffneten sich die Pforten zum Studio „Im Wizemann“ und eine schier endlose schwarze Schlange flutete die heiligen Hallen, um MANNTRA die Ehre zu erweisen. Da das Konzert an diesem Abend restlos ausverkauft war, drängten sich die Fans bereits früh dicht an dicht vor der Bühne, getragen von einer elektrisierenden Erwartung, die förmlich in der Luft flirrte. Man spürte sofort: Die Schwabenmetropole war bereit für eine Nacht, die keine Gefangenen macht. Die kroatischen Folk-Metaller sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern eine Naturgewalt, die Tradition und Moderne mit einer Präzision verschmilzt, die ihresgleichen sucht.

Wisborg: düstere Melancholie mit Headbang-Faktor

Den Anfang machten Wisborg, die mit bereits mit dem Opener „I believe in nothing“ sofort eine dichte, düstere Atmosphäre schufen. Die Band präsentierte aus ihrem neuen Album die Titel „Kreatur der Nacht“ und „Totentanz“ aus ihrem aktuellen Album „Phantomschmerz“. Auch die Songs „Schmerz vereint“ und „Im freien Fall“ kamen beim Publikum extrem gut an.

Die Stimmung im ausverkauften Studio war von Beginn an hervorragend, was nicht zuletzt an der Spielfreude der Band lag. Ein besonderes Highlight war die Cover-Version von Placebos „The Bitter End“, die das Publikum sichtlich mitriss. Wisborg suchten die maximale Nähe zu ihren Fans: Beim letzten Song des Sets verließen die beiden Gitarristen die Bühne, um sichmitten in die Menge zu stellen und dort das Finale zu bestreiten – ein Gänsehautmoment, der den Boden für den Headliner ebnete.

Manntra: Extreme-Crowdsurfing auf kroatische Art

Als Manntra die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Die kroatischen Folk-Metaller starteten gewohnt energiegeladen mit „In the Shadows“. Spätestens bei „The Hunter“ hatte die Band die Menge komplett im Griff. Einer „asskicking“ Piratenkönigin widmete die Band den Song „Teuta“.

Was dann folgte, war pures Entertainment: Während „Barren King“ ließ sich der Gitarrist The Barren King auf einem Surfbrett über die Hände der Fans tragen und verteilte dabei Blumen an die Damen im Publikum anlässlich des Weltfrauentags. Bei „Unholy Water“ verwandelte sich der Saal in ein springendes Meer aus Menschen, während der Frontmann Marko den direkten Kontakt suchte und mitten im Publikum sang. Ein besonderes Schmankerl war der einzige deutschsprachige Song „So ist das Leben“, der in Zusammenarbeit mit Michael Rhein (In Extremo) entstanden ist. Sänger Marko gab sich allergrößte Mühe den Text in perfektem Deutsch zu präsentieren.

Auch der Drummer Andrea bekam seinen Moment im Rampenlicht. Mit einem Augenzwinkern verkündete er, „monatelang geübt“ zu haben, um nun endlich ein Plektrum zielsicher ins Publikum werfen zu dürfen. Nach den Fan-Favoriten „Slave“ und „Ori Ori“ verabschiedete sich die Band kurzzeitig, nur um für einen fulminanten Zugabenblock zurückzukehren.

Bei „Kiša“ erklärte Frontmann Marko, dass dieses Wort im Deutschen „Regen“ bedeutet und sogleich sollten zwei Bandmitglieder einen Regentanz vorführen. Den endgültigen Schlusspunkt setzte „Nightmare“. Hier mobilisierte das Publikum seine letzten Reserven, tanzte und sang aus voller Kehle, bis die Lichter endgültig angingen.

Dieser Abend hat gezeigt, dass die beste Verbindung zwischen Band und Fans immer noch der direkte Kontakt ist – egal ob mit der Gitarre in der Hand im Publikum stehend oder auf dem Surfbrett über den Köpfen der Menge. Es war mit Manntra und Wisborg ein Konzerterlebnis, das die Grenzen zwischen melancholischem Gothic-Rock und brachialem Folk-Metal verschwimmen ließ.

Manntra

Wisborg

Selina

Selina Dreher

Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.

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