Die Bay Area ist nicht nur für ihr schönes Wetter und Städte wie San Francisco bekannt, sondern auch für ihre Thrash-Metal-Schwergewichte wie Metallica, Testament oder Machine Head. Letztere luden zur „An Evening With …“-Tour ein, was bedeutet: keine Support-Acts, nur Machine Head den ganzen Abend. So auch am 08.05.2026 im Schlachthof Wiesbaden.
Feuriger Start
Die Band um Frontmann und Mastermind Robb Flynn betrat pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne, nachdem das Publikum mit „Bohemian Rhapsody“ vom Band in Stimmung gebracht worden war. Offiziell sind Machine Head nur noch als Trio gelistet, für Studioaufnahmen und Touren wird jedoch regelmäßig ein zweiter Gitarrist verpflichtet. Für die „An Evening With …“-Tour ist mit Wacław „Vogg“ Kiełtyka ein alter Bekannter an der Gitarre dabei, der von 2019 bis 2023 festes Mitglied der Band war.
Der Gang auf die Bühne wurde mit einem epischen Intro auf der Videoleinwand und lautem Jubel der Fans im ausverkauften Schlachthof gefeiert. Mit „Imperium“ eröffneten die Amerikaner den Abend. Nebelfontänen und Feuersäulen machten direkt beim ersten Song klar, was für den restlichen Abend geplant war. Mit „Ten Ton Hammer“ folgte anschließend ein Klassiker aus den 90ern und zeigte, dass die Band für diese Tour auf ihre komplette Diskografie zurückgreift.
Frontmann Robb Flynn interagierte immer wieder mit dem Publikum, erzählte aus dem Leben und der Historie der Band sowie von den Entstehungsgeschichten der Songs oder forderte riesige Circle Pits ein, die die Fans mit Freude eröffneten. Zwischen den Songs hallte immer wieder „Machine F*cking Head“ durch die Halle.
Außerdem wurden zwei Songs erstmals auf dieser Tour gespielt: „Become The Firestorm“ und „My Hands Are Empty“ feierten in Wiesbaden ihre Tourpremiere.
Interaktive Setliste
Ein großes Highlight war, dass Machine Head die Fans darüber abstimmen ließen, ob „Aesthetics Of Hate“ oder „Blood For Blood“ gespielt werden sollte. Die Abstimmung fiel am Ende deutlich zugunsten von „Aesthetics Of Hate“ aus.
„Darkness Within“ spielte Robb Flynn fast alleine auf einer Akustikgitarre, lediglich gesanglich unterstützt von Bassist Jared MacEachern. Selbstverständlich fehlten aber auch Klassiker wie „Is There Anybody Out There?“, „Game Over“ oder „Davidian“ nicht auf der Setliste. Gleichzeitig wurden auch Songs vom aktuellen Album „Unatoned“, wie beispielsweise „Bonescraper“, gespielt.
Abgesehen von der Pyrotechnik bot die Band mit großen LED-Elementen auf der Bühne auch ein passendes visuelles Erlebnis. Besonders positiv fiel auf, dass nicht einfach wahllos alles mit Pyro befeuert wurde. Machine Head nutzten alle vorhandenen Elemente gezielt und setzten diese passend zur jeweiligen Atmosphäre der Songs ein.
Die angekündigten drei Stunden Spielzeit konnten Machine Head zwar nicht ganz ausfüllen, doch durch die ausgedehnten Songs kamen sie dem sehr nahe. Die zweieinhalb-Stunden-Marke wurde am Ende dennoch geknackt.
Ein fantastischer Abend ging zu Ende und die Befürchtung, dass es ohne Supportband langweilig werden oder zu wenig Musik geboten sein könnte, erwies sich als vollkommen unbegründet. Machine Head präsentierten sich in bester Spiellaune, die Fans in ausgelassener Feierlaune. Ein sehr gelungenes Konzept, bei dem durch die starke Setlist und den gelungenen Mix aus Klassikern und aktuellen Songs Fans jeder Ära voll auf ihre Kosten kamen. Ein sehr starker Abend!
Kevin Richter
Kevin, Fotograf und Redakteur für das Paranoyd Magazin. Er blickt auf eine fundierte Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit diversen Musikmagazinen zurück und ist derzeit festes Mitglied der Paranoyd-Redaktion. Kevin verbindet den geschulten Blick für den Moment mit journalistischer Präzision, um authentische Konzertberichte und visuell beeindruckenden Content für die Szene zu schaffen.
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