Sie sind wieder da: Etwas mehr als eineinhalb Jahre nach ihrem spektakulären Auftritt in der Hamburger Barclays Arena sorgten Linkin Park zuletzt mit zwei ausverkauften Shows im Hamburger Volksparkstadion für Schlagzeilen. Vor allem die Auftritte von Emily Armstrong sorgten dabei für Gesprächsstoff. Inzwischen ist die Sängerin längst ein fester Bestandteil der Band und die Diskussionen um ihre Rolle stehen deutlich weniger im Mittelpunkt als noch zu Beginn dieser neuen Ära.
Linkin Park kehrten in die Allianz Arena zurück
Nach den gefeierten Auftritten in Hamburg, Wien sowie bei Rock am Ring und Rock im Park machte die aktuelle Europatour von Linkin Park nun Station in München. Aufgrund der laufenden Sanierungsarbeiten am Olympiastadion gastierten Linkin Park diesmal nicht an ihrer gewohnten Münchner Spielstätte, sondern in der Allianz Arena, der Heimat des FC Bayern München.
Für Linkin Park war die Allianz Arena kein unbekanntes Terrain. Bereits beim Champions-League-Finale 2025 trat die Band in Münchens Fußballtempel auf. Nun kehrten sie mit ihrer eigenen Stadionshow zurück. Viel passender hätte die Kulisse kaum sein können. Die Dimensionen des Stadions unterstrichen einmal mehr, welchen Stellenwert Linkin Park heute in der internationalen Rockszene einnehmen. Dass die Verbindung zum FC Bayern München inzwischen über einen einzelnen Auftritt hinausgeht, zeigte auch eine eigens aufgelegte FC-Bayern-x-Linkin-Park-Kollektion. Fans können sich die limitierten Stücke vom 10. bis 13. Juni in einem eigens eingerichteten Pop-up-Store in München sichern. Ausgewählte Artikel waren zudem direkt in der Allianz Arena erhältlich.
Schon beim Betreten des Geländes wurde deutlich: Hier ist alles eine Nummer größer. Die Wege sind länger, alles wirkt weitläufiger und die gewaltige Stadionkulisse prägt den Abend bereits lange vor dem ersten Song. Auch als Konzertlocation hinterließ die Allianz Arena einen hervorragenden Eindruck. Trotz ihrer Größe wirkte das Stadion überraschend stimmungsvoll und bot gute Sichtverhältnisse. Persönlich hat mir die Atmosphäre hier sogar besser gefallen als im Olympiastadion. Natürlich haben beide Spielstätten ihren eigenen Charakter, doch die Allianz Arena erwies sich an diesem Abend als ausgesprochen gelungene Bühne für ein Konzert dieser Größenordnung.
Für mich war dieser Abend weit mehr als nur ein weiteres Konzert. So überraschend es klingen mag: Obwohl Linkin Park seit mehr als zwei Jahrzehnten zu meinen absoluten Lieblingsbands gehören, war dies tatsächlich das erste Konzert der Band, das ich live erleben durfte. Zwischen 2000 und 2017 hätte es mehrere Gelegenheiten gegeben, doch wie so oft im Leben denkt man, dass noch genügend Zeit bleibt.
Bekanntlich kam es anders. Umso dankbarer bin ich heute, dass sich diese unerwartete zweite Chance ergeben hat. Nach allem, was die Band und ihre Fans in den vergangenen Jahren erlebt haben, hat jeder Auftritt von Linkin Park inzwischen eine besondere Bedeutung. Entsprechend groß war die Vorfreude auf einen Abend, auf den viele Fans monatelang hingefiebert hatten.
Besondere Momente schon vor dem ersten Song
Etwas ungewöhnlich, aber zugleich angenehm entschleunigt, war die Situation im Fotograben an diesem Abend. Bereits rund 15 Minuten vor Showbeginn erhielten die Fotografen Zugang zum Bereich vor der Bühne. Dort, wo normalerweise Hektik und das Gerangel um die besten Positionen dominieren, blieb diesmal sogar Zeit für Gespräche mit den Fans in den ersten Reihen.
© Marc Blessing
Viele von ihnen wirkten sichtlich aufgeregt und hielten uns offenbar für Mitglieder der Tourcrew. Besonders ins Auge fiel mir dabei ein junger Fan, der ein selbst gemaltes Schild mit der Aufschrift „Thank You For The Second Chance“ hochhielt. Ein Moment, der bereits vor dem ersten Song für Gänsehaut sorgte. Das Plakat brachte auf den Punkt, was viele an diesem Abend empfanden: die Freude darüber, dass Linkin Park trotz aller Herausforderungen der vergangenen Jahre wieder auf den größten Bühnen der Welt stehen.
Bevor die Show begann, wurde der neue Linkin-Park-Film „Unshatter“ auf den Leinwänden vorgestellt. Anschließend setzte ein rund zehnminütiger Countdown ein, der die Spannung im Stadion spürbar ansteigen ließ. Mit dem Intro verdunkelte sich schließlich die Arena, ehe die Band ohne Umwege mit „Lying From You“, „Crawling“ und „Up From The Bottom“ loslegte. Ein Auftakt, der sofort die Richtung für den Abend vorgab.
Emily Armstrong überzeugte in München
Für mich präsentierte sich Emily Armstrong an diesem Abend stimmlich in einer deutlich besseren Verfassung als noch wenige Tage zuvor bei Rock am Ring. In München wirkte vieles runder, sicherer und konstanter. Die Sängerin bewegte sich mit großer Selbstverständlichkeit durch das Set und konnte vor allem bei den großen Klassikern überzeugen. Auch die gesamte Band wirkte spielfreudig und bestens aufgelegt.
Auffällig war allerdings, dass Mike Shinoda vergleichsweise wenige Ansagen machte. Erst im Mittelteil des Konzerts wandte er sich etwas ausführlicher an das Publikum. Auch Emily Armstrong hielt sich mit längeren Ansprachen zurück. Neben ihrem mittlerweile bestens einstudierten „Ich liebe euch, Deutschland!“ stand an diesem Abend klar die Musik im Mittelpunkt.
Zu den besonderen Momenten des Abends gehörte Mike Shinodas Solo-Medley aus „When They Come For Me“ und „Remember The Name“, das vom Münchner Publikum lautstark gefeiert wurde. Einer der emotionalen Höhepunkte folgte wenig später mit der Piano-Version von „Lost“. In der reduzierten Umsetzung entfaltete der Song eine ganz eigene Wirkung und sorgte für einen der intensivsten Momente des Konzerts.
Von den frühen Klassikern bis zum Material der aktuellen Ära war an diesem Abend nahezu jede Phase der Band vertreten. Genau diese Mischung sorgte dafür, dass sowohl langjährige Fans als auch Anhänger der neuen Ära auf ihre Kosten kamen.
© Marc Blessing
Und auch wenn es sich für viele Fans, mich eingeschlossen, manchmal noch ungewohnt anfühlt, wenn Emily Armstrong Songs wie „One Step Closer“ oder „Breaking The Habit“ singt, macht sie einen bemerkenswert guten Job. Emily Armstrong versucht dabei nicht, Chester Bennington zu kopieren. Sie singt die Songs auf ihre eigene Weise und genau das scheint immer mehr Fans zu überzeugen. Das Erbe von Chester Bennington bleibt gewaltig, doch die Sängerin hat ihren eigenen Platz innerhalb dieser Band gefunden.
Für die Zugabe durften wir Fotografen leider nicht mehr in den Graben zurückkehren. Als Begründung wurden produktionstechnische Abläufe genannt. Wirklich geärgert hat mich das allerdings nicht, denn das wäre ohnehin nur das sprichwörtliche i-Tüpfelchen auf einem bereits sehr gelungenen ersten Konzertabend in München gewesen.
Ein besonderer Dank gilt außerdem dem Security-Team vor Ort. Die Mitarbeiter betreuten die Fotografen und Medienvertreter während des gesamten Abends professionell, freundlich und stets hilfsbereit. Gerade bei einer Produktion dieser Größenordnung ist das keineswegs selbstverständlich und trug dazu bei, dass der Konzertabend für alle Beteiligten reibungslos verlief.
Nach vielen Jahren des Wartens bleibt für mich vor allem die Erkenntnis, dass sich diese zweite Chance mehr als gelohnt hat.
Linkin Park: Die komplette Setlist der München Show 2026
- Lying From You
- Crawling
- Up From the Bottom
- New Divide
- The Emptiness Machine
- The Catalyst
- Burn It Down
- Stained
- Where'd You Go (Fort Minor)
- Waiting for the End
- With You
- Two Faced
- When They Come for Me
- Remember the Name
- Unshatter
- One Step Closer
- Lost
- Breaking the Habit
- Good Things Go
- What I've Done
- Overflow
- Over Each Other
- Numb
- In the End
- Faint
- Papercut
- Heavy Is the Crown
- Bleed It Out
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.
Mehr zu dieser Band
Bandbiografie →




Werchter Parklife 2026: Staraufgebot mit Linkin Park








































