Manchmal braucht es nicht viel für einen gelungenen Konzertabend. Ein lauer Sommerabend, gut gelaunte Besucher und eine Band, die über Jahrzehnte hinweg einen Katalog an Klassikern aufgebaut hat, den mittlerweile mehrere Generationen auswendig mitsingen können.
Genau diese Mischung erwartete die Besucher am 23. Juni 2026 im SparkassenPark Mönchengladbach.
Trotz Berufsverkehr gestaltete sich die Anreise überraschend entspannt. Staus blieben weitgehend aus, die Ordner waren bestens informiert und die Atmosphäre rund um das Gelände wirkte angenehm gelassen. Schnell wurde jedoch deutlich, wer an diesem Abend das Kommando übernahm.
Überall auf dem Gelände waren rote Skater-Kappen zu sehen. Der SparkassenPark gehörte Fred Durst, Wes Borland, John Otto, DJ Lethal – Alias LIMP BIZKIT.
DeathByRomy eröffnete den Abend mit düsterem Horror-Pop
Den Auftakt des Abends übernahm DeathByRomy. Bereits das Intro machte deutlich, in welche Richtung die Reise gehen sollte. Zwischen Horrorästhetik, düsteren Visuals und einem Krankenschwestern-Outfit bewegte sich die Sängerin irgendwo zwischen Marilyn Manson und In This Moment. Auch optisch erinnerte die Band eher an eine Truppe aus dem Suicide Squad-Universum als an einen klassischen Support-Act.
Musikalisch bewegte sich das Projekt zwischen Alternative, Pop und düsteren Rockelementen. Obwohl die Band ihre Sache ordentlich machte, benötigten die Besucher einige Zeit, um mit der Musik warm zu werden. Das Material forderte Aufmerksamkeit und erschloss sich nicht sofort jedem Zuhörer.
Ecca Vandal brachte die Menge in Bewegung
Deutlich unmittelbarer fiel anschließend der Auftritt von Ecca Vandal aus.
Die australische Künstlerin nutzte die große Bühne geschickt und gewann das Publikum schnell für sich. Dabei dürfte ihr Stil an diesem Abend besonders gut funktionieren. Die Mischung aus Rock, Rap und modernen Alternative-Einflüssen erinnerte stellenweise an die verspielteren und hiphoplastigeren Momente von Limp Bizkit.
Während sich der SparkassenPark zunehmend füllte, sorgte Ecca Vandal für die passende Einstimmung auf den Hauptact. Um 19:45 Uhr endete ihr Set unter kräftigem Applaus und die Sonne stand immer noch hoch über der Arena.

Limp Bizkit begrüßten ihre Fans mit einem Streich
Dann begann das Warten. Auf der riesigen Leinwand erschien ein Countdown. Die Botschaft schien klar: Sobald der Timer auf Null springt, betreten Limp Bizkit die Bühne. Die letzten zehn Sekunden zählte das Publikum lautstark herunter.
Null.
Nichts.
Zumindest fast nichts. Statt der Band erschien lediglich ein KI-generiertes Bild auf der Leinwand. Kurz darauf startete ein neuer Countdown über vier Minuten. Das Publikum lachte und machte das Spiel mit.
Vier Minuten später folgte das gleiche Schauspiel erneut. Wieder wurde heruntergezählt, erneut passierte scheinbar nichts. Stattdessen startete nun ein weiterer Countdown über sechs Minuten. Spätestens jetzt ist klar: Limp Bizkit treiben ihren ganz eigenen Humor mit den Fans.
Als der letzte Timer schließlich endete, betrat John Otto lachend die Bühne und nach und nach folgten die restlichen Bandmitglieder. Der SparkassenPark feierte bereits, bevor überhaupt der erste Song gespielt wurde.
Eine Setlist voller Klassiker
Als Fred Durst schließlich als Letzter die Bühne betrat, begann der eigentliche Wahnsinn. Gleich zu Beginn erlebte Mönchengladbach eine Live-Premiere. Mit „Making Love To Morgan Wallen“ eröffneten Limp Bizkit den Abend, bevor mit „Nineteen 99“ und „Just Like This“ direkt weitere Granaten folgten.
Die Richtung wurde schnell klar. Die Setlist bestand nahezu ausschließlich aus Klassikern. Song für Song lieferten Limp Bizkit genau das, worauf die Fans gehofft hatten. Alte Hits, bewährte Live-Kracher und jede Menge Energie.
Mit Ausnahme von „Behind Blue Eyes“ kannte die Show über weite Strecken nur eine Geschwindigkeit: Vollgas.
Besonders unterhaltsam wird es bei „Full Nelson“. Für den Song holte Fred Durst kurzerhand zwei weibliche Fans auf die Bühne. Gemeinsam performten sie den Titel überraschend souverän und textsicher. Der Szenenapplaus der Zuschauer folgte prompt.

Ein emotionaler Moment für Sam Rivers
Zwischen all den Klassikern gab es jedoch auch einen emotionalen Moment. Fred Durst widmete einige Worte dem verstorbenen Sam Rivers und stellte anschließend offiziell Richie Buxton alias Kid Not vor, der seit dem vergangenen Jahr den Bass (zumindest live) übernimmt.
„Please welcome him. And in honour of Sam Rivers, he will give you the sickest bassline Sam ever wrote.“ Mit diesen Worten startet die Band „Re-Arranged“.
Für viele Fans dürfte dies einer der bewegendsten Momente des gesamten Konzerts gewesen sein. Die Erinnerung an Sam Rivers war spürbar präsent und wurde vom Publikum entsprechend respektvoll aufgenommen.
Break Stuff sorgte für den finalen Ausnahmezustand
Zum Ende des Konzerts drehten Limp Bizkit noch einmal richtig auf. Mit „Take A Look Around“ erreichte die Stimmung ihren nächsten Höhepunkt, bevor „Break Stuff“ den SparkassenPark endgültig explodieren ließ.
Und weil einmal offenbar nicht genug ist, gab es den wohl bekanntesten Song der Band an diesem Abend sogar gleich doppelt. Die Reaktion der Fans ließ keinen Zweifel daran, warum gerade dieser Titel bis heute als einer der größten Klassiker des Nu-Metal gilt.
Fazit: Eine Sommernacht voller Klassiker
Limp Bizkit lieferten in Mönchengladbach genau das, was die Besucher von ihnen erwarteten.
Eine Show voller Klassiker, jede Menge Humor, einige emotionale Momente und vor allem eine Band, die auch nach Jahrzehnten noch genau weiß, wie man ein Publikum unterhält.
Zwar wirkte Fred Durst stellenweise etwas ruhiger und weniger explosiv als in früheren Jahren, doch der Qualität der Show schadete das keineswegs. Im Gegenteil: Die Band präsentierte sich eingespielt, routiniert und mit sichtbarer Freude am gemeinsamen Musizieren.
Am Ende blieb eine wundervolle Sommernacht, geprägt von starken Songs, guter Stimmung und einer Setlist voller Klassiker. So darf ein Konzertabend im Jahr 2026 gerne aussehen.
Limp Bizkit: Die komplette Setlist aus Mönchengladbach
- Making Love to Morgan Wallen (Live-Debüt)
- Teen 90 Nine
- Just Like This
- Faith (George-Michael-Cover)
- Break Stuff
- My Generation
- Livin' It Up
- Hot Dog
- My Way
- Gold Cobra
- Nookie
- Full Nelson
- Rollin' (Air Raid Vehicle)
- Re-Arranged
- Behind Blue Eyes (The-Who-Cover)
- Take a Look Around
- Break Stuff
Tilo Sief
Tilo ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Dokumentiert Konzerte & Festivals in NRW, BeNeLux & Ruhrgebiet mit Leidenschaft & Präzision. Er bringt eine Menge Erfahrung mit und kennt sich bestens in der Szene aus.
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