Stuttgart, 21.11.2025: 2023 bespielten die norwegischen Prog-Metaller von Leprous das letzte Mal deutschen Boden. Nun machte das Quintett aus Spitzenmusikern auf ihrer Tour wieder Halt im Stuttgarter Wizemann. Die für ihre perfekten Live-Performances bekannte Band aus Notodden bestätigte einmal mehr ihren guten Ruf und lieferte eine grandiose Show ab.
19:15 Uhr ging es in der Halle des Wizemann los mit dem Support: Royal Sorrow. Die Finnen wärmten die Halle auf angenehme Temperaturen auf. Mit ihrer Mischung aus Metalcore-Elementen, sanften Melodien und groovigen Rhythmen erreichten sie Fans in der knapp zur Hälfte gefüllten Halle. Royal Sorrow überzeugten mit einem sehr authentischen, aber trotzdem im positiven Sinne theatralischen Auftritt.
Nach kurzer Umbaupause folgten Gåte aus Norwegen. „We bring you fairytales“. So die Worte der Sängerin Gunnhild Sundli. Und märchenhaft war die Musik zweifellos! Die Musiker mischten traditionelle Folklore aus Skandinavien mit modernem Rock, Metal und Elektroeinflüssen. Eine gewagte, aber faszinierende Mischung, die das Publikum in seinen Bann zog. Da der Sound an diesem Abend allgemein angenehm leise und filigran war, konnte man in leisen Passagen Stecknadeln fallen hören. Untermalt von stimmungsvollem Licht, wurde die Menge voll und ganz eingenommen. Mit traditionellen Instrumenten und betörendem, glasklaren Gesang entführte Gåte das Publikum in die Wälder Norwegens.
Mittlerweile hatte sich die Halle auf zweidrittel gefüllt. Was durchaus beachtlich war, wenn man bedenkt, dass Leprous auf ihrer letzten Tour noch im viel kleineren Franz K in Reutlingen spielten.

Nach der passenden Einstimmung betraten Leprous die Bühne und eröffneten ihr Set mit dem Opener ihrer aktuellen Scheibe. Der Sound schallte differenziert und nicht zu laut aus den Boxen. Perfekt für eine Prog-Metal-Band. Sänger Einar Solberg glänzte vom ersten Ton an mit perfekter Intonation und einer gefühlt unendlichen Range. Die unendlichen Höhen seiner Stimme stellte er beim A-ha Cover „Take on me“ unter Beweis, bei dem die Menge den Refrain lauthals mitsang. Der Abend war eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs, die von einer passenden, aber nicht zu überladenen Lichtshow untermalt wurden.
Neben dem Opener gab die Band vom neuen Album ebenfalls den Song „Like a Sunken Ship“ zum Besten. Nicht fehlen durften die Hits der Band „The Price“, „Alleviate“ und „From the Flame“. Bei jedem einzelnen Song stellte ich wieder fest, wie eingängig und leicht Leprous musikalisch anspruchsvolle Musik komponieren können. Vielleicht auch weil Drummer Baard Kolstad so fein, groovig und dynamisch spielte, dass komplexe Musik leicht und zugänglich wurde.
Nach dem letzten Song „From the Flame“, der vom Publikum ausgelassen gefeiert wurde, folgten mit „Atonement“ und dem Schlussteil von „The Sky is Red“ zwei Zugaben, die einen sehr gelungenen Konzertabend abschlossen und das zufriedene Publikum in den kalten Abend entließen.
Leprous
Royal Sorrow
Gåte






















































