LEAP: Darum war die Show in Stuttgart so besonders

LEAP vor begeistertem Publikum beim Konzert beim Konzert in Stuttgart © Philipp Schadegg


Ein wenig Nieselregen, viel internationale Crowd und noch mehr Energie: LEAP besuchten im Rahmen ihrer „Entropy Tour“ Stuttgart und lieferten gemeinsam mit Hana Lili einen Abend zwischen Indie-Vibes, Humor und absoluter Eskalation.

Zur „Entropy Tour“ zog es mich an diesem Abend ins „Im Wizemann“ und pünktlich zum Einlass setzte der Regen ein. Aber anstatt die Stimmung zu drücken, wurde er einfach weggelächelt. Dieser typische Geruch von frischem Regen an einem warmen Vorsommertag lag in der Luft – und irgendwie passte das perfekt.

Während ich mich in der Schlange umschaute, fiel mir schnell auf, wie international das Publikum war. Kein Wunder – auch ich bin über Social Media auf die Band aufmerksam geworden. Genau diese Mischung machte schon vor Konzertbeginn klar: „Das wird kein gewöhnlicher Abend.“

Hana Lili: Energie, Stimme und ein Moshpit der anderen Art

Den Auftakt machte Hana Lili aus Wales, und die kleine Powerfrau hatte die Bühne sofort im Griff. Mit starker Stimme und einer überraschend energetischen Performance zeigte sie, warum sie bereits im Vorprogramm von Coldplay gespielt hat. Selbst im Fotograben wurde es plötzlich eng – Kameras blitzten aus allen Richtungen, als würde hier schon ein Headliner auf der Bühne stehen.

Das Publikum ging von Anfang an mit: Tanzen, Mitsingen, sogar erste Circle-Pits bildeten sich. Mein persönliches Highlight kam mitten im Set: ein ausschließlich weiblicher Circle Pit, den sich die Sängerin selbst wünschte und in den sie dann kurzerhand einfach selbst hineinsprang und mitmoshte. Die 30 Minuten vergingen wie im Flug und hinterließen ein Publikum, das definitiv mehr wollte.

LEAP: Weniger Show, mehr Gefühl

Nach einer kurzen Umbaupause wurde klar, dass der Hype funktioniert hatte: Die Clubstage im „Im Wizemann“ war inzwischen brechend voll.

Als LEAP die Bühne betraten, fiel zuerst das überraschend schlichte Set-up auf. Kein großes Spektakel, keine riesigen LED-Wände – nur ein Neon-Schild mit dem Bandnamen. Und genau das machte es aus.

Denn was folgte, war eine Performance, die sich komplett auf das Wesentliche konzentrierte: Musik und Energie. Ich hatte fast das Gefühl, in eine andere Zeit versetzt worden zu sein. Kaum Handys im Publikum, keine Daueraufnahmen – stattdessen echte Momente und echte Reaktionen. Die Stimmung baute sich langsam auf, wurde mit jedem Song intensiver, heißer und dichter.

Passend zur steigenden Temperatur in der Clubstage ließ auch der Sänger Stück für Stück seine Kleidung fallen – erst das Oberteil, dann das Shirt. Die Energie übertrug sich dabei spürbar auf das Publikum.

Am Siedepunkt

Als die Show ihren Höhepunkt erreichte, gab es kein Halten mehr. Die Fans sangen die Songs lautstark mit – und das in einer Intensität, die selbst durch die Wände zu spüren war. So laut, dass man fast das Gefühl hatte, die Gäste des parallel stattfindenden Comedy-Clashs nebenan würden sich wünschen, sie wären hier gelandet.

Am Ende blieb ein Konzert, das ohne großes Bühnenbild oder Effekte auskam und genau deshalb so gut funktionierte. Einfach ehrliche Musik und eine Band, die weiß, was sie tut, und ein Publikum, das komplett darin aufgeht.

LEAP

Hana Lili

Philipp Schadegg

Philipp Schadegg

Philipp Fotograf und Redakteur aus Fellbach. Für das Paranoyd Magazin begleitet er Konzerte und Festivals – authentisch, nah dran und unabhängig. Mit seinem erfahrenen Blick für die Live-Atmosphäre und unabhängigem Journalismus.

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