Wiesbaden, 10.12.2025: Vor knapp einem Jahr noch als Opener für Beartooth mit auf Tour und ein Back-to-Back Date im Schlachthof Wiesbaden (Bilder und Bericht hier), geben sich nun Landmvrks selbst bei Back-To-Back Dates als Headliner die Ehre und wir haben den ersten Tag für euch besucht. Für Support und Abwechslung auf der Bühne sorgten die Post-Grunger Split Chain, die New Yorker Hardcore Combo Pain of Truth (beide schon im Sommer als Support von Knocked Loose im Schlachthof (Bilder und Bericht hier) und die US-amerikanischen Metalcore Pioniere von Underoath.
Post Grunge mit Split Chain
Den Start machten die britischen Post-Grunge Band Split Chain, die in 2 Jahren nun zum dritten Mal hier im Schlachthof zu Gast ist. Letztes Jahr noch als Support der mittlerweile aufgelösten Hardcore Formation Gel (Bilder und Bericht hier) und wie bereits erwähnt im Juni als Support von Knocked Loose. Und ich muss sagen, dass ich bei der Band jedesmal eine Steigerung in sowohl Sound als Live-Perfomance bemerke.

Die wachsende Bühnenerfahrung der vor erst 2 Jahren gegründeten Band macht sich deutlich bemerkbar. Mehr Interaktion mit dem Publikum, ein verbesserter Livesound und noch mehr Headbang und Sprung Action auf der Bühne, sorgen in dem 30 Minuten dauernden Set für ein ordentliches Warm-Up. Auch im Gespräch mit Freunden, die die Band im Juni bei Knocked Loose hier gesehen haben, erkennen auch eine klare Verbesserung der Band.
Als Nächstes kam eine weitere Band, die schon im Sommer hier zu Gast war: Pain Of Truth aus New York. Oldschool Hardcore der New Yorker Schule, ein Mix aus heftigen Breakdowns, Rap und für Hardcore etwas untypisch viel Gitarrensoli, haut das Quartett einem die Musik direkt ins Gesicht. Mosh-, Circlepits und 2-Steps lassen da nicht lange auf sich warten. Für uns Fotograf*innen verzichtete Pain Of Truth glücklicherweise auf den massiven Stroboskop Einsatz, den sie beim letzten Mal hatten. 30 Minuten High Powered Hardcore machen die folgende Umbaupause dann auch zum Verschnaufen nötig.
Underoath heizten ein
Vorletzte Band des Abends waren dann Underoath. Die US-Amerikaner sind schon seit 1998 aktiv und trotzdem waren sie das erste Mal nun in Wiesbaden zu Gast, wurden aber gefeiert wie alte Bekannte. Der Mix aus Post-Hardcore und Metalcore, mit einigen Einflüssen aus dem Deathcore, bescheren der Band ihren ganz eigenen Sound, für den sie so geliebt werden. Zwar hatte die Band in ihren frühen Jahren einige Besetzungswechsel, doch in der aktuellen Formation sind sie seit 2015 unterwegs und ein klar eingespieltes Team.
Sänger Spencer Chamberlain weiß, wie man das Publikum zum Mitmachen animiert. Crowdsurfen, mitsingen, springen und die obligatorischen Mosh- und Circlepits werden ohne große Aufforderung aber sowieso umgesetzt. Untermalt wurde das Set von Underoath von einer beeindruckenden Lightshow und mit fast 45 Minuten schon fast ein Headliner-Set.
Landmvrks brannten alles nieder
Schon am Einlass wurden die Erwartungen an das Landmvrks Set gleichermaßen gedämpft und gesteigert. Gedämpft, weil man nur die Lieder 5 & 6 aus dem Graben fotografieren durfte, Vorfreude, weil der Grund die massive Pyroshow der Franzosen war.
Landmvrks hat sich seit ihrer Gründung 2014 einen herausragenden live Ruf erarbeitet und beeindruckten schon letztes Jahr als Support von Beartooth und diversen Berichten zufolge, haben sie auch auf einigen Festivals mächtig Eindruck hinterlassen. Gestartet wurde hinter einem weißen Vorhang, der zum Titeltrack des aktuellen Albums „The Darkest Place I’ve Ever Been“ fällt und die Bühne für das Quintett inklusive Konfettikanone freigab.
Bei „Creatures“ ging dann auch schon die Pyroshow los. Massive Feuerfontänen schossen in die Höhe, also kalt war es danach garantiert niemandem mehr. Landmvrks bewiesen einmal mehr, warum sie einen so guten Ruf als Liveband haben, ein starker, tighter Livesound und Vocalist Florent Salfati mit beeindrucken Vocal Skills. Von Deathcore ähnlichen Growls zu Klargesang und Rapeinlagen wird alles mit starker Präzision und auf hohem Level geboten. Nach ca. der Hälfte des Sets zeigte Florent, dass er nicht nur musikalisch begabt ist, er besprayte auch eine Leinwand mit einem kurzen Graffiti während der Show. Auch nicht zu vergessen sollte die riesige Videowand als Backdrop sein.

Dort liefen während des Sets thematische passende kurze Clips und unterstrichen, dass Landmvrks nicht nur musikalisch beeindrucken wollen, sondern eben auch visuell und als künstlerisches Gesamtkonzept und das schaffen sie ohne Probleme. Mit 70 Minuten auch ein headlinerwürdiges Set mit einem Mix aus alten und neuen Songs und natürlich fehlten auch die bekanntesten Songs wie „Death“, „Scars“ oder „Suffocate“ nicht. Für eine Überraschung sorgt ein kurzer Gastauftritt von Marc „Zelli“ Zellweger von Paleface. Für eine Strophe ließ er seine brachialen Vocals los, eine gelungene Überraschung. Paleface ist im Januar selbst zu Gast hier im Schlachthof Wiesbaden.
Mit „Selfmade“ verabschiedeten sich die Franzosen dann nach einer grandiosen Show, die das Publikum begeisterte und auch den Securitys alle Hände voll zu tun gab, mit Crowdsurfern und dem Überblick bei den ganzen Moshpits. Wie üblich im Schlachthof hatten sie aber alles souverän und freundlich im Griff. Die Secus ließen es sich auch nicht nehmen, ihre eigene mini Wall of Death im Graben zu haben. Ein seltener Anblick, aber richtig cool.
Landmvrks
Split Chain
Pain Of Truth
Underoath
Kevin Richter
Kevin, Fotograf und Redakteur für das Paranoyd Magazin. Er blickt auf eine fundierte Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit diversen Musikmagazinen zurück und ist derzeit festes Mitglied der Paranoyd-Redaktion. Kevin verbindet den geschulten Blick für den Moment mit journalistischer Präzision, um authentische Konzertberichte und visuell beeindruckenden Content für die Szene zu schaffen.



































































