A Day To Remember verwandeln Köln in einen brodelnden Hexenkessel

A Day To Remember

Köln erlebte an diesem Abend einen der heißesten Tage des Jahres. Noch immer zeigte das Thermometer knapp 38 Grad, als sich tausende Besucher auf den Weg zum Palladium machten. Bereits rund um die Halle wurde schnell deutlich, welches Publikum hier zusammenkam. Bandshirts, Tattoos, Snapbacks und jede Menge Vorfreude prägten das Bild vor den Eingängen.

Bemerkenswert war dabei vor allem die Temperatur. Während draußen die Sommerhitze erbarmungslos auf Köln niederbrannte, wirkte die Luft in der Halle beinahe angenehm. Beste Voraussetzungen also für einen Konzertabend, der seinem späteren Ruf als Hexenkessel mehr als gerecht werden sollte.

Die Fans von A Day To Remember hatten sichtbar Lust auf diesen Abend. Kein Wunder, schließlich war das Konzert bereits seit Wochen restlos ausverkauft. Rund 4000 Besucher füllten das Palladium bis auf den letzten Platz und sorgten schon vor dem ersten Ton für eine bemerkenswert ausgelassene Stimmung.

Don Broco legten den Grundstein

Pünktlich um 20 Uhr eröffneten Don Broco den Abend und machten schnell deutlich, dass sie nicht lediglich als Vorband angereist waren.

Vor allem Frontmann Rob Damiani überzeugte mit einer enormen Bühnenpräsenz. Rastlos bewegte er sich über die gesamte Bühne, sprang von links nach rechts und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Unterstützt wurde die Band von zwei Gastmusikern, die sich nahtlos in das energiegeladene Gesamtbild einfügten.

Hexenkessel vor begeistertem Publikum beim Konzert in Köln © Tilo Sief
© Tilo Sief

Dass Don Broco längst auch in Deutschland eine treue Fangemeinde besitzen, wurde ebenfalls schnell sichtbar. Mehrere Fanschilder im Publikum richteten sich direkt an die Band und wurden von den Musikern immer wieder mit einem Lächeln quittiert.

Bereits beim zweiten Song bildete sich die erste Wall of Death des Abends. Die Besucher machten bereitwillig mit und sorgten schon früh für Bewegung im Innenraum. Die Stimmung war von Beginn an ausgelassen und man spürte deutlich, dass die Zuschauer an diesem Abend gekommen waren, um zu feiern.

Musikalisch präsentierten sich Don Broco vielseitig, druckvoll und ausgesprochen spielfreudig. Unter großem Applaus verabschiedeten sich Don Broco schließlich von den Kölner Fans und hinterließen ein Publikum, das sichtbar auf Betriebstemperatur gebracht worden war.

A Day To Remember machten ernst

Nach der Umbaupause stieg die Spannung im Palladium spürbar an.

Bereits die ersten Töne des Intros wurden von lautstarken Jubelrufen begleitet. Als A Day To Remember schließlich die Bühne betraten, erreichte die Lautstärke in der Halle ein beeindruckendes Niveau.

Besonders auffällig war das Bühnenkonzept des Abends. Rund dreißig ausgewählte Fans durften das Konzert direkt von der Bühne aus verfolgen und umrahmten die Musiker während der gesamten Show. Dieses ungewöhnliche Bild verlieh dem Abend eine zusätzliche Dynamik und sorgte für eine besondere Nähe zwischen Band und Publikum.

Mit „The Downfall Of Us All“ legte die Band einen Auftakt hin, der das Palladium innerhalb weniger Sekunden endgültig in einen Hexenkessel verwandelte.

Ein Hexenkessel auf Betriebstemperatur

Was sich bereits während des Support-Acts angedeutet hatte, entwickelte sich nun zu einem regelrechten Ausnahmezustand. Das gesamte Palladium schien gleichzeitig in Bewegung zu geraten. Kaum ein Besucher blieb stillstehen, während die ersten Circle Pits entstanden und sich die Menge von Song zu Song weiter steigerte.

Frontmann Jeremy McKinnon übernahm dabei gewohnt souverän die Rolle des Zeremonienmeisters. Immer wieder animierte er die Menge zum Mitmachen, forderte die Besucher zu neuen Circle Pits auf und hielt die Energie in der Halle konstant auf höchstem Niveau.

Das brodelnde Palladium erreichte dabei eine Intensität, wie man sie selbst im dort nicht bei jedem Konzert erlebt. Die Fans gingen jede Ansage mit, sangen große Teile der Songs lautstark mit und sorgten dafür, dass die Stimmung über die gesamte Spielzeit hinweg auf einem außergewöhnlich hohen Niveau blieb.

© Tilo Sief

Circle Pits, Moshpits und Publikumsnähe

Auch die übrigen Bandmitglieder präsentierten sich ausgesprochen spielfreudig. Immer wieder sprangen die Musiker auf die Podeste vor dem Bühnengraben, posierten für Fotografen und suchten den direkten Kontakt zu den Fans in den ersten Reihen.

Von den höher gelegenen Emporen des Palladiums bot sich dabei ein beeindruckendes Bild. Die Bewegungen der Menschenmassen wirkten beinahe wie ein eigener Bestandteil der Show und machten deutlich, weshalb A Day To Remember seit Jahren zu den beliebtesten Livebands ihres Genres zählen.

Das ungewöhnliche Bühnenkonzept erwies sich dabei als voller Erfolg. Die rund einhundert Fans auf der Bühne waren nicht bloß Kulisse, sondern wurden Teil der Show und sorgten für eine Atmosphäre, die selbst für das Palladium außergewöhnlich wirkte.

Im Zentrum der Halle öffneten sich immer wieder größere Circle Pits, während in den vorderen Reihen regelmäßig Moshpits entstanden. Trotzdem wirkte das Geschehen zu keinem Zeitpunkt unkontrolliert. Vielmehr entstand der Eindruck einer Gemeinschaft, die genau wusste, weshalb sie an diesem Abend hier zusammengekommen war.

Technisch eine beeindruckende Produktion

Auch technisch ließ die Show kaum Wünsche offen.

Der Sound präsentierte sich druckvoll und differenziert, während das Lichtdesign perfekt auf die Dynamik der Songs abgestimmt war. Mehrfach schossen gewaltige CO₂-Säulen bis unter die Hallendecke und unterstrichen die ohnehin energiegeladene Inszenierung der Show.

Zusätzlich kamen während mehrerer Songs Konfetti-Shots zum Einsatz, die das Publikum immer wieder lautstark quittierte. Die gesamte Produktion wirkte durchdacht und professionell umgesetzt, ohne dabei von den eigentlichen Hauptdarstellern des Abends abzulenken: der Band und ihren Fans.

Eine Setlist ohne Schwächen

Musikalisch setzte die Band auf eine ausgewogene Mischung aus Klassikern und neueren Songs.

Die Setlist wirkte durchdacht und bot sowohl langjährigen Fans als auch neueren Anhängern zahlreiche Höhepunkte. Dabei gelang es A Day To Remember, die Intensität der Show über die gesamte Spielzeit konstant hochzuhalten.

Selbst in den hinteren Bereichen der Halle verfolgten die Besucher das Geschehen aufmerksam und konzentriert. Während dort weniger Moshpits entstanden als im Zentrum des Innenraums, war die Begeisterung dennoch jederzeit spürbar.

Der Hexenkessel Palladium blieb bis weit in die zweite Konzerthälfte hinein auf Betriebstemperatur.

Emotionaler Abschluss eines starken Konzertabends

Zum Abschluss des Abends schlug die Stimmung mit „If It Means A Lot To You“ noch einmal eine deutlich emotionalere Richtung ein.

Wo zuvor Circle Pits und Moshpits das Bild geprägt hatten, standen nun gemeinsames Mitsingen und emotionale Momente im Mittelpunkt. Tausende Stimmen begleiteten die Band durch die letzten Minuten des Konzerts und sorgten für einen würdigen Abschluss eines intensiven Konzertabends.

Fazit

A Day To Remember lieferten im Kölner Palladium eine rundum überzeugende Vorstellung ab.

Don Broco sorgten bereits früh für die passende Einstimmung, bevor der Headliner die Halle endgültig in einen Hexenkessel verwandelte. Starker Sound, eine durchdachte Produktion, eine spielfreudige Band und ein Publikum, das jede Sekunde mitging, ergaben am Ende die perfekte Mischung.

An einem der heißesten Tage des Jahres gelang es A Day To Remember tatsächlich, Köln noch ein wenig heißer zu machen.

Der Hexenkessel Palladium machte seinem Namen an diesem Abend alle Ehre.

Setlist – A Day To Remember Palladium Köln | 24. Juni 2026

  1. The Downfall of Us All
  2. I’m Made of Wax, Larry, What Are You Made Of?
  3. nd Sucks
  4. Right Back at It Again
  5. Bad Blood
  6. Paranoia
  7. Miracle
  8. All My Friends
  9. Have Faith in Me
  10. Same Team
  11. Rescue Me (Rescue Me Cover)
  12. Flowers (Cover)
  13. Mr. Highway’s Thinking About the End
  14. ⁠Resentment
  15. ⁠A Shot in the Dark
  16. ⁠All I Want
  17. ⁠The Plot to Bomb the Panhandle
  18. ⁠If It Means a Lot to You
  19. ⁠All Signs Point to Lauderdale

A Day To Remember

Don Broco

tilo

Tilo Sief

Tilo ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Dokumentiert Konzerte & Festivals in NRW, BeNeLux & Ruhrgebiet mit Leidenschaft & Präzision. Er bringt eine Menge Erfahrung mit und kennt sich bestens in der Szene aus.

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