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Helloween schließen ihre Europa-Tour 2025 mit einem beeindruckenden Finale in Stuttgart ab

Helloween Stuttgart Schleyerhalle - 40 years anniversary tour andy deris, michael kiske, kay hansen credit: marc blessing

Stuttgart, 22.11.2025: Tourfinale haben seit jeher ihren eigenen Zauber. Wenn eine Band wochenlang Abend für Abend spielt, mit jeder Show enger zusammenwächst und sich das Adrenalin der letzten Tourtage mit Vorfreude und Wehmut mischt, entsteht eine Atmosphäre, die man nicht künstlich erzeugen kann. 

Beim Helloween Tourfinale 2025 in der Stuttgarter Schleyerhalle war genau dieser Spirit spürbar. Helloween zeigte einmal mehr, dass sie längst wieder zu den größten und wichtigsten Metal-Bands Europas gehören, und dass die Kombination aus Michael Kiske, Andi Deris und Kai Hansen als drei vollwertige Sänger live eine Wucht ist, die ihresgleichen sucht.

Helloween sind seit über 40 Jahren ein Kapitel Metal-Geschichte für sich. Einige Besetzungswechsel, musikalische Phasen, Umbrüche und legendäre Werke prägen die Historie. Besonders die Ära der „Keeper“-Alben und der spätere Bruch hielten die Fans lange in Atem. Doch seit der „Pumpkins United“-Rückkehr von Kiske und Hansen hat die Band eine neue Identität gefunden, eine Symbiose aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. 

Mit dem aktuellen Album Giants & Monsters haben sie diesen Weg konsequent weitergeführt. Die Platte zeigt eine Band, die weiß, was sie kann, was sie will und wohin sie gehört: auf die große Bühne, vereint, kraftvoll und mit drei Stimmen, die den Helloween-Sound heute prägen wie nie zuvor.

Beast in Black – Starker Auftakt trotz Gitarrenwechsel

Den Abend eröffneten um 19:15 Uhr Beast in Black, die inzwischen ebenfalls zu einer festen Größe in der europäischen Szene herangewachsen sind. Der jüngste Abgang von Gitarrist Kasperi Heikkinen, der die Band nach der London-Show verlassen hatte, war ein kleiner Schockmoment der Tour. Doch mit Daniel Freyberg (Crownshift, ex-Children Of Bodom) fanden sie einen Ersatz, der nicht nur souverän, sondern regelrecht beeindruckend einsprang.

Beast in Black Stuttgart Schleyerhalle - 40 years anniversary tour credit: marc blessing
Beast in Black Stuttgart Schleyerhalle – credit marc blessing

Die Finnen lieferten ein energiegeladenes, perfekt eingespieltes Set, das klarmachte, warum sie eine der beliebtesten modernen Power-Metal-Bands sind. Yannis Papadopoulos überzeugte mit präziser, beeindruckender Höhe, während die Band sich gewohnt visuell stark präsentierte. Klassiker wie „Blind and Frozen“, „Sweet True Lies“ oder der Publikumsliebling „Blood of a Lion“ heizten die Schleyerhalle spürbar auf.

Ein besonderer Moment des Auftritts war die Ankündigung des kommenden vierten Beast-in-Black-Albums sowie die Bestätigung einer neuen Headliner-Tour 2026. Kurz vor „Enter the Behelit“ brandete der Jubel in Stuttgart auf – ein perfekter Warm-up für das, was noch kommen sollte. Die Zuschauer waren bereit.

Helloween in Stuttgart – Ein Triumphzug aus Nostalgie, Power und moderner Wucht

Um 20:45 Uhr fiel der Vorhang, die Lichter gingen dramatisch an, und mit den ersten Tönen von „March Of Time“ wurde sofort klar: Dieses Tourfinale wird etwas Besonderes. Die Bühne war mit gigantischen LED-Wänden, animierten Kürbisgrafiken und einer bombastischen Lichtshow ausgestattet. Alles wirkte größer, farbenreicher und intensiver als bei vielen anderen Helloween-Konzerten der letzten Jahre.

Nicht nur die Optik überzeugte: Das Zusammenspiel der drei Sänger Kiske, Deris und Hansen funktionierte derart harmonisch, dass man den Eindruck gewann, sie hätten ihr ganzes Leben nichts anderes getan. Kiskes klare Höhen, Deris’ rauer Punch und Hansens legendärer Oldschool-Speed-Metal-Sound ergänzten sich perfekt. Jeder bekam seine Momente, alle drei standen gemeinsam im Mittelpunkt, nie gegeneinander, immer miteinander. Und gerade bei Derris & Kiske spürte man, wie gut diese beiden zusammengewachsen sind, alberne Späße inklusive. 

Der Rest der Band ist immer etwas im Hintergrund, aber trotzdem immer auf den Punkt da, wenn man sie gerade nicht erwartet. So gab Daniel „Dani“ Löble ein heftiges Drum-Solo zum besten, und zeigte, was es heißt, über 2 Stunden Power Metal zum Besten zu geben. Die Urgesteine Weikath & Grosskopf haben derart viel Erfahrung auf der Bühne, dass man meinen könnte ihre Instrumente spielen sich von selber. Der Gitarrenvirtuose Sascha Gerstner rundet Helloween dann schließlich ab.

Helloween Stuttgart Schleyerhalle - 40 years anniversary tour credit: marc blessing
Helloween Stuttgart Schleyerhalle – 40 years anniversary tour credit: marc blessing

Setlist-Magie: Klassiker, Deep Cuts und neue Songs

Helloween präsentierten eine Setlist, die jeden Fan ins Schwärmen brachte. Zwischen legendären Klassikern, selten gespielten Deep Cuts und brandneuen Songs vom aktuellen Album „Giants & Monsters“, entstand ein perfekt ausgewogener Mix aus Nostalgie und moderner Power.

Besonders bemerkenswert: Einige Stücke hatten seit 10, 20 oder sogar fast 40 Jahren keinen Weg mehr auf die Bühne gefunden. So gab es für die Fans mit „Twilight of the Gods“ ein echtes historisches Highlight – live zuletzt gespielt vor 38 Jahren. Gleichzeitig brachten Songs vom neuen Album frischen Wind auf die Bühne, darunter „This Is Tokyo“, „A Little Is A Little Too Much“, „Into The Sun“ und „Universe“. Diese Mischung zeigte eindrucksvoll, dass Helloween heute nicht als Retro-Band auftreten, sondern als eine kreative, lebendige Metal-Macht, die Vergangenheit und Gegenwart perfekt verbindet.

Die gesamte Show strahlte Leichtigkeit, Spielfreude und Charisma aus. Selbst nach fast zwei Monaten Tournee wirkten Helloween frisch und energiegeladen. In Stuttgart standen Musiker auf der Bühne, die einander beflügelten und die Fans mit jeder Note mitrissen. Fotografisch im Übrigen ein absoluter Leckerbissen, da an diesem Abend nicht die übliche 3-Song Regel galt, sondern die gesamte Show über fotografiert werden durfte. Für eine Band dieser Größenordnung mittlerweile ein absolutes Novum!

Der große Abschluss in Stuttgart

Mit „Dr. Stein“ und einem kraftvollen „Keeper of the Seven Keys“ verabschiedeten sich Helloween schließlich vom Publikum. Die Schleyerhalle geriet spürbar in Bewegung, als die letzten Töne verhallten. In vielen Gesichtern zeigte sich eine klare Mischung aus Euphorie, nostalgischer Wärme und echter Zufriedenheit, ein stimmiges Finale eines starken Konzerts.

Dieser Abend hat einfach gezeigt, dass Helloween in dieser Besetzung nicht nur funktionieren, sondern glänzen, vielleicht sogar so stark wie seit den Hochzeiten der Keeper-Alben nicht mehr. Nach Jahrzehnten voller Umbrüche hat die Band ihr Kapitel neu geschrieben. Und das finale Konzert dieser Europa-Tour machte deutlich: Dieses Kapitel ist Goldwert!

Beast in Black

Marc Blessing – Fotograf, Redakteur & Webmaster des Paranoyd Magazins. Hausfotograf im LKA Longhorn Stuttgart und für IMAGO im Einsatz.

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