Hell Boulevard: Stuttgart erlebt intensive Dark-Rock-Show

Hell Boulevard bei der Show vor begeistertem Publikum beim Konzert in Stuttgart © Selina Dreher

Am 1. Mai 2026 verwandelte sich das Studio vom „Im Wizemann“ in einen Schauplatz für atmosphärische Klänge und energiegeladene Rock-Performances. Hell Boulevard hatten als Support für ihre „Made in Hell“– Tour den Berliner Musiker Dust of Apollon auserkoren. Zwischen melancholischen Melodien und provokanten Hymnen bot der Abend eine spannende Reise durch die Facetten des Dark-Rock. Um 19.00 Uhr öffneten sich die Türen und das Studio füllte sich nur langsam.

Dust of Apollon: Verträumter Auftakt

Pünktlich um 19:30 Uhr eröffneten Dust of Apollon den Abend. Die Bühne war passend zur Stimmung dezent, aber liebevoll mit blauen Blumen an den Mikrofonständern dekoriert. Die Band, bestehend aus dem 22-jährigen Sänger, der gleichzeitig die Gitarre spielte, und einem Schlagzeuger, trat auf ihrer ersten Tour auf. Das Duo bot einen Mix aus Electronic-Sounds, rockigen Riffs und atmosphärischem Storytelling. In den Texten stecken viele persönliche Erlebnisse des Sängers.

Anfänglich begegnete das Publikum dem Duo noch mit einer gewissen Zurückhaltung. Doch mit fortschreitender Setlist, die unter anderem Stücke aus dem Debütalbum „Chapters left unread“ umfasste, taute die Menge merklich auf. Gegen Ende des Sets wich die anfängliche Distanz einem rhythmischen Kopfnicken, und in den vorderen Reihen wagten die ersten Zuschauer bereits ein paar Tanzschritte – ein gelungener Einstand für die Newcomer.

Hell Boulevard: Eine Lektion im Schlussmachen

Um 20:30 Uhr übernahm der Hauptact Hell Boulevard das Zepter und schraubte die Energie im Raum sofort nach oben. Mit einer Mischung aus Charisma und einer Prise Ironie führte Frontmann Matteo durch den Abend und bemühte sich immer wieder sichtlich charmant darum, Deutsch mit dem Publikum zu sprechen. Die geringe Anzahl an Gästen nahm er mit Humor und meinte, es handle sich an diesem Abend um ein Privatkonzert.

Aus dem neuen Album „Made in Hell“ wurden die Titel „The Fine Art of Breaking Up“ und „btch pls“ vom Publikum direkt zu Beginn zelebriert. Frontmann Matteo erklärte immer vorab, worum es im Text der Songs geht. Da war auch die eine oder andere lustige Story mit dabei. Fans der ersten Stunde kamen bei Klassikern wie „Bad Boys Like Me“ voll auf ihre Kosten. Bei „Satan in Wonderland“ ging das Publikum ordentlich ab. Während „Why did it get so dark“ verwandelte sich das Studio in ein Lichtermeer, als das Publikum kollektiv Knicklichter in die Höhe streckte.

Eine fast schon romantische Stimmung entstand bei „Dead Valentine“. Für eine faustdicke Überraschung sorgte „Not Another Lovesong“, der mit einem massiven Breakdown inklusive beeindruckender Growls die härtere Seite der Band unterstrich. Bei „Zero Fucks Given“ bewies Bassist Raul Humor und performte stilecht mit Hasenohren auf dem Kopf. „Der fröhlichste Song, den ich je geschrieben habe“, kündigte der Frontmann Matteo schmunzelnd den Titel „Safe Word“ an, bevor die Band mit der Hymne „In Black We Trust“ den krönenden Abschluss eines facettenreichen Abends setzte. Auf das ganze Hin und Her mit Zugaben verzichtete die Band bewusst, um im Anschluss noch ein bisschen Zeit mit den Fans am Merch-Stand zu verbringen.

Fazit

Vom behutsamen Beginn mit Dust of Apollon bis zur ekstatischen Party bei Hell Boulevard: Der Abend im Studio bot alles, was das Fan-Herz begehrt. Hell Boulevard bewiesen einmal mehr, dass sie den Spagat zwischen düsterer Ästhetik und mitreißendem Rock perfekt beherrschen.

Hell Boulevard

Dust of Apollon

Selina

Selina Dreher

Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.

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