Haggefugg waren am 24. April auf ihrer Headliner-Tour Im Wizemann. Das Konzert war restlos ausverkauft. Das Publikum: Ein herrlich bunter Mix. Vom klassischen „Normalo“ über Familien bis hin zum eingefleischten Metalhead war alles vertreten – ein Beweis dafür, dass moderner Folk-Rock Generationen und Szenen verbindet.
Vera Lux: Mit dem Dudelsack im Circle Pit
Pünktlich um 19.15 Uhr betraten Vera Lux die Bühne und rissen das Publikum sofort mit. Mit Songs wie „Aurora“ und „Maskenball“ kreierten sie von Anfang an eine energigeladene Atmosphäre. Ein besonderes Highlight war die Performance von „Supernova“, der aktuellen Single aus dem kommenden Album, das am 24. Juli erscheinen wird.
Die Energie im Saal stieg stetig an, besonders als die Band „Insomnia“ peformte. Felix bewies bei „Labyrinth“ sein Können am Dudelsack, doch den absoluten Vogel schoss er bei „Lauf“ ab: Er verließ die Bühne, stellte sich mit seinem Instrument direkt mitten in den tobenden Circlepit und spielte unbeirrt weiter, während um ihn herum die Menge kreiste.
Gegen Ende des Sets wurde es emotionaler. Bei „Himmelhoch“ verwandelte sich das Studio in ein wogendes Wolkenmeer aus Armen, bevor die Band mit „Jetzt und hier“ ein schweißtreibendes Set abschloss.
Haggefugg: Kölner Frohnatur trifft harten Folk
Um 20.15 Uhr war es Zeit für die sechs Musiker von Haggefugg. Die Kölner starteten gewohnt energiegeladen mit „Tanz und Gloria“ und verwandelten den Club in einen Hexenkessel. Bei „Tanz mit dem Teufel „gab es kein Halten mehr. Bei „Mondschein“ stürtze sich einer der beiden Dudelsackspieler ebenfalls todesmutig in den Circlepit. Mit „Sanduhr“ spielten Haggefugg einen Song, der zuvor noch nie live präsentiert wurde. Auch der brandneue Song „Leuchtfeuer“ feierte seinen Einstand und kam beim Publikum hervorragend an.
Bei „Mit Sack und Pack“ erschien die Band mit Heiligenscheinen auf den Köpfen. Der Partysong sorgte für einen fetten Moshpit. Ein echtes Stück Heimat brachten die Jungs mit dem Song „Fässchen“ auf die Bühne. Um den Kölner Karneval gebührend zu feiern, wurde im ganzen Saal geschunkelt, was das Zeug hielt. Die Gänsehaut-Garantie gab es bei „Daheim“, als das Publikum den kompletten Anfang des Songs textsicher und ohne Hilfe der Band sang.
Für den Abschluss holten Haggefugg ihre Kollegen von Vera Lux zurück auf die Bühne, um gemeinsam „Nehmt Abschied“ zu performen. Bei „Wenn das Licht angeht“ wurde es noch einmal stimmungsvoll: Ein Meer aus Handylichtern und Feuerzeugen erhellte das Studio. Nach lautstarken Zugabe-Rufen lieferten die Kölner mit „Märchenwald“, dem obligatorischen Trinklied „Met, Wirt, Bestellt!“ und dem finalen „Totentanz „einen würdigen Abschluss für einen Abend, den wohl niemand so schnell vergessen wird.
Ein ausverkaufter Club, zwei Bands in Höchstform und ein Publikum, das vom Schunkeln bis zum Moshpit alles gegeben hat.
Haggefugg
Vera Lux
Selina Dreher
Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.


























































