Escape The Fate: Hitzeschlacht im Schlachthof Wiesbaden

Escape The Fate vor begeistertem Publikum © Kevin Richter

Als eines der Emo- und Screamo-Urgesteine sind Escape The Fate seit mittlerweile 22 Jahren aktiv und zogen gemeinsam mit The Hara im Sommer 2026 durch zahlreiche Clubs in Europa. Am 19. Juni 2026 machte die Tour Station im ausverkauften Kesselhaus des Schlachthofs Wiesbaden, wo die Fans trotz extremer Temperaturen einen intensiven Konzertabend erlebten.

Hitzeschlacht im Kesselhaus

Bei sommerlichen 33 Grad Außentemperatur erreichte die Temperatur im Kesselhaus bereits kurz nach dem Einlass gefühlte Siedepunkte. Glücklicherweise dauerte es nach dem Einlass um 20:00 Uhr nur eine halbe Stunde, bis The Hara die Bühne betraten.

Das Trio aus Manchester trotzte den hohen Temperaturen mit nacktem Oberkörper, machte musikalisch jedoch keinerlei Abstriche. Ihr Sound präsentierte sich düster, melodisch und gleichzeitig energiegeladen. Bereits 2024 waren The Hara mit Escape The Fate durch Großbritannien getourt, weshalb sich Sänger Josh Taylor mehrfach beim Headliner für das erneute Vertrauen bedankte.

Josh Taylor suchte während des gesamten Auftritts die Nähe zum Publikum. Zwischenzeitlich lieh er sich die Cap eines Fans aus, während Gitarrist Zack Breen gegen Ende des Sets mit einem Pandakopf auf die Bühne zurückkehrte. Inhaltlich behandelten die Songs zwar ernste Themen, dennoch kam der Spaß auf der Bühne keineswegs zu kurz. Nach rund 40 Minuten endete ein schweißtreibendes, aber äußerst überzeugendes Set.

Escape The Fate lieferten trotz Hitze ein starkes Konzert

Während der Umbaupause zog es viele Besucher nach draußen. Über Wiesbaden kündigte sich ein Gewitter an, das zumindest für etwas Abkühlung sorgte. Nach einer kurzen Pause ging es im Kesselhaus weiter. Zu den Klängen von „Bohemian Rhapsody“ betraten Escape The Fate die Bühne.

Mit „Ungrateful“ starteten die Musiker direkt mit einem Klassiker in ihr Set. Das ausverkaufte Kesselhaus sang und moshte trotz der hohen Temperaturen von Beginn an begeistert mit. Sänger Craig Mabbitt genoss die Atmosphäre sichtlich und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum.

Ein großes Lob verdienten sowohl die Band als auch der Schlachthof Wiesbaden, die kostenlos literweise Wasser an die Fans verteilten, damit niemand bei den extremen Temperaturen gesundheitliche Probleme bekam. Ebenso bemerkenswert war die gegenseitige Rücksichtnahme der Besucher, die das Wasser im gesamten Raum weitergaben. Dadurch konnte das Konzert tatsächlich ohne einen einzigen Kreislaufzusammenbruch über die Bühne gehen.

Escape The Fate präsentierten sich in bester Spiellaune. Immer wieder posierten die Musiker für Handykameras, verteilten Handschläge und lieferten eine abwechslungsreiche Setlist aus älteren Klassikern und neueren Songs ab.

Zur Zugabe zeigte Gitarrist Matti Hoffman seine beeindruckenden Fähigkeiten in einem minutenlangen Solo, das den Schlussteil des Abends einleitete. Für einen besonders emotionalen Moment sorgte anschließend ein Fan, der vor dem letzten Song auf die Bühne geholt wurde, um seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie sagte Ja.

Nach körperlich anstrengenden 90 Minuten endete das Konzert unter großem Applaus. Sowohl The Hara als auch Escape The Fate nahmen sich anschließend am Merchandising-Stand noch viel Zeit für ihre Fans. Trotz der extremen Temperaturen blieb vor allem die starke Performance beider Bands in Erinnerung und machte den Abend zu einem gelungenen Konzerterlebnis.

Escape The Fate

The Hara

Setlist Escape The Fate

  1. Ungrateful
  2. Deja Vu
  3. Gorgeous Nightmare
  4. Miles Wide
  5. The Flood
  6. Ashley
  7. Broken Heart
  8. Cheers to Goodbye
  9. Idle Potential
  10. Low
  11. Last Goodbye
  12. Paranoia
  13. Matti Guitar Solo
  14. Halo 2
  15. This War Is Ours (The Guillotine II)
  16. The Aftermath (G3)
  17. One for the Money

kevin

Kevin Richter

Kevin, Fotograf und Redakteur für das Paranoyd Magazin. Er blickt auf eine fundierte Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit diversen Musikmagazinen zurück und ist derzeit festes Mitglied der Paranoyd-Redaktion. Kevin verbindet den geschulten Blick für den Moment mit journalistischer Präzision, um authentische Konzertberichte und visuell beeindruckenden Content für die Szene zu schaffen.

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