Casey: Emotionale Rückkehr nach Berlin im „Bi Nuu“

Casey im Scheinwerferlicht © Christoph Siebold

Berlin, 12.04.2026 – Fast auf den Tag genau sieben Jahre ist es her, dass die walisische Band Casey in der „Bi Nuu“ Konzertlocation in Berlin ihre Abschiedstour spielte und sich kurz darauf auflöste. Einige Jahre später folgte dann schließlich die Reunion und 2024 der Release des neuen Albums “How to Disappear”. Angekommen im April 2026 stehen Casey nun also wieder auf eben jener Bühne des „Bi Nuu“, welches in all dieser Zeit zwischenzeitlich geschlossen, verkauft, saniert und neu eröffnet wurde, und feiern gemeinsam mit den Berliner Fans die Reunion, das neue Album sowie altes Material der Metalcore-Künstler.

Supportbands sorgen für starken Auftakt im Bi Nuu

Eröffnet wurde der Abend von der ungarischen Band “Sonya”. Schade für Band und Zuschauer: Obwohl der offizielle Konzertbeginn für 20 Uhr angekündigt war, erklommen die Budapester bereits um 19:30 Uhr die Bühne. Dementsprechend war der Konzertsaal, übrigens direkt innerhalb des Gebäudes des Berliner U-Bahnhofs “Schlesisches Tor” gelegen, noch recht spärlich gefüllt. Davon ließen sich die Shoegaze-Musiker um Frontfrau Sonya Korbucz allerdings nicht beirren und nach und nach füllte sich dann auch das „Bi Nuu“.

Als direkter Support trat die aus Oxford, England stammende Band “Lastelle” auf. Lastelle bot dem Berliner Publikum alles an, was man nicht unbedingt bei einem Konzert der härteren Musikszene erwartet und dennoch zu schätzen weiß, besonders: singender Schlagzeuger und Trompetenklänge. Frontmann Adam Rigozzi ließ die anwesenden Zuschauer zwischenzeitlich wissen, dass diejenigen, die das Konzert besuchen, um eine gute Zeit zu haben, sich leider die falsche Show ausgesucht hätten, denn hier gäbe es ausschließlich “sad Songs”. Doch es schien, als seien die Berliner Zuschauer genau dafür hier und feierten genau das mit lautstarkem Gesang, Moshpits und Headbangs.

Lastelle veröffentlichten selbst erst im September des vergangenen Jahres ihre vierte EP “Exist Vol. II” und gaben diese auch fast in kompletter Länge zu hören. Mit ihren melodischen und melancholischen Klängen, die sich wiederum mit energischen Gitarrenriffs und bewusst gesetzten Drumbeats abwechselten, wussten die Engländer jedenfalls zu überzeugen und das mittlerweile sehr gut gefüllte „Bi Nuu“ war sichtlich bestens auf den folgenden Hauptact vorbereitet.

Casey feiern Reunion mit intensiver Liveshow in Berlin

Nachdem die Zuschauer nun also noch ein letztes Mal die Pause nutzten, um die Getränkevorräte aufzufüllen, war es an der Zeit für Casey, zum ersten Mal seit sieben Jahren eine Bühne in der deutschen Hauptstadt zu betreten und man spürte, dass die Fans es kaum erwarten konnten. Die Waliser, die sich besonders durch ihre herzzerreißenden Texte auszeichnen, spielten eine Stunde lang Hits all ihrer bisherigen drei Studioalben.

Ob ruhige Gesangspassagen, begleitet von sanften Gitarrentönen, oder schrille Gitarrenriffs und emotionale Schreie von Frontmann Tom Weaver, unterstützt von den Stimmen der Zuschauer: Casey wussten zu überzeugen und spürten sichtlich die Liebe der Berliner Fans. Casey sind endgültig zurück und knüpfen nahtlos an ihre alten Erfolge an.

Casey

Lastelle

Sonya

Christoph Siebold bei der Show live auf der Bühne © Marc Blessing

Christoph Siebold

Christoph Siebold ist Gastfotograf und Schreiber aus Berlin. Er begleitet Live-Events für das Paranoyd Magazin mit Kamera und Berichten.

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