Mit dem Ultrabowl schrieben die Broilers ein weiteres Kapitel ihrer Bandgeschichte. Das Konzert in der seit Monaten ausverkauften Merkur-Spiel-Arena war mit über 40.000 Besuchern das größte eigene Konzert ihrer Bandgeschichte. Entsprechend groß war die Vorfreude auf einen Abend, der für Band und Fans gleichermaßen eine besondere Bedeutung hatte.
Unterstützt wurden die Broilers dabei von zwei namhaften Gästen. Die New-York-Hardcore-Pioniere Agnostic Front eröffneten den Konzertabend, bevor die Donots aus Ibbenbüren die Stimmung weiter anheizten und das Publikum auf den Hauptact einstimmten.
Die Broilers wurden 1994 in Düsseldorf gegründet und zählen heute zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Punkrock-Bands. Mit ihrer Mischung aus Punkrock, Rock ’n’ Roll und gesellschaftlich geprägten Texten erspielte sich die Band über drei Jahrzehnte eine treue Fangemeinde, weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt hinaus.
Entspannter Auftakt rund um die Arena
Während Großveranstaltungen dieser Größenordnung häufig schon bei der Anreise für lange Staus und Geduldsproben sorgen, verlief die Ankunft an der Merkur-Spiel-Arena überraschend entspannt. Rund um das Stadion herrschte eine gelassene Atmosphäre, der Verkehr floss nahezu reibungslos und ließ kaum erahnen, dass hier wenig später über 40.000 Besucher gemeinsam den Ultrabowl feiern würden.
Die gute Organisation setzte sich auch auf dem Veranstaltungsgelände fort. Bereits lange vor Konzertbeginn füllte sich die Arena spürbar, überall waren gut gelaunte Besucher zu sehen und die Vorfreude auf den Konzertabend lag förmlich in der Luft.
Agnostic Front eröffnen den Ultrabowl mit voller Wucht
Als Agnostic Front die Bühne betraten, war die Merkur-Spiel-Arena bereits beeindruckend gut gefüllt. Die New-York-Hardcore-Legenden um Roger Miret und Vinnie Stigma legten ohne Umschweife los und lieferten vom ersten Song an kompromisslosen Hardcore alter Schule.
Die hungrige Crowd nahm die Energie der Band dankbar auf und feierte jeden Song lautstark. Spätestens beim All-Time-Klassiker „Gotta Go“ explodierte die Stimmung zum ersten Mal an diesem Abend. Circle Pits öffneten sich im Innenraum, während tausende Besucher den Refrain mitsangen.
Die Donots sind und bleiben eine sichere Bank
Nach einer kurzen Umbaupause übernahmen die Donots das Kommando. Die Punkrock-Institution aus Ibbenbüren Rock City zählt seit Jahren zu den beliebtesten Livebands Deutschlands – und bestätigte diesen Ruf auch beim Ultrabowl eindrucksvoll.
Mit „Auf sie mit Gebrüll“ eröffneten die Donots ihr Set, bevor spätestens bei „Calling“ die gesamte Arena endgültig auf Betriebstemperatur war. Zwischen Circle Pits, jeder Menge Spielfreude und der gewohnt mitreißenden Bühnenpräsenz entwickelte sich ein intensiver Punkrock-Auftritt, der von den Zuschauern lautstark gefeiert wurde.
Die Donots bewiesen einmal mehr, warum sie als Supportband eine sichere Bank sind. Sie schafften es mühelos, die ohnehin schon gute Stimmung weiter anzuheizen und die perfekte Grundlage für den Hauptact des Abends zu legen.
Cheerleader eröffnen den Weg für die Broilers
Pünktlich um 20:45 Uhr begann die Punkrock-Sause in der Merkur-Spiel-Arena. Doch bevor die Broilers die Bühne betraten, gehörte der große Auftritt zunächst den Cheerleadern des Düsseldorfer American-Football-Clubs Rhein Fire. Mit einer energiegeladenen Choreografie heizten sie die gespannte Menge noch einmal ordentlich an und sorgten bereits vor dem eigentlichen Konzertbeginn für lautstarken Jubel.
Erst zum Ende der Tanzeinlage betraten die Broilers unter tosendem Applaus Stück für Stück die Bühne. Mit „Zurück zum Beton“, „Wo es hingeht“ und „Schwerverliebter Hooligan“ startete die Düsseldorfer Band stark in ihr bislang größtes eigenes Konzert.

Zwischen Tanzfläche und Circle Pit
Schon während der ersten Songs wurde deutlich, dass der Ultrabowl kein gewöhnliches Punk-Rock-Konzert werden sollte. In den ersten Reihen wurde getanzt, gesungen und teilweise sogar geschunkelt, während sich nur wenige Meter dahinter bereits die ersten Circle Pits öffneten.
Genau diese Mischung machte den Abend besonders. Ob ausgelassenes Feiern mit Freunden oder ausgelassene Action im Pit – jeder konnte den Konzertabend auf seine eigene Weise erleben. Die Stimmung entwickelte sich dabei zunächst eher gemächlich. Nach einem schwungvollen Beginn nahm das Set kurzzeitig etwas Tempo heraus, bevor die Broilers mit „Harter Weg (Go!)“ und „In ein paar Jahren“ die nächste Welle der Euphorie lostraten. Große Circle Pits breiteten sich über das gesamte Infield aus und die Arena verwandelte sich mehr und mehr in ein buntes Meer aus singenden, tanzenden und feiernden Menschen.
Eine Botschaft, die den Ultrabowl prägte
Zwischen den Songs wurde immer wieder deutlich, wofür die Broilers seit vielen Jahren stehen. Sänger Samy Amara machte mehrfach klar, dass an diesem Abend Herkunft, Aussehen oder sexuelle Orientierung keine Rolle spielten. Entscheidend sei nicht, wer man ist oder wen man liebt – sondern wie man anderen Menschen begegnet.
Passend zu dieser Botschaft verwandelte sich die Arena wenig später in ein beeindruckendes Farbenmeer. Hunderte Luftschlangen schossen rund um das Stadiondach über die Köpfe der Zuschauer hinweg und tauchten die Merkur-Spiel-Arena für einige Momente in ein spektakuläres Bild. Einer der optisch stärksten Augenblicke eines Konzertabends, der weit mehr sein wollte als nur eine Aneinanderreihung großer Punkrock-Hymnen.
Emotionale Momente und der größte Circle Pit des Abends
Neben den großen Punkrock-Hymnen blieb auch Platz für ruhigere und emotionale Momente. Mit „Nach Hause kommen“ und „Ihr da oben“ gedachten die Broilers der Menschen, die nicht mehr unter uns sind, und sorgten für eine spürbar nachdenklichere Atmosphäre in der Merkur-Spiel-Arena.
Nur wenig später richtete sich der Blick jedoch wieder nach vorne. Gemeinsam mit dem Publikum suchten die Broilers die „Heldin unserer Mitte“ und kündigten im Anschluss den größten Circle Pit des Abends an. Aufgrund der beiden Wellenbrecher im Innenraum war ein einziger riesiger Pit zwar kaum möglich, stattdessen öffneten sich über das gesamte Infield verteilt zahlreiche große Circle Pits, die das Stadion eindrucksvoll in Bewegung versetzten.
Punkrock-Hymnen prägen den Ultrabowl
Der weitere Konzertverlauf gehörte ganz den großen Hymnen der Band. Immer wieder wechselten sich emotionale Momente mit energiegeladenen Punkrock-Krachern ab und hielten die Stimmung konstant auf hohem Niveau.
Ein besonderes Highlight folgte, als die Broilers überraschend die legendäre „Bro Hymn“ von Pennywise anstimmten. Kaum erklangen die ersten Töne der weltbekannten Punkrock-Hymne, verwandelte sich die Merkur-Spiel-Arena in einen einzigen großen Chor. Über 40.000 Stimmen sangen den Klassiker lautstark mit und sorgten für einen der lautesten Momente des gesamten Konzertabends.
Mit „Ist da jemand?“ endete schließlich das reguläre Hauptset. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stimmung ihren ersten Höhepunkt bereits deutlich überschritten und entwickelte sich immer weiter in Richtung Stadionrock-Atmosphäre.
Mit der untergehenden Sonne wächst die Magie des Abends
Während die Sonne langsam hinter der Merkur-Spiel-Arena verschwand, erreichte auch die Atmosphäre auf dem Konzert ihren Höhepunkt. Immer mehr bengalische Feuer erleuchteten den Innenraum und tauchten das Stadion in ein eindrucksvolles, rot leuchtendes Farbenmeer.
Was zu Beginn des Konzerts noch vergleichsweise ruhig und stellenweise fast schunkelbar wirkte, entwickelte sich spätestens jetzt zu einer gewaltigen Punkrock-Party. Die Spannungskurve des Ultrabowls stieg mit jeder Minute weiter an und zeigte, wie durchdacht die geplante Show des Abends aufgebaut war.
Zugaben voller Klassiker
Zum ersten Zugabenblock griffen die Broilers tief in ihren Katalog und servierten ihren Fans gleich mehrere Klassiker. „Singe, Seufze, Saufe“, „Ruby Light & Dark“ und vor allem „Nur nach vorne gehen“ sorgten noch einmal für eine spürbare Intensitätssteigerung.
Gerade während „Nur nach vorne gehen“ entfaltete sich zwischen den beiden Wellenbrechern und entlang des Bühnengrabens ein beeindruckendes Bild. Zahlreiche bengalische Feuer wurden im Publikum gezündet und verliehen dem ohnehin schon emotionalen Moment eine ganz besondere Atmosphäre.

Eine Hommage an Düsseldorf
Für den zweiten Zugabenblock hatten sich die Broilers etwas Besonderes einfallen lassen. Die gesamte Band kehrte in Trikots von Fortuna Düsseldorf auf die Bühne zurück und setzte damit ein sichtbares Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Heimatstadt.
Was zunächst wie eine augenzwinkernde Anspielung wirkte, entwickelte sich schnell zu einer musikalischen Hommage an Düsseldorf. Die Broilers zitierten Songs von Marius Müller-Westernhagen und Kraftwerk, bevor schließlich auch die Punkrock-Geschichte der Stadt ihren Platz fand.
Mit einer eigenen Interpretation von „Hier kommt Alex“ zollten die Broilers den Toten Hosen Respekt und brachten die Merkur-Spiel-Arena noch einmal zum Beben.
Feuerwerk zum großen Finale
Nach mehr als drei Stunden Musik neigte sich der Ultrabowl langsam seinem Ende entgegen.
Mit „Blume“ verabschiedeten sich die Broilers von ihrem Heimpublikum. Über 40.000 Besucher sangen den Song ein letztes Mal lautstark mit, während zeitgleich ein großes Abschlussfeuerwerk vom Dach der Merkur-Spiel-Arena den Nachthimmel über Düsseldorf erhellte. Ein stimmungsvoller Schlusspunkt unter einem Konzertabend, der für Band und Fans gleichermaßen einen besonderen Platz in Erinnerung behalten dürfte.
Fazit: Ein Heimspiel, das Bandgeschichte schrieb
Mit dem Ultrabowl setzten die Broilers ihrer bisherigen Karriere einen weiteren Meilenstein. Das größte eigene Konzert ihrer Bandgeschichte überzeugte nicht nur musikalisch, sondern auch organisatorisch auf ganzer Linie. Von der entspannten Anreise über die starke Auswahl der Supportbands bis hin zur reibungslosen Durchführung zeigte sich die Veranstaltung hervorragend vorbereitet.
Agnostic Front eröffneten den Abend mit kompromisslosem New York Hardcore, die Donots sorgten mit ihrer mitreißenden Performance für beste Stimmung und die Broilers lieferten schließlich genau das ab, worauf über 40.000 Fans monatelang hingefiebert hatten.
Der Ultrabowl war dabei weit mehr als nur ein Stadionkonzert. Es war ein Abend voller Gemeinschaft, Emotionen und großer Punkrock-Hymnen – ein Konzert von Musikfans für Musikfans und ein würdiger Meilenstein in der Geschichte der Broilers.
Ultrabowl 2026: Die komplette Setlist der Broilers
- Zurück zum Beton
- Wo es hingeht
- Schwer verliebter Hooligan
- Meine Familie
- Gib das Schiff nicht auf!
- Paul der Hooligan
- Harter Weg (Go!)
- In ein paar Jahren…
- Lofi
- Wie weit wir gehen
- Alice und Sarah
- Die Beste aller Zeiten
- Wenn Du jetzt denkst / Anti, Anti, Anti / Dumm und glücklich / Nur die Nacht weiß / Heute schon gelebt (Medley)
- Nach Hause kommen / Zurück zu mir
- Ihr da oben
- Ich brenn'
- Held in unserer Mitte
- Hungry Heart / I'm So Excited (Bruce Springsteen / The Pointer Sisters Cover-Medley)
- In 80 Tagen um die Welt
- Bro Hymn (Pennywise Cover – verkürzte Wiederholung, nachdem Sammy die Ansage des nächsten Songs vermasselte)
- rpm
- Ist da jemand?
- Singe, seufze & saufe
- Ruby Light & Dark
- Nicht alles endet irgendwann
- Nur nach vorne gehen
- Mit 18 (Marius Müller-Westernhagen Cover, verkürzt mit „Das Model“-Snippet von Kraftwerk)
- Hier kommt Alex (Die Toten Hosen Cover, verkürzt)
- Tanzt du noch einmal mit mir?
- Cigarettes, Whiskey, and Wild, Wild Women (Sons of the Pioneers Cover)
- Meine Sache
- Blume
Broilers
Donots
Agnostic Front
Tilo Sief
Tilo ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Dokumentiert Konzerte & Festivals in NRW, BeNeLux & Ruhrgebiet mit Leidenschaft & Präzision. Er bringt eine Menge Erfahrung mit und kennt sich bestens in der Szene aus.
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