Stuttgart | 10.08.2026 – Draußen zeigte das Thermometer weiterhin sommerliche Höchstwerte, drinnen wurde es noch heißer. Gemeinsam mit Thrown Into Exile und Signs of the Swarm verwandelten Bleed From Within die Clubstage im Wizemann in einen Hexenkessel – laut, kompromisslos und mit einem Moment, der zeigte, dass Metal weit mehr verbindet als nur harte Musik.
Das Thermometer kannte an diesem Abend nur eine Richtung: nach oben. Während Stuttgart unter hochsommerlichen Temperaturen ächzte, machten sich zahlreiche Metalfans auf den Weg ins Wizemann. Schon vor dem Einlass war die Vorfreude spürbar. Schwarze Bandshirts dominierten das Bild, kalte Getränke waren gefragt und jeder wusste, dass die schottischen Jungs von Bleed From Within heute noch einmal ordentlich nachlegen würden.
Thrown Into Exile – ein Auftakt mit voller Wucht
Den Abend eröffneten die Kalifornier von Thrown Into Exile. Auf große Ansagen oder ein langes Intro verzichteten sie komplett. Stattdessen ging es vom ersten Ton an kompromisslos nach vorne.
Kaum erklangen die ersten Growls, flogen die Arme in die Höhe, überall wurde gebangt und die ersten Moshpits ließen nicht lange auf sich warten. Besonders beeindruckend war, wie schnell die Band das Publikum für sich gewann. Viele schienen Thrown Into Exile zum ersten Mal zu erleben, doch die Reaktionen sprachen Bände.
Mitten im Set fiel mein Blick auf einen Moshpit, der für die Clubstage ungewöhnlich groß ausfiel. So einen hatte ich hier bisher noch nicht erlebt. Bis zum Ende ihres Auftritts war die Halle nahezu komplett gefüllt – ein gelungener Start in einen Abend, der noch einiges bereithalten sollte.
Signs of the Swarm – brachiale Vocals und eine düstere Atmosphäre
Nach einer kurzen Umbaupause, die von entspannter Feelgood-Musik begleitet wurde, war Schluss mit gemütlich. Signs of the Swarm aus Pittsburgh übernahmen die Bühne und tauchten das Wizemann sofort in eine deutlich düsterere Atmosphäre.
Ein Meer aus Stroboskoplichtern flackerte über die Bühne. Für die Stimmung war das ein Volltreffer, für Fotografen hingegen eine echte Herausforderung.
Im Mittelpunkt stand Frontmann Dave Simonich. Seine außergewöhnliche Stimme und seine beeindruckenden Growls gehörten zweifellos zu den Highlights des gesamten Abends. Selten hatte ich jemanden erlebt, der diese unterschiedlichen Stimmtechniken so mühelos miteinander verband.
Leider verlor der Sound etwa zur Mitte des Sets etwas an Klarheit. Der Gesang wirkte zunehmend dumpf und ging stellenweise im Gesamtmix unter. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit, sich kurz an der Bar mit einem kühlen Getränk zu versorgen, bevor es für den Headliner zurück in die erste Reihe ging.
Bleed From Within – schottische Präzision trifft auf grenzenlose Energie
Dann war es endlich so weit. Das große Bühnentuch fiel und gab den Blick auf das komplette Bühnenbild frei. Ohne riesige Effekte oder überladene Dekorationen hatten Bleed From Within das Maximum aus ihrem Setup herausgeholt.
Nach einem kurzen Intro betraten die Schotten sichtlich stolz die Bühne. Kein Wunder – das Wizemann war an diesem Abend nahezu ausverkauft und die Vorfreude im Publikum kaum noch zu übersehen.
Vom ersten Song an entwickelte sich eine unglaubliche Dynamik. Das Set war hervorragend aufgebaut und wechselte gekonnt zwischen brachialen Breakdowns und melodischen Momenten. Vor der Bühne öffneten sich immer wieder neue Moshpits, Wall of Deaths sorgten regelmäßig für kollektive Eskalation und nahezu jeder Refrain wurde lautstark mitgesungen.

Doch bei aller Härte blieb vor allem ein anderer Moment hängen.
Mitten im Publikum entdeckte ich einen Vater im Rollstuhl, der gemeinsam mit seiner Tochter das Konzert besuchte. Vielleicht war Metal gar nicht seine Lieblingsmusik. Vielleicht hätte er den Abend auch lieber ganz anders verbracht. Doch sein Lächeln sprach Bände. Es zeigte, worum es bei solchen Konzerten am Ende wirklich ging:
Gemeinsame Erlebnisse, Erinnerungen schaffen und Zeit mit den Menschen verbringen, die einem wichtig waren.
Genau solche Augenblicke machten Live-Musik besonders.
Mehr als nur ein Metal-Konzert
Als die letzten Töne verklungen waren, verließen erschöpfte, aber glückliche Fans die Clubstage. Bleed From Within rissen komplett ab, Thrown Into Exile lieferten einen Auftakt, der Lust auf mehr machte, Signs of the Swarm beeindruckten mit einer herausragenden Gesangsleistung, und der Headliner setzte dem Abend schließlich die Krone auf.
Ich verließ das Wizemann mit einem breiten Grinsen und dem Gedanken, dass selbst 30 Grad Außentemperatur gegen die Hitze in der Clubstage an diesem Abend keine Chance gehabt hatten. Manchmal brauchte es eben nur laute Gitarren, ehrliche Musik und ein Publikum, das gemeinsam alles gab.
Bleed From Within
Signs of the Swarm
Thrown Into Exile
Philipp Grünberg
Philipp Fotograf und Redakteur aus Fellbach. Für das Paranoyd Magazin begleitet er Konzerte und Festivals – authentisch, nah dran und unabhängig. Mit seinem erfahrenen Blick für die Live-Atmosphäre und unabhängigem Journalismus.
Mehr zu dieser Band
Bandbiografie →
Bleed From Within kündigen Europe & UK Summer Tour 2026 an




Open Air Gränichen 2023 Festival mit Top Rock, Hardcore und Metalcore Bands Tickets und Camping kostenlos























