Frankfurt sang mit: Black Stone Cherry begeisterten die Batschkapp

Frankfurt bei der Show im Scheinwerferlicht – Credit: Anni Wenskus

Frankfurt, 22.09.2026 – Am Dienstag führte die aktuelle Tour von Black Stone Cherry nach Frankfurt. In der Batschkapp trafen die US-Amerikaner auf ein Publikum, das sich erstaunlich wenig bitten ließ. Das galt allerdings nicht erst für den Headliner: Bereits 10 Years konnten zuvor auf eine gut gefüllte Halle und zahlreiche textsichere Zuschauer zählen.

10 Years und Black Stone Cherry bringen die Batschkapp in Bewegung

Pünktlich begann der Abend mit 10 Years. Und schon beim Support zeigte sich, dass viele Besucher nicht ausschließlich wegen Black Stone Cherry gekommen waren. Die Batschkapp war zu diesem Zeitpunkt bereits gut gefüllt, und vor der Bühne herrschte keineswegs das typische geduldige Warten auf den eigentlichen Headliner. Stattdessen wurde früh mitgesungen.

Sänger Jesse Hasek suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum und forderte die Zuschauer mehrfach dazu auf, mit einzusteigen, wenn ihnen der jeweilige Song bekannt war. Eine Aufforderung, die auf deutlich mehr Resonanz traf, als man bei einer Support-Band zwangsläufig erwarten kann.

Frankfurt bei der Show im Scheinwerferlicht – Credit: Ani Wenskus
Credit: Ani Wenskus

10 Years konnten diesen Vorsprung nutzen. Der Auftritt kam schnell in Gang und hinterließ nach vergleichsweise kurzer Spielzeit ein Publikum, das für den weiteren Abend längst bereit war. Als Black Stone Cherry um 21:00 Uhr mit „Me and Mary Jane“ starteten, änderte sich die Größenordnung, nicht aber die grundsätzliche Stimmung in der Halle.

Schon während der ersten Minuten fiel auf, wie viel auf der Bühne passierte. Besonders Ben Wells und Steve Jewell waren ständig unterwegs. Die beiden wechselten die Seiten, suchten immer wieder die Nähe zum Publikum und kreuzten dabei regelmäßig ihre Wege.

Chris Robertson übernahm eher den ruhigeren Part in der Bühnenmitte. Na ja, sofern man hier von „ruhig“ sprechen kann. Stillstand gab es kaum. Das lag nicht zuletzt an John Fred Young. Der Schlagzeuger spielte weit mehr als nur die optische Nebenrolle im Hintergrund. Mit vollem Körpereinsatz reagierte er auf das Geschehen um ihn herum.

Diese Spielfreude übertrug sich schnell auf die andere Seite der Absperrung. Bereits zu Beginn wurde mitgesungen und mitgeklatscht, und diese Verbindung blieb über den gesamten Abend bestehen.

Black Stone Cherry selbst hielten sich mit langen Unterbrechungen zurück. Statt ausufernder Ansagen folgte meist ziemlich schnell der nächste Song. Dadurch verlor der Auftritt auch dann nicht seinen Rhythmus, wenn musikalisch zwischendurch etwas Tempo herausgenommen wurde.

Zwischen Rampenlicht und Dunkelheit

Optisch setzte die Produktion weniger auf spektakuläre Showelemente als auf wechselnde Lichtstimmungen. Helle Strahler ließen die komplette Bühne teilweise deutlich hervortreten, während sie kurz darauf wieder in wesentlich dunkleres Licht getaucht wurde.

Gerade angesichts der ständigen Bewegung der Musiker entstanden dadurch immer wieder komplett unterschiedliche Bilder. Was für die Zuschauer gut funktionierte, dürfte den Fotografen im Graben gelegentlich etwas mehr Arbeit beschert haben.

Große Inszenierungen benötigte die Band allerdings ohnehin nicht. Der Blick wanderte auch so ständig irgendwohin – und sei es nur zu John Fred Young, der selbst hinter dem Schlagzeug kaum einen Moment stillzustehen schien.

Frankfurt vor begeistertem Publikum – Credit: Ani Wenskus
Credit: Ani Wenskus

„Peace Is Free“ setzt den Schlusspunkt

Zum Ende des Konzerts änderte sich die Atmosphäre noch einmal.

Für „Peace Is Free“ saßen Chris Robertson und Ben Wells zunächst gemeinsam am Bühnenrand. Robertson bat das Publikum, für den Song die Smartphones wegzustecken. Statt durch ein Display zu schauen, sollten die Besucher ihre Arme heben und sich miteinander verbinden.

Es war ein ruhiger Abschluss für einen Abend, der zuvor vor allem davon gelebt hatte, dass auf der Bühne ständig etwas passierte. Nach rund anderthalb Stunden verabschiedeten sich Black Stone Cherry schließlich aus Frankfurt. Zurück blieb der Eindruck einer Band, die keine große Inszenierung benötigt, wenn Musiker und Publikum vom ersten Moment an aufeinander reagieren.

Dass dieser Austausch so schnell funktionierte, war vielleicht das Auffälligste an diesem Abend. 10 Years hatten bereits früh vorgelegt, Black Stone Cherry mussten später nur noch übernehmen.

Und von einer typischen Support-Headliner-Konstellation, bei der die Halle erst irgendwann kurz vor dem Hauptact richtig voll und aufmerksam wird, war an diesem Dienstag ziemlich wenig zu merken.

Setlist Black Stone Cherry

1. Me and Mary Jane
2. Burnin'
3. Again
4. Fire
5. Hell and High Water
6. Like I Roll
7. Stay
8. Deep
9. Celebrate
10. Things My Father Said
11. Cheaper to Drink Alone / Drumsolo
12. Neon Eyes
13. In My Blood
14. White Trash Millionaire
15. Blame It on the Boom Boom
16. Lonely Train
Encore
17. Peace Is Free

Black Stone Cherry

10 Years

Paranoyd Magazin