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Bird’s View & Pentastone zündeten am vierten Advent das Frankfurter “Nachtleben” an!

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Frankfurt, 21.12.2025: Advent, Advent, die Hütte brennt! Am vierten Advent durchbrachen Bird’s View und Pentastone die vorweihnachtliche Besinnlichkeit. Statt das vierte Kerzlein auf dem Kranz anzuzünden, fackelten sie kurzerhand das aus allen Nähten platzende Frankfurter Nachtleben ab.

Während draußen zwischen Glühweinbuden und Last-Christmas-Dauerbeschallung der vorweihnachtliche Ausnahmezustand regierte, setzte das Frankfurter Publikum im ausverkauften Nachtleben klare Prioritäten: lieber verzerrte Gitarren als Zimtsterne, lieber Moshpit als Weihnachtsmarkt. Bird’s View und Pentastone lieferten den passenden Soundtrack für alle, die kurz vor den Feiertagen noch einmal der Glühwein-getränkten Scheinidylle entfliehen und gepflegt abrocken wollten.

Pentastone eröffnen mit Druck und Haltung

Pentastone ist eine Alternative Metal Band aus der Nähe von Darmstadt. Die Formation, die 2016 als Schulband begann, besteht heute aus den Gründungsmitgliedern Luisa „Lou“ Knauß (Gesang), Joschka Ihlefeld (Lead-Gitarre) und Dennis Ludwig (Rhythmus-Gitarre), sowie den in 2024 neu hinzugekommenen Andre Vlahov (Bass) und Daniel Fuhr (Schlagzeug). Die Band verbindet Elemente aus Alternative Rock und modernem Metal. Ihre Musik zeichnet sich durch kraftvolle Gitarrenriffs, energiegeladene Drums und eine markante weibliche Stimme aus.

Mit „Break my Back“ von ihrer brandneuen EP „Make you Mine“ eröffneten sie um 20 Uhr lautstark den Abend. Im Publikum waren zahlreiche Pentastone T-Shirts zu sehen, und insbesondere in den ersten beiden Reihen zeigten sich viele Besucher textsicher. Weiter ging es mit älterem Material in Form von „Stuck in the Sky“, „Get Better“ und „Keep Falling“ vom ersten Longplayer, ehe es mit „Unholy“ und „Not all Men“ wieder Songs von der neuen EP gab.

Pentastone Nachtleben Frankfurt 2025 credit: björn vollmuth
Pentastone Nachtleben Frankfurt 2025

Für „Unholy“ schnallte Lou sich ihre schneeweißen Flügel um und nahm als düsterer Engel mit weit gespreizten Armen auf einmal gefühlt den ganzen Raum ein. Sie überzeugte mit einer tollen Ausstrahlung und einer fesselnden Performance. Wenn man ihre zarte Sprechstimme hört, mag man kaum glauben, dass sie derart garstige Growls und Shouts von sich geben kann. Bei „Not all Men“ ging es um ein Thema, das Lou besonders am Herzen liegt. Das Lied wendet sich gegen sexuelle Belästigung und Diskriminierung, die Frauen auch und gerade im Musikbusiness erfahren.

Auf „As in Heaven“ und „He Said She Said“ folgten „Lost in Reality“ und „Haunt Me“. Zwischenzeitlich hatte sich das Nachtleben ordentlich aufgeheizt und der Schweiß floss in Strömen. Es wurde längst gehopst, geheadbangt und im Moshpit getobt. Mit „How it Feels“ und „Hurricane“ gab es noch zwei Songs vom Debütalbum, ehe die Band mit „Pink Pullover“ und „Supposedly“ von der neuen EP den Sack zumachte.

Bird’s View ohne Atempause

Gegen 21:15 Uhr wurde es dunkel und es ertönte das Hillbilly Intro von Bird’s View. Als das Licht auf der Bühne wieder anging, standen die Musiker auch schon da und begannen ohne großes Vorgeplänkel mit dem bisher unveröffentlichten Song „Above Chaos“ vom gleichnamigen dritten Album, das am 8. Mai 2026 erscheinen wird.

Gegründet wurde die Formation aus dem hessischen Rodgau im Jahr 2016 von Niko Huber (Gesang, Gitarre) und Alex Köper (Gitarre). Im Jahr 2019 kam Bassist Max Westenburger dazu. Drummer Tobi Wehner schloss sich der Truppe Mitte 2025 an. Musikalisch bewegen sich Bird’s View im Spannungsfeld zwischen Alternative Rock und Stoner Rock, mit Elementen aus Grunge und Punk. Zu ihren Einflüssen zählen Bands wie Foo Fighters, Queens of the Stone Age, Turnstile und Idles.

Ihr Stil wird von Kritikern als energiegeladen, roh, aber doch ausgefeilt beschrieben. Schon früh machten sie auf sich aufmerksam: 2019 gewannen sie den Deutschen Rock & Pop Preis. Das Debütalbum: „Red Light Habits“ erschien 2023 und der Nachfolger „House Of Commando“ im Jahr 2024.

Bird’s View schreiben Songs über das eigene Leben, Identitätssuche, Druck von außen und die Widersprüche des Erwachsenwerdens. Die Sprache ist bewusst einfach und schnörkellos, manchmal fast konfrontativ. Die Texte wirken wie aus der Sicht einer Generation, die sich nicht vereinnahmen lassen will, aber gleichzeitig verletzlich bleibt.

Im Nachtleben zündeten Bird’s View ein Set, das keine Atempause zuließ. Circle Pits verdrängten die Last-Christmas-Lethargie und Fäuste in der Luft schlugen jeden Gedanken an „Stille Nacht“ erfolgreich in die Flucht. „Pin Drop“ und „Vienna“ hielten den Adrenalinpegel hoch und die Meute bei Laune.

Bird's View Nachtleben Frankfurt 2025 credit: Björn vollmuth
Bird’s View Nachtleben Frankfurt 2025

Niko präsentierte sich einmal mehr als charismatischer Frontmann, der die Truppe souverän durch das Set dirigierte und es nicht versäumte, das Publikum mit auf die wilde Fahrt zu nehmen. Während der Rest der Band im Interview einräumte, mitunter etwas zu verkopft zu sein, bringt der neue Drummer Tobi mit seiner ungestümen Art reichlich frischen Wind in den kreativen Prozess.

Er matchte perfekt die Energie von Niko und vermittelte den Eindruck, dass er sich nichts Besseres auf der Welt vorstellen konnte, als an diesem Abend für eine gute Stunde die Felle zu verdreschen. Man sah nur einen Wirbel aus Armen und Drumsticks, und dazwischen ein zu Grimassen verzerrtes Gesicht, über das der Schweiß rann.

Neben Songs von den ersten beiden Alben, darunter „Came Along“, „White Barriers“, „Lay Down“ und „Too Old“, gab es mit „Sabotage“ ein Cover und mit „Blinding Buzz“ und „Selling a Hand“ aktuelle Singles, sowie mit „Shadows“ einen weiteren unveröffentlichten Track vom kommenden dritten Album. Die Leidenschaft der Band übertrug sich auf das Publikum, und als ein junger Fan mit Slipknot T-Shirt das Crowdsurfing einläutete, gab es kein Halten mehr.

Nun wollten auch die reiferen Semester einmal das Gefühl genießen, auf Händen durch die Menge getragen zu werden. Und zu guter Letzt ließ es sich auch Niko nicht nehmen, rücklings über die Masse zu surfen und dabei weiter seine Gitarre zu malträtieren.

Bird’s View sind ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie junge Rock-Bands heute funktionieren können: geerdet, mit handwerklichem Können, starker Live-Kompetenz und dem Wunsch, nicht nur mitzumachen, sondern etwas Eigenes auf die Bühne zu bringen. Dass sie in nur wenigen Jahren schon zwei Alben veröffentlicht, Preise gewonnen und Supportshows für renommierte Acts wie Soulfly, Skid Row und H-Blockx gespielt haben, all das spricht dafür, dass von dieser Truppe noch viel zu erwarten ist. Mit dem dritten Longplayer im Gepäck wird die Band im Sommer 2026 auf Headliner-Tour durch Europa gehen.

Fazit

Wer glaubte, kurz vor Weihnachten wolle niemand mehr Rockmusik hören, war an diesem Abend schief gewickelt. Pentastone und Bird’s View bewiesen eindrucksvoll, dass ein ausverkaufter Club und laute Gitarren vielen Frankfurtern lieber sind als Budenzauber-Besinnlichkeit und Rentierromantik. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und ho, ho, ho, b*tches!

Bird’s View

Pentastone

björn

Björn Vollmuth

Björn ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Liebt Hard Rock & Metal und fängt die Emotion von Clubshows und Festivals von seiner Homebase Frankfurt bis bundesweit hautnah ein.

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