Offenbach, 13.02.2026: Draußen ein kalter Februarabend, drinnen eine bis auf den letzten Platz gefüllte Stadthalle. Schon lange vor Konzertbeginn sammelten sich die Fans vor den Türen, spürbar die Vorfreude auf einen Abend, der mehr sein sollte als nur ein weiteres Rockkonzert. Als sich schließlich die Lichter senkten, war klar: Biffy Clyro würden diesen Abend zu etwas Besonderem machen.
Vier Jahre ist die letzte Biffy-Clyro-Tour nun bereits her. Damals sah ich Biffy zum ersten Mal. Mich faszinierte schon damals die Mischung aus Stadionhymnen, musikalischem Anspruch sowie ungebändigter Energie und Präsenz auf der Bühne. Auch vier Jahre später ist alles geblieben, was mich damals so mitgerissen hat.
Um 18 Uhr öffneten sich die Pforten der Stadthalle Offenbach. Eine Halle mit urigem Charakter, trockenem Sound und heimeliger Atmosphäre, was sehr zum Gelingen des Abends beitrug.

Als Support an diesem Abend betrat um 19:50 Uhr Bartees Strange die Bühne. Ein Solokünstler, der mit kratziger, bluesiger Stimme einen wundervollen Abend einleitete. „I’ve never been to Frankfurt“, begrüßte er die Offenbacher Zuschauer. Ein Raunen ging durch die Menge. „Offenbach!“- Rufe hallten durch die Halle. Der Künstler überspielte seine schwierige Ansage charmant. Solokünstler haben es als Support meist schwer: Das Publikum unterhielt sich nebenher, man trank gemütlich sein Bier. Von Aufmerksamkeit war leider nicht viel zu spüren, und der Applaus fiel eher verhalten aus. Trotzdem merkte man, wie der Sänger in seiner Musik aufging.
Biffy Clyro übernahmen die Stadthalle
Während der Umbaupause begannen immer wildere Beats durch die Halle zu wabern, auf die man im Fotograben und im Publikum mit verstörten Gesichtsausdrücken reagierte. Dann endlich, um 20:50 Uhr, betraten Biffy Clyro die Bühne. Mit dem Opener „A Little Love“ hatten die Briten das Offenbacher Publikum schnell mitgerissen. Sänger Simon Neil stand anfangs im Hintergrund und überließ den beiden Violinistinnen den großen Auftritt. Diese traten im Laufe des Konzerts immer wieder auf und bereicherten den ohnehin perfekten Sound der Band. Mit „Hunting Season“ folgte direkt der zweite Song der aktuellen LP.
Wie anfangs erwähnt, war der Sound der Halle – vor allem verglichen mit größeren Hallen – sehr trocken, aber auch differenziert und druckvoll. Für meine Ohren war er perfekt.

Es folgte ein Abend, gespickt mit Klassikern und Highlights der Band. Natürlich standen auch Songs der aktuellen Scheibe „Futique“ im Fokus – alles, wofür die Fans Biffy Clyro lieben: harte Riffs, gefühlvolle Balladen und Refrains, die darum betteln, mitgesungen zu werden. Die Band, angeführt von Frontmann Simon Neil, zeigte sich in bester Verfassung, sowohl in Sachen Bühnenpräsenz als auch musikalisch: ein perfekter Abend.
Zwischen Songs von „Futique“ ging es kreuz und quer durch alle Alben – von „Space“ über „Wolves of Winter“ bis hin zu „Black Chandelier“.
Die Zugaben „Bubbles“ und „Many of Horror“ schlossen einen klanggewaltigen Abend ab. 100 Minuten feinste Rockmusik. Eben: BIFFY FUCKIN CLYRO!
Biffy Clyro
Bartees Strang
Benjamin Uhle
Benjamin ist Konzertfotograf und Redakteur beim Paranoyd Magazin aus Stuttgart. Er hält die Live-Atmosphäre in Bildern und Texten fest – authentisch, unabhängig und kritisch. Benjamin legt Wert auf eine unvoreingenommene Berichterstattung und fängt die Energie von Konzerten und Festivals mit einem ehrlichen Blick für den Moment ein.


























