BETTEROV: Emotionale Power und kluge Texte im Wizemann

BETTEROV: Emotionale Power und kluge Texte im Wizemann

Stuttgart am 09.03.2026: In typisch fleißig-schwäbischer Manier hetzte ich nach der Arbeit gut gelaunt Richtung Wizemann, um BETTEROV live zu erleben. Vor der Halle hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet. Beim Ankommen fiel sofort auf: überall freundliche Gesichter, Vorfreude und eine entspannte Stimmung. Das Publikum war bunt gemischt – von Studierenden bis zu älteren Indie-Fans war alles vertreten. Alle warteten geduldig auf einen Abend voller Musik und die ganz besondere Energie, die nur dieser Künstler versprüht.

Akryl – ruhiger Auftakt mit großer Stimme

Den Start in den Abend machte Akryl. Die stimmgewaltige Frontsängerin eröffnete das Konzert mit deutscher Popmusik, die sofort Aufmerksamkeit auf sich zog. Zu Beginn war die Halle im Wizemann noch nicht ganz gefüllt, doch das änderte sich bereits während des ersten Songs. Nach und nach strömten immer mehr Besucher hinein, bis der Raum schließlich gut gefüllt war.

Das Publikum lauschte aufmerksam, während sich eine ruhige und besonnene Performance durch das etwa 30-minütige Set zog. Oft braucht es eben nicht viel: Eine starke Stimme, ehrliche Songs und eine Rhythmusgitarre reichen aus, um eine Atmosphäre zu schaffen, die hängen bleibt. Ein stimmiger Auftakt, der definitiv Lust auf mehr machte.

Betterov – große Wirkung mit minimalistischem Bühnenbild

Nach einer kurzen Umbaupause wurde der Bühnenaufbau enthüllt, der zuvor von Tüchern verdeckt war. Und auch hier zeigte sich schnell: In der modernen Liveproduktion gilt manchmal tatsächlich „weniger ist mehr“. Keine riesigen LED-Wände, keine überladenen Effekte – lediglich sechs leuchtende Rechtecke im Hintergrund, die die Bühne in Licht tauchten und die Musik begleiteten.

Im Mittelpunkt standen ganz klar die Songs. Klug geschriebene deutsche Texte trafen auf ein Publikum, das aufmerksam zuhörte und gleichzeitig tanzte. Teilweise war es so ruhig im Raum, dass man sprichwörtlich eine Stecknadel hätte fallen hören können. Spätestens beim Song „Schlaf gut“ hatte die Band die Menge endgültig im Griff. Der Refrain wurde lautstark gemeinsam gesungen, und für einen Moment fühlte sich das Wizemann wie ein einziger großer Chor an.

Betterov schaffte an diesem Abend einen gelungenen Mix aus ruhigen Balladen am Klavier, die zum aufmerksamen Zuhören einluden, und schnelleren Rocknummern, bei denen das Publikum sofort in Bewegung kam. In der zweiten Hälfte des Sets wurde die Stimmung dann deutlich rockiger und partyhafter: Die Songs bekamen mehr Tempo, es wurde getanzt, mitgesungen und die zuvor eher konzentrierte Atmosphäre verwandelte sich zunehmend in ausgelassene Konzertstimmung.

Zwischen den Songs erzählte der Frontmann immer wieder persönliche Geschichten, die den Abend nahbar und authentisch machten. Was besonders hängen blieb: Betterov funktioniert live wie ein Gesamtkunstwerk. Performance, Bühnenbild und Gesang wirkten wie aus einem Guss und schufen eine Atmosphäre, die gleichermaßen intim wie kraftvoll war.

Am Ende verließ ich das Wizemann mit einem wohlig warmen Gefühl im Bauch – und einem breiten Grinsen im Gesicht.

Akryl

Philipp Schadegg

Philipp Schadegg

Philipp Fotograf und Redakteur aus Fellbach. Für das Paranoyd Magazin begleitet er Konzerte und Festivals – authentisch, nah dran und unabhängig. Mit seinem erfahrenen Blick für die Live-Atmosphäre und unabhängigem Journalismus.

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