Köln, 20.02.2026 – Das gestrige Konzert von Airbourne im Palladium stand ganz im Zeichen klassischer Hardrock-Tradition. Airbourne,wie ihre großen Vorbilder AC/DC aus Australien stammend, knüpften mit druckvollen Riffs und klarer Attitüde an genau diesen Sound an. Bereits zuvor setzten die britischen Support-Acts Asomvel und Avalanche (ebenfalls aus Australien) kraftvolle Akzente. Vom Vorschulkind bis zum Rentner-Ehepaar versammelte sich ein generationenübergreifendes Publikum und erlebte gemeinsam eine mitreißende Rocksause im Ausverkaufen Kölner Palladium.
Gegründet im australischen Warrnambool, stehen Airbourne seit Anfang der 2000er-Jahre für geradlinigen, handgemachten Rock. Mit ihrem Debüt „Runnin’ Wild“ machten sie früh deutlich, wohin die Reise geht: klare Riffs, eingängige Refrains und ein kompromissloser Live-Sound. Die Band knüpft hörbar an die Tradition des australischen Hard Rock an, hat sich aber mit ihrer konsequenten Bühnenpräsenz und der direkten Ansprache des Publikums ein eigenes Profil erarbeitet. Was Airbourne ausmacht, ist weniger Effekthascherei als vielmehr rohe Energie, Spielfreude und die spürbare Überzeugung, dass Rock ’n’ Roll vor allem eines sein muss – ehrlich.
AVALANCHE setzen erstes Ausrufezeichen!
Den Auftakt des Abends gestalteten Avalanche pünktlich um 19:30 Uhr. Die australische Formation lieferte einen druckvollen Einstieg und gewann das Publikum schnell für sich. Ihre Songs waren kompakt, riffbetont und mit viel Tempo gespielt – eine passende Einstimmung auf den Hauptact des Abends. Ohne lange Ansagen konzentrierte sich die Band auf das Wesentliche und sorgte früh für Bewegung in der Menge. Es war ein Einstieg nach Maß in den Konzertabend und die Spielfreude und Leidenschaft auf der Bühne übergoss sich auf das Publikum, welches den Auftakt gut mitging.
Motörhead lebt! Zumindest in ASOMVEL
Im Anschluss, nach einer halbstündigen Umbaupause, übernahmen Asomvel die Bühne. Die britische Band brachte eine deutlich rauere, vom klassischen Heavy Metal geprägte Note ins Spiel. Mit markantem Bass, kernigem Gesang und spürbarer Bühnenroutine hielten sie das Energielevel hoch und bereiteten dem Hauptact einen bestens aufgeheizten Saal. Wer schon etwas länger im internationalen Rock- und Metalzirkus involviert ist, dem wird aufgefallen sein, dass der Sänger & Bassist von Asomvel, Ralph Robinson, eine sehr markante Ähnlichkeit zu der 70er Jahre Version der verstorbenen Motörhead-Frontsau Lemmy Kilmister hat. Und auch in Sachen Musik ist die Ähnlichkeit zu den großen Vorbildern verblüffend.

AIRBOURNE – Das Vollgaskommando mit Bierduschengarantie!
Als Airbourne schließlich loslegten, wurde schnell klar, warum das Konzert so lange im Voraus ausverkauft war. Vom ersten Song an herrschte eine enge Verbindung zwischen Band und Publikum. Es wurde mitgesungen, geklatscht und immer wieder die Fäuste in die Luft gereckt. Die Temperaturen stiegen spürbar, die Luft wurde zunehmend stickig – ein Zeichen dafür, wie sehr sich alle Beteiligten auf diesen Abend einließen. Die Band um den charismatischen Joel O‘Keeffe, der eindeutig Rock ‚n‘ Roll mit der Muttermilch aufgenommen hat, ging gleich mit der letzten Single „Gutsy“ in die Vollen und die Fans rasteten völlig aus. Airbourne haben die Rock-Show zwar nicht neu erfunden, aber sie sind zumindest eins – AUTHENTISCH!
Weiter ging es mit den Gassenhauern „Fat City“ & „Cradle to the Grave“ und die Show kannte keine Pause. Im weiteren Verlauf der Show gab es viele schon oft gehörte Klassiker wie „Raise the Flag“ oder „Diamond in the Rough“.
Als besonderes Highlight muss die Bierdusche von Joel O‘Keeffe erwähnt werden. Beim Song „Ready to Rock“ wurde der Frontman auf den Schultern eines Crewmembers inklusive Gitarre und Bierdose in den Innenraum getragen. Die Bierdose zerschellte kurze Zeit später auf dem Kopf des Sängers und für die umstehenden Fans gab es die Dusche der besonderen Art. Es war Rock ’n‘ Roll pur, was wir hier zu sehen bekamen.
Airbourne gaben bei dem mit 75 Minuten doch recht knapp bemessenen Auftritt absolut alles. Und genau das ist es, was die Fans dieser Band so schätzen. Es war kein über inszeniertes Spektakel, sondern ein geradliniger, leidenschaftlicher Rockabend, bei dem Band und Fans gleichermaßen alles gaben und auf ihre Kosten kamen. Zum Ende des Sets gab es mit „Running Wild“, die erste Single der Band aus dem Jahre 2006 zu hören, welches bis heute auch der wohl bekannteste Song von Airbourne ist.
Setlist – Airbourne – Köln Palladium – 20.02.2026
- Gutsy
- Fat City
- Cradle to the Grave
- Hungry
- Back in the Game
- Raise the Flag
- Cheap Wine & Cheaper Women
- Alive After Death
- Diamond in the Rough
- Too Much, Too Young, Too Fast
- Breakin‘ Outta Hell
- Live It Up
- Zugabe:
- Ready to Rock
- Runnin‘ Wild
Airbourne
Avalanche
Asomvel
Tilo Sief
Tilo ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Dokumentiert Konzerte & Festivals in NRW, BeNeLux & Ruhrgebiet mit Leidenschaft & Präzision. Er bringt eine Menge Erfahrung mit und kennt sich bestens in der Szene aus.














































