Lansdowne im Interview: Ausverkaufte Tour & der Erfolg von „Wish You Well“

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Lansdowne geben im Moment so richtig Vollgas! Nach über zwei Jahrzehnten Bandgeschichte war ihre bis Anfang Mai laufende Tour komplett ausverkauft, und die Begeisterung der Fans scheint keine Grenzen zu kennen. Mit ihrem aktuellen Werk „Wish You Well“ im Gepäck zeigte die Truppe, dass sie heute gefestigter und authentischer klingt als je zuvor.

Mit dem Interview wird schnell klar, dass der Erfolg für die Jungs kein Zufall ist. Sie haben eine ganz besondere Verbindung zu ihrem Publikum aufgebaut, die besonders in Europa und ganz speziell in Deutschland für Gänsehautmomente sorgt. Von ausverkauften Clubs bis hin zu emotionalen Mitsing-Chören – die Energie zwischen der Bühne und den Fans ist greifbarer denn je.

Doch nicht nur live hat sich einiges getan. Jon gewährt uns spannende Einblicke in ihre Entwicklung hinter den Kulissen und erklärt, wie sich ihre Arbeitsweise im Studio über die Jahre verändert hat. Ob es um das Songwriting oder die Produktion geht: Lansdowne setzen heute auf enge Zusammenarbeit und einen ganz eigenen Sound, der ihre Identität perfekt widerspiegelt.


Eure aktuelle Tour ist komplett ausverkauft – wie fühlt sich das nach über 20 Jahren Bandgeschichte an? Und merkt ihr einen Unterschied zum Publikum früher?

Jon: Im Moment geschieht etwas Magisches, und das verdanken wir einzig und allein unseren unglaublichen Fans. Wir haben so viele Menschen getroffen, die uns schon seit über einem Jahrzehnt hören und darauf gewartet haben, dass wir in ihre Städte kommen. Wir sind so dankbar für ihre Geduld und ihre Energie.

Der größte Unterschied ist, dass immer mehr Fans unser gesamtes Repertoire kennen und meine Texte mitsingen. Sie sind voll und ganz dabei, jubeln und schreien, sobald das Intro eines Songs einsetzt, und das ist das befriedigendste Gefühl der Welt. 


Mit „Wish You Well“ habt ihr kein klassisches Jubiläumsalbum geschaffen, sondern ein Statement gesetzt. War euch die Richtung der Platte von Anfang an klar?

Jon: Normalerweise wissen wir erst, worüber wir schreiben werden, wenn wir mitten im Schaffensprozess stecken, und die Songs entwickeln dann ein Eigenleben und eine eigene Stimme. Ich würde gerne behaupten, wir hätten einen Masterplan gehabt, um ein monumentales Konzeptalbum abzuliefern, aber das entspricht einfach nicht der Wahrheit, und es wäre auch nicht typisch für Lansdowne gewesen, so vorzugehen.

Die Songs sind zutiefst authentisch, basieren auf meinen Lebenserfahrungen, und erst als wir die endgültige Auswahl getroffen hatten, wurde uns klar, dass sich Themen wie Akzeptanz, Vergebung und Reflexion durch die gesamte Geschichte ziehen. Ich habe seit „Blue Collar Revolver“ eine enorme Entwicklung durchgemacht, und ich bin so dankbar, dass wir ein Publikum haben, das in all das eintauchen kann, was ich erlebt und gelernt habe.

Berücksichtigt ihr beim Schreiben schon, wie ein Track live funktionieren wird?

Jon: Es gab viele Momente, in denen wir dachten: „Hey, wenn wir das hier machen würden, könnten wir das Publikum mitreißen.“ Es geht immer um die Fans und darum, wie sich die Songs in unserer Live-Show entfalten. Jeder, der uns schon einmal live gesehen hat, weiß, wie wichtig es uns ist, unserem Publikum alles zu geben, was wir haben – und dazu gehört auch, dass die Musik auf der Bühne richtig zur Geltung kommt.

Nach über 20 Jahren ist eure musikalische Identität sehr klar. Gibt es Dinge, die ihr heute im Studio anders macht als früher?

Jon: Beim Abmischen unserer Songs arbeiten wir mittlerweile viel enger zusammen. Klangfarben, Arrangements, Frequenzen. Als wir „Blue Collar Revolver“ aufnahmen, beschränkte sich unser Beitrag weitgehend auf das Schreiben und Aufnehmen. Da Shaun nun unsere gesamte Musik produziert, sind wir viel enger in den gesamten Prozess eingebunden, und ich glaube, dass wir dadurch den Sound, den wir vermitteln wollen, ganz bewusst gestalten können.

Wie würdest du eure Entwicklung in Europa beschreiben – gab es einen bestimmten Moment, in dem du merktest: „Okay, hier passiert gerade wirklich was“?

Das erste Konzert der Tour, ausverkauft, jeder Fan singt jeden einzelnen Text mit. Da wusste ich, dass wir unseren Teil der Abmachung erfüllt und uns den Respekt unserer europäischen Fans verdient hatten. Wir haben diese Märkte zu unserer Heimat gemacht und fühlen uns den Menschen hier so verbunden. Vor allem in Deutschland. Die deutschen Fans sind mit ihrer Leidenschaft für Musik einfach total aus dem Häuschen, und sobald ich aus dem Flugzeug steige, fühle ich mich wie zu Hause.

Welche Länder oder Städte haben euch in Bezug auf die Fanbase und die Reaktionen bisher am meisten überrascht?

Deutschland überrascht uns immer wieder, weil es dort ständig weiterwächst. Wir schätzen uns glücklich, in einem Land mit so vielen verschiedenen, tollen Märkten willkommen zu sein. „Burn It Down“ läuft seit 33 Wochen im Radio, und ich fühle mich von den deutschen Fans einfach komplett adoptiert.

Frankreich war wild. Wir mussten unsere letzte Show dort wegen Krankheit absagen und waren uns nicht sicher, wie es diesmal laufen würde. Die Show war ausverkauft, die Fans waren voller Energie und wir haben uns wirklich geliebt gefühlt.

Gestern Abend haben wir in Wolverhampton (UK) gespielt, ebenfalls ausverkauft, und das Publikum ist völlig ausgerastet.

Ich kann es einfach nicht fassen, dass wir das beruflich machen dürfen und die Energie und Leidenschaft erleben, die diese Fans mitbringen. Wir werden weiter hart arbeiten, um die Aufmerksamkeit und Unterstützung unserer Fans zu verdienen.

Ihr kommt im Juni zurück nach Europa: Können sich die Fans auf Änderungen in der Setlist freuen – oder vielleicht sogar auf neue Live-Überraschungen?

Ich schätze, ihr müsst wohl vorbeikommen, um das herauszufinden…

Thanks for your time, Jon.

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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