Fast 20 Jahre lang ist Hannes Braun die Stimme und das Gesicht von Kissin’ Dynamite. Nun steht eine Veränderung an, die für ihn, seine Bandkollegen und natürlich auch für die Fans einiges bedeutet. Mit dem neuen, selbstbetitelten Album „Kissin’ Dynamite“, das am 18. September erscheint, verabschiedet sich Hannes als Sänger von der Bühne – der Band selbst bleibt er jedoch weiterhin erhalten.
Wir haben mit Hannes ausführlich über die vergangenen zwei Jahrzehnte gesprochen, über Freundschaft, gemeinsame Anfänge und darüber, wie es sich anfühlt, nach all den Jahren ein letztes Album als Frontmann aufzunehmen. Dabei ging es auch um die neu eingespielten Songs aus den Anfangstagen, seine Arbeit als Songwriter und Produzent, die bevorstehenden Abschiedsshows und natürlich um die Frage, wie es bei Kissin’ Dynamite am Mikrofon weitergehen könnte.
Ein Gespräch über einen Abschied, der eigentlich keiner ist, jede Menge Erinnerungen und eine Zukunft, bei der noch längst nicht alle Fragen beantwortet sind.
Hannes, schön, dass du heute bei uns bist! Fast 20 Jahre Kissin’ Dynamite liegen hinter dir, und trotzdem ist gerade ziemlich viel Bewegung drin. Mit „Kissin’ Dynamite“ steht dein letztes Album als Sänger der Band an, gleichzeitig geht es für dich als Songwriter und Produzent weiter. Dazu kommen die Abschiedsshows und natürlich die Frage, wie es mit Kissin’ Dynamite am Mikrofon weitergeht.
Wenn du auf die letzten fast 20 Jahre zurückblickst: Was hat diese Band aus Hannes Braun gemacht?
Hannes Braun: Nicht weniger als den Menschen, der ich heute bin. Kissin’ Dynamite hat meine Persönlichkeit geprägt. Es hat meinen Blick auf die Musikindustrie geprägt und auch meinen Blick auf die Menschen. Ich habe wahre Freundschaften kennengelernt, die natürlich auch über meinen „Ausstieg“ bei Kissin’ Dynamite hinausreichen und weiterhin Bestand haben werden.
Ich bin im Endeffekt mit meinen Jungs erwachsen geworden. Du musst dir vorstellen: Den Kern der Band, also Ande, Steffen und mich, gibt es schon länger als 2007, was unser Gründungsjahr ist. Ganz eindeutig ist das allerdings nicht, weil wir die ersten Demos bereits Ende 2006 als Kissin’ Dynamite gemacht haben.
Aber wir drei machen schon seit 2002 gemeinsam Musik. Da waren wir elf, zwölf Jahre alt und wirklich noch Kinder, wenn überhaupt gerade so Teenager. Da geht es natürlich um ganz andere Dinge. Ich weiß nicht, ob du Kinder hast, aber vergleich dich mal mit Mitte 30 mit einem Zwölfjährigen. Da hat man ganz andere Interessen.
Dass wir diese Zeit zusammen erlebt haben, hat uns, glaube ich, gegenseitig sehr beeinflusst, hauptsächlich zum Positiven. Wir haben eine echte Kameradschaft und wahrhaftige Loyalität entwickelt. Man hilft sich gegenseitig. Und wir waren eben nie eine Band, die alle zwei Jahre ihre Mitglieder austauscht, weil jemand nur eine bestimmte Funktion zu erfüllen hat. Wir sind echte Freunde.
Das ist eigentlich das Schönste, was ich aus 20 Jahren Kissin’ Dynamite mitnehme. Aber natürlich auch das Verständnis: Wir leben unseren Traum, wir arbeiten für unseren Traum und noch besser, das funktioniert auch noch.
Mit 14 oder 15, als wir unser Debüt gemacht haben, hatte man natürlich große Träume. Man denkt: „Irgendwann spiele ich in einer Arena.“ Aber du hast keinen Plan, wie das funktionieren soll. Du hast einfach nur dieses Glitzern im Kopf, aber weißt gar nicht, was du da eigentlich machst. Und man weiß auch ehrlicherweise nicht, selbst wenn du dir als Teenager schwörst: „Wir machen das für immer“, wie lange so etwas überhaupt Bestand hat. Wie lange jagt manndiesem Traum hinterher?
Das ist auch etwas sehr Schönes, was ich mitnehme. Und ich glaube, das kann man verallgemeinern: Wenn man hart und wirklich beständig für eine Sache kämpft, kommt fast automatisch etwas dabei heraus. Ob du das jetzt Erfolg nennen möchtest oder ob einfach der Plan aufgeht.
Das ist eine Lebenslektion, die ich mit Kissin’ Dynamite gelernt und gelebt habe. Und das kann mir natürlich auch keiner nehmen.

Ihr veröffentlicht am 18. September mit „Kissin’ Dynamite“ ein neues Album und gleichzeitig auch dein letztes als Sänger der Band. Wie war die Stimmung bei den Aufnahmen, gerade mit dem Wissen, dass dieses Kapitel als Frontmann langsam zu Ende geht?
Hannes Braun: Die Stimmung war und ist emotional. Das Album kam für unsere Fans relativ spontan. Das war es für uns selbst tatsächlich auch, weil wir es ursprünglich nicht geplant hatten.
Wir sind mit der Nachricht, dass ich den Sängerposten aufgeben werde, letzten Herbst an die Öffentlichkeit gegangen. Die Jungs wussten es bereits ein halbes Jahr früher. Dementsprechend war da eine respektvolle und natürlich auch gefasste Stimmung. Aber dass das solche Wellen schlagen würde, damit war dann doch keiner vorbereitet. Wir haben schon mit einem gewissen Impact gerechnet, so ist das nicht.
Wir wurden tatsächlich von Nachrichten der Fans geflutet. Häufig waren es traurige bis enttäuschte Nachrichten, wenn auch mit viel Respekt. Und sehr, sehr häufig kam sinngemäß der Wunsch: „Aber Hannes, wenn du gehst, dann ring dich doch durch, noch mal eine Platte zu machen. Wir Fans brauchen das so.“ Wir haben die Nachrichten nicht gezählt. Das waren etliche Hundert, vielleicht sogar vierstellige Mengen an Nachrichten, Mails und Kommentaren.
Der Wunsch war so stark, dass wir uns irgendwann zum ersten Mal darüber unterhalten haben. Es war ja schon Herbst. Einige Zeit verging noch, bis wir wirklich darüber gesprochen haben und uns von dieser Idee schlicht und ergreifend mitreißen und begeistern ließen. Das kam dann auch für uns relativ spontan, weil man ein Album normalerweise schon lange im Voraus plant, teilweise Jahre vorher, gerade was die Songs betrifft.
Und das ist natürlich für mich als denjenigen, der am Ende des Tages ausscheiden wird, der Abschied. Ich hatte natürlich was zu sagen und habe das dann mit den Songs getan. Wenn du das fühlst und einfach nur noch in Musik und Text ausdrücken musst, geht das natürlich ziemlich leicht von der Hand. Das war ein sehr schönes Gefühl. Es gab natürlich auch sehr emotional geladene Momente.
„Good and Goodbye“ ist der letzte Song auf der Platte und für mich eine wirklich wunderschöne Ballade. Beim Einsingen hatte ich auch mal Tränen in den Augen, weil du natürlich die Zeilen reflektierst, die du genauso gemeint hast, wie sie dort geschrieben stehen. Dann kommt dir alles wieder in den Sinn: diese Freundschaft, diese 20 Jahre, die natürlich nicht enden. Aber das erzeugt schon ein nostalgisches, schwermütiges Gefühl. Und ich behaupte, dass die Fans auch hören werden, wie emotional diese Platte aufgeladen ist.
Trotzdem herrscht bei uns natürlich keine Weltuntergangsstimmung. Wir beschreiben es selbst immer so: Es ist das Ende einer Ära, aber gleichzeitig natürlich auch der Anfang einer neuen Ära. Was auch immer für uns kommen mag. Wir werden unser Bestes geben.
Das ist ein wichtiges Stichwort. Ich glaube, viele Leute haben bei eurem Statement vielleicht nur gelesen: „Der Sänger verlässt die Band.“
Hannes Braun: Ja. Ich habe mir bei dem Statement wirklich Mühe gegeben. Ich habe es lange geschrieben und gedacht, dass danach keine Fragen mehr offenbleiben. Aber wie es halt häufig im Internet ist, liest man wahrscheinlich die erste Seite und geht raus mit: „Ja, der Sänger verlässt die Band. Was ist da passiert?“
Ich bleibe vollwertiges Mitglied bei Kissin’ Dynamite.
Natürlich ist das für die Fans ein großer Unterschied, weil sie nur den Moment des Konzerts kennen und nicht all das Drumherum. Aber dieses ganze Drumherum werde ich weiterhin federführend mit den Jungs gestalten und mich auch gemeinsam mit ihnen um eine Nachfolge kümmern. Da wird genauso viel Hannes drinstecken wie in der Vergangenheit auch.
„Ein Full Circle“: Hannes Braun gibt alten Songs eine neue Stimme
Ihr habt für das Album auch ältere Songs noch einmal frisch eingespielt. Wie war das für dich, quasi mit deiner inzwischen gereiften Stimme? Das muss sicherlich noch einmal etwas anderes gewesen sein.
Hannes Braun: Ja, nicht weniger als eine Herzensangelegenheit.
Du hast gerade das Hauptargument angesprochen. Gerade auf der allerersten Platte, „Steel of Swabia“, waren wirklich tolle Songs dabei, die auch heutzutage noch auf einer modernen Platte hätten stattfinden können. Beim zweiten Album haben wir sehr viel in Richtung Metal experimentiert, wo wir uns heute nicht mehr sehen. Deshalb ist davon auch nur „Love Me, Hate Me“ auf den neu aufgenommenen Songs vertreten. Aber gerade auf der ersten Platte gibt es tolle Lieder, die wir heute auch noch geschrieben hätten. Textlich vielleicht nicht unbedingt, weil man im Leben natürlich andere Prioritäten hat, aber musikalisch auf jeden Fall.
Wir konnten uns die Songs trotzdem selbst nicht mehr anhören. Ich kann da für mich ganz alleine sprechen: Ich mag mich selbst nicht hören, wie ich in dieser Tonlage singe. Bei manchen Songs war ich wirklich noch vor dem Stimmbruch, weil ich sie mit 14 eingesungen habe. Einen Großteil der Platte habe ich damals aufgenommen. Bei einem kleineren Teil der Debütplatte war ich mitten im Stimmbruch.
Natürlich hatte das alles auch seinen Charme. Sonst hätte es vermutlich auch nicht dazu geführt, dass die Leute uns gut fanden oder angefangen haben, uns gut zu finden. Aber wir haben das hauptsächlich für uns gemacht. Es war schon seit Jahren ein Wunsch von uns. Angefangen hat es als Schnapsidee nach dem Motto: „Eigentlich sind das voll die geilen Lieder, wir müssen die mal neu aufnehmen.“ Daraus wurde mit der Zeit ein immer konkreterer Plan, und jetzt wollten wir es wirklich durchziehen.
Und jetzt kommt natürlich der große Punkt: Jetzt oder nie.
Gerade mit dieser gesanglichen Veränderung, die es nach diesem Album geben wird, ist es meine letzte Chance, diese Perlen der Anfangszeit noch einmal mit der gereiften Erwachsenenstimme zu präsentieren, die unsere Fans schlussendlich auch lieben gelernt haben. Und zwar in dem Bandsound, wie wir ihn schließlich gefunden haben. Dementsprechend ist das, wie ich immer so gerne sage, ein Full Circle.
Die Platte heißt auch nicht ohne Grund „Kissin’ Dynamite“. Für uns fühlt sich das so an: Das ist eine Ära, und die wollen wir von Stunde null bis in die jetzige Zeit noch einmal erzählen. Da hätte es für uns keinen Sinn gemacht, eine klassische „Best of“-Platte zu machen und auch „Not the End of the Road“ oder „Six Feet Under“, also die größeren Erfolge, neu aufzunehmen, bei denen ich bereits eine reifere Stimme hatte.
Das hätte genau die Magie genommen, die wir haben wollten. Aber diese Early Days, die ganz frühen Werke, wollten wir noch einmal für uns mit einem Mehrwert neu aufnehmen. Und ich behaupte, das werden die Fans auch feiern.
Zwischen Metal und Volksmusik: Hannes Braun kennt keine musikalischen Grenzen
Wenn ich an dein anderes Projekt Dämmerland denke, ist mir erst im Laufe der Zeit bewusst geworden, wie umfangreich deine Rolle dort tatsächlich ist. Bei Kissin’ Dynamite weiß man, dass du auch abseits der Bühne viel im Hintergrund machst. Bei Dämmerland bist du aber nicht nur als Sänger aktiv, sondern auch maßgeblich an der Entstehung und Entwicklung des Projektes beteiligt. Welche Aufgaben übernimmst du dort genau?
Hannes Braun: Ja, nicht nur das. Es gibt nur zwei Macher hinter Dämmerland: Malte und mich. Wir haben dieses Projekt quasi erfunden und aus der Taufe gehoben. Ich schreibe Songs, produziere und entwickle gemeinsam mit Malte alles rund um Dämmerland.
Aber ich mache noch ganz viel mehr. Ich glaube, es sind mittlerweile zwölf Jahre, in denen ich als Profi Songwriter und Produzent unterwegs bin. Und da habe ich wirklich alles gemacht, von Volksmusik, Hansi Hinterseer, bis hin zu Metal und gelegentlich auch mal etwas Pop. Folk, viel Folk. Seit Santiano und dieser Musikrichtung kommen auch sehr viele Folkbands auf mich zu.
Fäaschtbänkler ist zum Beispiel eine sehr große Band, die ich produziere und mit deren Jungs ich seit vielen Alben Songs schreibe. Und ich mag das sehr gerne, weil das natürlich auch das ist, was ich am allerliebsten tue: Musik erschaffen.
Ich bin ein Artist, ich bin ein Künstler am Ende des Tages, und nichts liegt mir so sehr am Herzen wie Kunst zu erschaffen. Da kann es für mich gar nicht verschieden genug sein. Wenn ich immer nur eine Stilrichtung machen würde, würde ich, glaube ich, abstumpfen. Das hält meinen kreativen Kopf frisch. Vom einen Extrem ins andere und alles dazwischen, das macht mir Spaß.
Es macht auch Spaß, sich in eine bestimmte Welt zu begeben. Weil du jetzt Dämmerland ansprichst: Viel mehr Welt geht eigentlich nicht, weil das wirklich eine ganz eigene Welt ist. Eine Zauberwelt am Ende des Tages. Das macht schon sehr viel Spaß.
Das ist schon sehr cool. Ich bin natürlich kein Songwriter und eher der typische, sagen wir, Hardrock-Musikhörer. Aber ich habe natürlich meine Facetten, bei denen ich sage: Bis dahin gehe ich noch, egal in welche Richtung, und dann ist das eher nicht mehr meins. Aber wenn man sich überlegt, dass da jemand ist, der Volksmusik, Pop, Hardrock und Metal schreiben kann, ist das für die meisten wahrscheinlich nicht so richtig vorstellbar.
Hannes Braun: Ja, ich mag handgemachte Musik.
Wahrscheinlich könnte ich mich auch irgendwie in Elektro reinfuchsen, aber da lasse ich die Finger von, weil mich das persönlich nicht packt. Da habe ich wenig Zugang dazu. Und übrigens ist Volksmusik da kein Unterschied, auch wenn sie bei manchen so verschrien ist, in Richtung Schlager etc.
Ein Hansi Hinterseer ist ein sehr, sehr cooler Typ. Der weiß ganz genau, was er machen will, und auch ganz genau, was er nicht machen will. Was mir vor allem imponiert, ist, wenn jemand mit Leidenschaft das macht, was er tut. Wenn er über seine Berge singen möchte, dann schreibt man eben über seine Berge. Da steckt für mich sehr viel Handmade-Charakter drin. Und das gefällt mir einfach. Das ist bei Rockmusik genauso wie bei Folkmusik und natürlich auch bei Pop.
Ich fasse es immer so zusammen: Musik ist gut, wenn sie gut gemacht ist und mit wahrhaftiger Seele daherkommt. Das ist mein persönlicher Anspruch. Ich kann mir das alles sparen, wenn ich nicht selbst Freude daran habe und nicht selbst ein Leuchten in den Augen habe, wenn ich das höre, was ich gerade erschaffen habe. Wenn das nicht der Fall ist, werfe ich es weg.
Alles basiert auf einem einfachen Prinzip: Ich habe einen Kompass, der in mir fest verbaut ist. Dagegen kann ich mich nicht wehren. Wenn der auf Norden zeigt, also auf die Richtung, in die ich gehen möchte, kann ich fast davon ausgehen, dass es anderen Leuten genauso geht. Wenn mein eigener Kompass aber schon in eine falsche Richtung zeigt und ich selbst eigentlich nichts damit anfangen kann, dann kann ich fast als Schlussfolgerung davon ausgehen: Warum sollte es dann andere Leute packen?
Ich bin doch auch nur ein Mensch wie alle anderen. Entweder es packt mich oder es packt mich nicht. Und dementsprechend glaube ich, dass jede Musikrichtung genauso funktioniert. Jede Musikrichtung hat ihren Wert, ihre Bedeutung und ihre Fans.

Ihr habt in eurer bisherigen Karriere unglaublich viele Konzerte gespielt. Ich habe einmal die Zahl von über 1.000 Shows gelesen. Ist diese Zahl tatsächlich realistisch?
Hannes Braun: Wir haben sie nicht gezählt, aber es müssen auf jeden Fall deutlich mehr als 1.000 sein, so roundabout.
Jetzt kommen mit Neu-Ulm, Hamburg und Köln, sozusagen die letzten Shows dieser alten Kissin’ Dynamite Ära. Du hast vorhin schon etwas etwas dazu erzählt, aber wie gehst du speziell damit um, dass das jetzt deine letzten Shows sind? Es sind ja auch keine kleinen Shows und keine kleinen Clubshows. Gerade die Arena in Neu-Ulm ist nicht unbedingt klein.
Hannes Braun: Die Arena in Ulm ist nahezu ausverkauft. Da werden 5.000 Leute stehen. Klar hat man auf Wacken auch mal vor 50.000 oder 60.000 Leuten gespielt. Aber Selfmade, Leute selbst zu ziehen, das sind die größten Shows unserer Karriere. Es ist auch ein kleiner Wunsch, den ich mir zum Schluss noch einmal selbst erfülle, ehrlicherweise. Wir predigen seit Jahr und Tag: „Bring Back Arena Rock, Bring Back Stadium Rock.“ Und immerhin die Arena ist es jetzt.
Wir schaffen es, eine Arena mit Rockmusik vollzumachen, fast wie in den guten alten Zeiten, die wir selbst gar nicht wirklich erlebt haben. Wir waren frühe 90er-Kinder. Und zwar mit konservativer Rockmusik und nicht mit Trendrock oder Trendmetal, der gerade populär ist.
Ich freue mich einfach sehr darauf. Ich will top vorbereitet sein. Ich will nicht weniger als die geilsten Shows meiner Karriere auch zum Schluss spielen. Wir haben ein wirklich geiles Set zusammengestellt, auf das sich die Leute freuen können. Auch die eine oder andere Überraschung haben wir parat, von der ich jetzt natürlich nichts erzähle. Sonst wäre es keine Überraschung mehr. Aber wir steuern mit voller Motivation und voller Begeisterung auf diese Shows zu.
Hat der eine oder andere auch ein bisschen Angst vor einer emotionalen Reaktion auf der Bühne, die mit Sicherheit nicht ausbleiben wird?
Hannes Braun: Da überwiegt ganz klar die Vorfreude auf diese Shows.
Wer folgt nach Hannes Braun bei Kissin’ Dynamite ?
Natürlich interessiert uns zum Abschluss noch die Frage, wie es am Mikrofon weitergeht. Gibt es beim Thema „Nachfolge“ schon konkrete Überlegungen?
Hannes Braun: Aktuell sind wir bei dem Thema tatsächlich bisher nicht an dem Punkt, an dem wir etwas Konkretes sagen könnten. Wir haben die Nachfolge erst einmal bewusst zurückgestellt, weil gerade andere Dinge unsere volle Aufmerksamkeit brauchen.
Das liegt vor allem daran, dass diese Platte für uns genauso spontan kam wie für die Fans. Und die Arbeit, die dahintersteckt, ist unfassbar umfangreich. Es geht ja nicht nur um das Songwriting, die Produktion und die Aufnahmen, sondern auch um das ganze Drumherum: Musikvideos, Fotoshootings, Interviews und vieles mehr.
Wir haben jetzt zum allerersten Mal ein eigenes Record-Label gegründet und machen wirklich alles selbst. Von der Produktgestaltung über das Presswerk bis hin zur Kommunikation. Man kann sich nicht vorstellen, was da alles dranhängt. Da wir uns zu fünft komplett selbst organisieren und dafür nicht zusätzlich Leute eingestellt haben, nimmt das momentan 100 Prozent unserer Zeit in Anspruch.
Und wir haben bei Kissin’ Dynamite schon immer ein ganz einfaches Prinzip: Wenn wir etwas machen, dann machen wir es, ganz oder gar nicht. Gerade das Thema Nachfolge ist nichts, was man nebenbei abfrühstücken kann. Da musst du mit ganzem Herzen dabei sein. Deshalb haben wir dieses Thema erst einmal bewusst nach hinten gestellt. Momentan geht es darum, das neue Album zu produzieren, dieses zu veröffentlichen und alles zu erledigen, was damit zusammenhängt.
Und dann stehen natürlich noch die Shows an. Auch die brauchen unfassbar viel Vorbereitung. Wir veranstalten sie ja quasi selbst, da hängt eine Menge Vorbereitungsarbeit dran.
Wenn dieses Kapitel Hannes Braun bei Kissin’ Dynamite zu Ende erzählt ist, werden wir uns intern hinsetzen und das nächste Kapitel mit vollem Herzen und 100 Prozent Fokus angehen.
Hannes, vielen Dank für deine Zeit und für das offene und sehr persönliche Gespräch. Wir wünschen dir für die kommenden Shows, das neue Album und natürlich auch für alles, was danach kommt, nur das Beste. Vielen Dank für das Interview!
Hannes Braun: Ich danke dir, Marc. Hat Spaß gemacht.
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.

