Bülent Ceylan muss niemandem mehr beweisen, dass Metal für ihn mehr ist als ein musikalisches Hobby. Schon lange bevor er mit Comedy große Hallen füllte, stand für ihn Rock und Metal auf dem Programm. Mit seinem zweiten Album geht er diesen Weg nun konsequent weiter. Dabei treffen harte Gitarren, persönliche Songs und klare gesellschaftliche Ansagen auf genau das, was man mit Bülent Ceylan verbindet: Unterhaltung und eine ordentliche Portion Selbstironie.
Auf „B.L.N.T.“ zeigt sich dabei vor allem, wie sehr sich sein musikalisches Projekt seit dem ersten Album entwickelt hat. Zwischen Songs über unschöne Zeiten, persönlichen Geschichten und ordentlich „Randale und Radau“ bleibt genügend Platz für große Melodien – und für prominente Unterstützung. Mit Doro Pesch und Michael Rhein von In Extremo hat sich Bülent gleich zwei Namen aus der Metal-Szene an seine Seite geholt, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Bülent, schön, dass du da bist. Bevor wir über die Musik sprechen, müssen wir erst einmal eine wichtige Sache klären: Dein neues Album ist ungewöhnlich geschrieben. Wie heißt es denn eigentlich?
Bülent Ceylan: „B.L.N.T.“ steht einfach für Bülent.
Wir haben heute Morgen tatsächlich noch darüber gerätselt, ob man das nun „Bülent“ oder „Blind“ ausspricht.
Bülent Ceylan: Genau, Bülent. Tatsächlich bin ich manchmal auch blind auf der Bühne, weil ich durchs Headbangen manchmal das Gefühl habe, sobald ich vorne stehe, nicht mehr zu wissen, wo ich stehe. Insofern könnte das auch passen. (lacht)
Aber es ist tatsächlich so, dass wir uns ein bisschen auf diesen Trend eingelassen haben, dass bei vielen T-Shirts oder wenn du irgendwas liest, manchmal die Vokale oder die Umlaute wegfallen und du dann denkst: „Was bedeutet das?“ Wie bei „FCK“, also „fuck“. Und so kam das, dass man gesagt hat: „Ey, B.L.N.T. ist cool, Bülent.“ Und es passt auch relativ gut, weil es zu der Zeit passt und weil es mit mir zu tun hat – das neue Album viel mehr als noch das erste.
Mit dem neuen Album zeigst du noch deutlicher, dass Metal für dich kein Nebenprojekt ist. Ist dir wichtig, dass die Metal-Szene merkt: „Das hier meinst du wirklich ernst?„
Ja, es ist für mich der Start, mehr der Metal-Szene zu zeigen: „Hey, der meint das jetzt wirklich ernst.“ Beim ersten Album denkt man als Metaller vielleicht noch: „Ja, der liebt Metal, das wissen wir jetzt, macht er halt mal ein Projekt.“ Und jetzt macht er ein Soloalbum – was ist denn jetzt los?
Ich habe schon vor der Comedy Metal- und Rockmusik gemacht, auch in einer Jugendrockband damals. Natürlich auf Hobby-Ebene, aber wir wollten schon damals Rockstars werden. Dann ist jeder in eine andere Richtung gegangen.
Und als Comedian bist du auf dich selbst gestellt. Trotzdem empfand ich es als manchmal schwer, eine Band zu finden. Jetzt haben wir das so gemacht, dass das Ganze natürlich trotzdem meinen Namen trägt und manchmal auch die Bandmitglieder wechseln, weil der eine dann noch in einer anderen Band spielt. Es ist also nicht einfach, eine Band zusammenzustellen. Letzten Endes müssen die Musiker das fühlen und die Musik machen, die ich dann auch mit meinem Team geschrieben habe. Darauf kommt es an.
Ich liebe das halt total, ich gehe da richtig auf. Die Leute sagen immer: „Wenn du auf der Bühne stehst und Metal-Musik machst, dann merkt man: Das war schon immer dein Ding. Du lebst es, du willst es.“ Und ich glaube, sonst würde ich es auch nicht machen. Nur weil ich lange Haare habe oder irgendwas, wäre das ja Quatsch. Ich will glücklich sein und nicht irgendwas machen, was mich unglücklich macht. Und Metaller sehen sofort: Meinst du es ernst oder nicht? Bist du authentisch oder nicht?
Bülent Ceylan: „Ich meine das mit dem Metal wirklich ernst“
Ich stand im April 2024 beim Auftakt deiner „Ich liebe Menschen“-Tour im Wizemann in Stuttgart im Fotograben. Es war deine erste Tour mit eigener Band. Damals wusstest du noch nicht genau, wie das Publikum deine Mischung aus Comedy und Metal aufnehmen würde. Wie hast du diese ersten Auftritte erlebt und wann hast du für dich die richtige Mischung zwischen Musik und Comedy gefunden?
Bülent Ceylan: Das Ding ist ja, dass beim ersten Album und dann auch beim ersten Konzert viele gesagt haben: „Wir wissen gar nicht, wie das Publikum das auffasst.“ Die Leute kennen mich hier in Deutschland natürlich als Comedian. Wenn ich zum Beispiel in Bosnien oder in einem anderen Land auftreten würde, wo mich die Leute gar nicht als Comedian kennen, würden sie mich wahrscheinlich viel stärker als Musiker wahrnehmen.
Hier ist das natürlich anders. Ich habe mir über die Jahre eine Karriere als Comedian aufgebaut. Viele Metaller wissen aber auch: „Der liebt Metal und Rockmusik.“ Man hat ja mitbekommen, dass ich zum Beispiel als erster Comedian auf der Hauptbühne beim Wacken war. Trotzdem war die Frage: Was macht er jetzt da?
Deshalb habe ich auch mit vielen aus meinem Team, meinem Management und der Plattenfirma darüber gesprochen. Da war schon die Meinung: Die Leute erwarten wahrscheinlich, dass du zwischendurch auch etwas den Comedian raushängen lässt.
Nur die Songs herunterzuspielen und einfach durchgehend Gas zu geben, ist vielleicht schön und gut. Aber ich glaube, die Leute wollen irgendwo auch ihren Bülent sehen. Die Mischung musste ich für mich aber erst einmal herausfinden. In Stuttgart waren die Comedy-Parts bei der ersten Tour tatsächlich noch deutlich länger. Heute würde ich das nicht mehr so machen. Wenn ich in Deutschland mit der Musik auftrete, gibt es vielleicht mal zwei oder drei Gags, aber nicht mehr. Ich würde schon unterscheiden und sagen: „Hey die Leute wollen Musik, da muss man jetzt Gas geben.“
Und wenn es zwischendurch passt, kann man natürlich mal einen Spruch bringen. Das ist völlig okay, das lieben die Leute auch. Aber längere Stand-up-Parts würde ich heute nicht mehr als festen Bestandteil meiner Musikshow machen. Das war einfach eine Entwicklung, die ich für mich erst herausfinden musste.
Du hast gerade beschrieben, wie sich die Mischung aus Comedy und Musik auf der Bühne für dich entwickelt hat. Gab es auch schon einmal einen Moment, in dem dir die Comedy bei einem Konzert ganz konkret aus der Patsche geholfen hat?
Bülent Ceylan: Das war beim Magic-Bike-Festival in Rüdesheim. Da haben wir einen Auftritt gehabt, das Zelt war voll. Wir sind auf die Bühne und auf einmal ging die Technik nicht. Nur ein einziges Handmikro mit Kabel funktionierte.
Da muss ich sagen, hat mir die Comedy zum ersten Mal bei der Musik so richtig geholfen, Gott sei Dank.
So konnte ich die Zeit, bis alles wieder ging, überbrücken. Und die Leute haben es gefeiert, weil sie gemerkt haben, da geht gerade nichts mehr. Eine andere Band wäre vielleicht wieder runtergegangen und hätte gesagt: „Hey Leute, wir müssen kurz Pause machen.“ Was habe ich gemacht? Ich habe das Mikro genommen, 10 bis 15 Minuten Stand-up-Comedy gemacht und dann ging es wieder, und wir konnten unsere Metal-Show spielen. Die Leute haben es gefeiert.
Da haben tatsächlich einige gedacht, das war jetzt so gewollt. Nach dem Motto: „Wie geil war das denn? Ihr macht es so, als würdet ihr gleich singen, dann machst du erst mal deine Comedy und wärmst die Leute ein bisschen auf.“ Wir haben nach dem Konzert echt überlegt: Sollte man das jetzt immer so machen? Aber nein, das machen wir nicht immer so, es hat einfach in dem Moment gepasst. Und ich glaube, das ist mein Joker.
Wenn du dich selbst als Musiker beschreiben müsstest: Was ist das, was du in die Musik einbringst, das ein anderer Metal-Sänger so nicht mitbringen würde?
Bülent Ceylan: Stimmlich habe ich bestimmt ein bisschen was drauf, aber nicht so wie Freddie Mercury von Queen oder andere krasse Sänger auf dieser Welt. Ich will mich jetzt nicht runtermachen, aber ich kann jetzt nicht so herausragen, dass man sagt: „Alter, was hat denn der für eine Stimme, das sind ja acht Oktaven.“
Aber ich kann mich durch die Texte unterscheiden und ich kann mich vielleicht auch dadurch unterscheiden, dass ich anders entertaine als ein Metal-Sänger. Und das ist der Punkt, wo die Leute sagen: „Ich habe auch ein wenig lachen müssen, er ist auch zwischendurch echt witzig.“ Ich sehe die Comedy nicht negativ für die Musik, sondern eher als Bereicherung.
Du verbindest auf dem Album etwas Comedy und Metal, aber auch eine ziemlich klare gesellschaftliche Haltung. Gerade bei Songs wie „Fünf vor Zwölf“, „Leck mich stark“ oder „Diktatürk“ geht es nicht nur ums Unterhalten. Wann wird aus einem Witz eine Botschaft, die dir wirklich wichtig ist?
Bülent Ceylan: Bei den Songs selbst würde ich sagen, der einzige, wenn überhaupt Comedy-Song, ist „Meine langen Haare“. Da nehme ich mich selbst etwas auf die Schippe und finde den Song eigentlich auch echt gut. Aber er ist halt schon ein bisschen Mainstream-Electric-Cowboy-Rock, aber das ist okay.
Und dann kann man auch mal über sich selbst lachen, und das ist auch mal wichtig. Aber jetzt nicht klamauk-mäßig. In der Musik darf es nicht klamaukig werden. Ich will nicht als Musiker, nur weil ich Comedian bin, jetzt auch noch Comedy-Rock-Songs machen. Ich will Haltung zeigen, und das tue ich z.B. bei den Songs „Fünf vor Zwölf“, „Keiner kommt hier lebend raus“ oder „Leck mich Tag“.
Das ist etwas, was ich in der Musik gut auf den Punkt bringe und wo ich mich auch von der Comedy unterscheiden kann. Ich muss aber nicht mit aller Gewalt sagen: „Nee, ich bin jetzt Sänger, ihr dürft mich nicht als Comedian sehen.“ Ich habe der Comedy alles zu verdanken. Man muss es immer als Geben und Nehmen sehen. Und ich glaube, vielleicht schaffe ich ja diesen Spagat, wie in Amerika viele Künstler das schon geschafft haben. Die Amerikaner sehen oft das Gesamtpaket bei Künstlern.
Das eine ist mehr Musik, das ist dann das neue Album und die neue Tour. Und das andere ist das neue Comedyprogramm. Das Einzige, was sich überschneidet, ist natürlich „Diktatürk“. Der Song gehört zu dem Comedyprogramm und ist gleichzeitig auf dem Album.
Bei „Diktatürk“ ist es noch einmal etwas Besonderes. Bei der „Diktatürk“-Show läuft der Song als Intro, und bei meinen Konzerten singe ich ihn selbst. Und da merkt man: So witzig das auch klingt: „Diktatürk“ , der Song selbst ist schon auch eine Ansage an alle Diktatoren und Arschlöcher dieser Welt.
Doro, Michael Rhein und zwei völlig unterschiedliche Songs
„Wolfsherz“ ist ein sehr persönlicher und emotionaler Song, und mit Doro Pesch hast du dafür eine echte Metal-Legende an deiner Seite. Wie ist diese Zusammenarbeit überhaupt entstanden und was hat es dir bedeutet, dass gerade Doro diesen Song mit dir singt? Und dann gibt es mit Michael Rhein und „Randale und Radau“ den kompletten Gegenentwurf: Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und was hat Michael in den Song eingebracht?
Bülent Ceylan: Ich kenne Doro schon länger. Sie hat auch mal eine Laudatio für mich bei der 1LIVE‑Krone gehalten. Das ist eigentlich ein Musikpreis, aber es gab damals auch einen für den besten Comedian, den ich bekommen habe. Wir hatten schon vorher Kontakt. Ich fand es super, dass sie das gemacht hat, und wir haben uns immer gut verstanden. Sie mochte mich, ich mochte sie – und wir mögen uns immer noch.
So hat sich die Freundschaft schrittweise verstärkt. Irgendwann kam dann, im Zusammenhang mit dem zweiten Album über Napalm Records, die Verbindung wieder zustande. Da war diese Ballade. Alleine wäre sie vielleicht etwas zu soft gewesen. Aber nein, Balladen gehören auch dazu. Du kannst nicht immer nur auf die Zwölf.
Dann habe ich gesagt: „Wenn ich den Song mit einer Rocksängerin singe, ist es etwas anderes, dann kommt er ganz anders rüber.“ Und als Doro zugesagt hat, habe ich gesagt: „Dann wird’s ein Hit!“ Sie fand den Song mega.
Kurz nach unserem gemeinsamen Videodreh, hat Doro einen sehr wichtigen Menschen verloren. Das war natürlich eine sehr krasse Situation. Hinter diesem Song steckt dadurch noch einmal eine ganz andere Geschichte, die viele Leute gar nicht kennen.
Doro ist ein ganz lieber und ganz toller Mensch. Sie schaut immer, dass alles in Ordnung und harmonisch ist. Für mich war es natürlich wie ein Ritterschlag, dass sie gesagt hat: „Der Song ist super.“
Natürlich werden die Leute vielleicht auch fragen: „Oh, wieso singst du jetzt eine Ballade?“ Aber dass sie jetzt mit mir auf dem Album gesungen hat, ist für mich auch eine absolute Ehre. Nach dem Motto: „An alle Metaller da draußen: Ja, er war und ist Comedian, aber er ist auch Metal-Sänger und singt auch mal eine Ballade„
Und bei Michael Rhein von In Extremo ging es genau in die andere Richtung: einfach mal voll auf die Zwölf mit „Randale und Radau“. Das passt aber auch wie die Faust aufs Auge. Wenn man sich den Song anhört, könnte es genauso gut ein In-Extremo-Song sein.
Michael fand den Text so geil und hat noch ein paar Sachen eingebracht, z.B. die Mundharmonika. Ich wusste gar nicht, dass er so geil Mundharmonika spielt. Und im Refrain kommt nach dem „Oh oh oh“ noch dieses „Come, come“. Das hat er ebenfalls eingebracht. Das gibt dem Ganzen noch einmal richtig Energie. Er hatte richtig Bock, den Song aufzunehmen. Er sagte: „Man weiß ja nie, was ein Hit ist, aber das ist so ein Mitmachsong.“
Du hast beim Schreiben des Albums offenbar sehr darauf geachtet, dass die Songs auch live funktionieren und das Publikum mitnehmen. Wie wichtig war dir dieser Mitmach-Faktor?
Bülent Ceylan: Da habe ich schon darauf geachtet, dass wir auch Songs haben, bei denen die Leute mitsingen können. Man sieht ja auch, wie andere Metalbands das machen. Da gibt es manchmal Kleinigkeiten, bei denen die Leute mitsingen können und das Gefühl haben: „Da kann ich mitmachen, das kann ich mir schnell merken.“ Trotzdem darf es nicht zu einfach werden.
Das ist die Schwierigkeit beim Songschreiben. Du willst einen Song schreiben, der eingängig ist, bei dem du sagst: „Oh, das gefällt mir“, aber auch nicht zu flach. Zum Beispiel bei „Keiner kommt hier lebend raus“. Da habe ich am Anfang gedacht: „Mal sehen, wie das verstanden wird, gerade bei dem, was jetzt auf der Welt passiert.“ Er ist einer meiner Favoriten-Songs, obwohl er nicht als Single rausgekommen ist, sondern nur auf dem Album ist.
Oder „Ein Hoch auf die beschissenen Zeiten“. Der Titel klingt erst mal witzig, wenn man nur den Titel hört. „Ein Hoch auf die beschissenen Zeiten?“ Hä? Und dann hörst du den Text und denkst: „Ach krass, ist ja schon fast hymnenartig.“ Den Refrain kann man auch gut mitsingen, weil er eingängig ist und trotzdem eine gute Message hat. Du siehst ja oft in beschissenen Zeiten, wer deine wahren Freunde sind. Deswegen ein Hoch. Man muss eigentlich dankbar sein, dass es solche Zeiten gibt.
Ich sage immer: „Nach Regen kommt Sonne. Oder hoffentlich kommt Sonne. Und dann genießt man die Sonne auch viel mehr, wenn man den Regen oder den Sturm überstanden hat.

Vom zweiten Album schon weiter Richtung Nummer drei
Du hast bei dem Album offenbar einen hohen Anspruch an die Songs selbst. Du wolltest nicht einfach nur ein paar Singles produzieren, sondern ein Album, das auch abseits der ausgekoppelten Songs funktioniert. Wie wichtig war dir das?
Bülent Ceylan: Ich finde viele Songs, die auf dem Album sind, wären als Singles geeinget. Ich habe oft bei anderen Bands die Singles gehört, fand die super und habe mir dann das Album geholt. Und dann dachte ich: „Ah, so viele sind da jetzt nicht mehr drauf, die mir so gut gefallen.“ Ich wollte es so machen, dass man gute Singles hat, aber dass die Leute, wenn sie das Album hören, sagen: „Ey, da sind noch andere geile Songs drauf.“
Bestes Beispiel war für mich damals als Jugendlicher „Ten“ von Pearl Jam. Da waren natürlich Singles wie „Jeremy“ und „Even Flow“. Und dann hörst du das Album und auf einmal kommen „Black“, „Once“ und andere Songs. Da dachte ich: „Oh, wie geil ist denn das Album!“ Diesen Anspruch habe ich für mich gesetzt. Aber ob mir das gelingt, muss das Publikum entscheiden.
Auch Napalm Records war es wichtig, dass ich auf dem Album das mache, was ich fühle.
Deswegen glaube ich, dass das zweite Album noch besser ist als das erste. Es steckt noch mehr Bülent drin. Die Richtung, die ich liebe und die ich gehen möchte, ist beim zweiten Album klarer. Und ich glaube, da ist noch mehr drin, auch beim dritten Album. Du siehst, ich denke schon weiter, weil ich einfach Bock habe. Ich liebe das, was ich mache.
Wenn es mit der Musik klappt und man ein größeres Publikum erreicht, ist es schön. Und wenn nicht, kann ich mir wenigstens sagen: „Ich habe es versucht.“ Viele Menschen sagen irgendwann: „Ich wollte das eigentlich immer mal machen, aber ich habe mich nie getraut.“ Ich habe Gott sei Dank den Luxus, das zu wagen.
Am Anfang war es noch ein Projekt, weil man nicht wusste, in welche Richtung es geht. Aber ich habe gemerkt, dass ich das liebe. Deswegen würde ich es nicht mehr als Projekt sehen, sondern hoffe, dass es mit der Musik weitergeht.
Natürlich ist es ein schöner Nebeneffekt, wenn man mit der Musik irgendwann eine 5.000er- oder 10.000er-Halle vollmacht. Aber das war nicht mein Hauptziel. Ich mache das wirklich, weil ich es liebe. Und ich glaube, entweder transportieren sich der Spaß, die Lust und die Leidenschaft oder halt nicht. Aber dann kann ich immer sagen: „Ich habe es versucht, ich habe es gemacht.“
Bülent, vielen Dank für das Gespräch!
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.
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