Ein unvergessliches Wochenende auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt lag hinter uns. Das M’era Luna Festival bot auch in diesem Jahr wieder eine grandiose Mischung aus Szene-Kultur, ausgelassener Stimmung und musikalischen Highlights.
Freitag: Ankommen und Eintauchen auf dem Mittelaltermarkt
Schon am Freitag stieg die Vorfreude spürbar. Wer früh vor Ort war, nutzte die Zeit, um ausgiebig über das Gelände zu schlendern – sei es beim Shoppen an den unzähligen Händlerständen im Infield oder auf dem stimmungsvollen Mittelaltermarkt. Ein besonderes Highlight am späten Nachmittag war die Möglichkeit, spontan die Schritte für traditionelle mittelalterliche Tänze zu lernen. Für die passende musikalische Untermalung sorgten am Abend Pestilenzia, die in diesem Jahr bereits ihr beeindruckendes 18. M’era-Luna-Jubiläum feierten und wie gewohnt mit viel Leidenschaft für beste Markt-Atmosphäre sorgten.
Samstag: Neue Alben und unbändige Energie
Der Samstag startete bereits am Vormittag musikalisch direkt durch und bot auf den Bühnen eine enorm abwechslungsreiche Mischung. Am Nachmittag wandelten die mystischen Wesen von Schattenwelt Südharz über das Gelände und ließen sich von den Gästen ablichten.
Xandria brachten frischen Wind mit und hatten ihr brandneues Album im Gepäck. Neben dem Hit „Ravenheart“ überzeugten vor allem auch die neuen Tracks wie „Colours“. Zudem verkündete die Band voller Vorfreude eine anstehende Deutschland-Tour.
Durch ihr ganz besonderes Bühnenoutfit fielen Tabernis auf. Die beiden Musiker hatten vier als Mönche gekleidete Musiker an den Streichinstrumenten dabei, was dem Sound eine wunderbar düstere Tiefe verlieh.
Bei Auger auf der Club Stage gab es kein Halten mehr. Zu Songs wie „Sound of the Machine“, „My Guardian“ und „Oxygen“ wirbelte der Sänger über die Bühne, tanzte unermüdlich und kletterte sogar auf die Bassboxen vor der Bühne, um den Fans ganz nah zu sein.
Megaherz brachten die Menge mit ihren NDH-Klassikern gewohnt souverän zum Kochen. Die Songs „In Teufels Namen“, „Alles Arschlöcher“ und „König der Dummen“ wurden lautstark mitgegrölt.
Combichrist taten trotz der sengenden Hitze auf dem Infield wirklich alles, um dem Publikum auch den letzten Schweißtropfen zu entlocken. Bei „Get Your Body Beat“ gab es vor der Bühne kein Stillstehen mehr.
The Birthday Massacre zauberten ihre gewohnt magische Synth-Rock-Atmosphäre auf das Areal. Neben Dauerbrennern wie „Kill the Lights“, „Superstition“ und „Destroyer“ widmete die Band mit einem Augenzwinkern einen Song ganz besonders allen Gästen, die in diesem Jahr Geburtstag feierten.
Bei Nachtmahr war der Platz vor der Club Stage extrem voll. Zu den Songs „Beweg dich für mich“ und „El Chupacabra“ wurde getanzt. Bei „Mädchen in Uniform“ sangen die Gäste lauthals jede Zeile mit.
Den krönenden Abschluss des Samstags lieferten Within Temptation. Frontfrau Sharon gab von der ersten Sekunde an absolut alles. Die Setlist bot eine perfekte Mischung aus neuen Hymnen und unsterblichen Klassikern. Bereits bei „Bleed Out“ war das Publikum Feuer und Flamme.
Das Bühnenbild der Band war ein absoluter Hingucker. An den Seiten der Bühne ragten riesige Säulen in die Höhe und flankierten große LED-Leinwände, auf denen passend zu den Songs Videos und Grafiken abgespielt wurden. Auch Sharons Lieblingssong „Faster“ durfte im Set nicht fehlen. Bei „Lost“ verwandelte das Publikum das Infield in ein atemberaubendes Lichtermeer.
Sonntag: Emotionen, sengende Hitze und ein spektakuläres Finale
Der Sonntag stand im Zeichen großer Emotionen, mitreißender Shows und unvergesslicher Publikumsaktionen beim M’era Luna Festival.
Sotiria feierte ihre Premiere auf dem M’era Luna und war sichtlich gerührt, wie viele Menschen bereits zu früher Stunde vor der Bühne standen. Mit „Rubinrot“ sowie dem emotionalen Song „Weiß wie Schnee“ gewann sie die Herzen der Fans. Bei „Tanzen Richtung Untergang“ ging die Menge schließlich voll mit.
Stahlmann setzten optisch und musikalisch Akzente. Zu „Adrenalin“ schossen gewaltige Feuerfontänen gen Himmel, gefolgt von krachenden Darbietungen von „Der Schmied“ und dem Klassiker „Schwarz“.
Die Helsinki Vampires The 69 Eyes feierten ihr 10. M’era-Luna-Jubiläum. Mit zeitlosen Goth-Rock-Klassikern wie „Never Say Die“, „Wasting the Dawn“ und „Lost Boys“ bewiesen sie einmal mehr ihren Kultstatus.
L’Âme Immortelle lieferten ein gewohnt packendes und emotionales Set mit „Stumme Schreie“ und „5 Jahre“. Zudem kündigten sie an, im Frühjahr 2027 auf eine kleine exklusive Tour zu gehen. Songe plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und berichtete von den Anfängen der Band. „Life Will Never Be the Same“ rundete den Auftritt ab.
Mit unglaublicher Stimmgewalt beeindruckte Floor Jansen. Neben eigenen Songs wie „Invincible“ und „Run“ brachte sie mit den Nightwish-Klassikern „Amaranth“ und „Nemo“ die Menge zum Jubeln. Auch sie verkündete eine anstehende Tour mit neuem Album.
Den absoluten Höhepunkt des M’era Luna Festivals lieferten Saltatio Mortis als Sonntags-Headliner. Die Band zog alle Register für eine gigantische Show. Bereits bei „Wo sind die Clowns“ schossen Flammen über die Köpfe der Fotografen hinweg.
Bei „Finsterwacht“ entzündeten zwei Frauen mit Flammenschwertern die Feuerschalen auf dem Bühnensteg. Während der Songs „My Mother Told Me“ und „Valhalla Calling“ ließ sich Sänger Alea in einem aufblasbaren Drachenboot über das Meer der Fan-Hände tragen.
Bei „Vogelfrei“ ließ er das Publikum einen gewaltigen Circle Pit bilden, um sich anschließend selbst in diesen zu begeben. Dabei wurde er spontan von einem Gast auf die Schultern genommen, während er weitersang.
Unter tosendem Applaus verabschiedete sich die Band. Alea ließ es sich anschließend nicht nehmen, einmal durch den kompletten Graben vor der Bühne zu laufen und die Gäste abzuklatschen.
Fazit
Es war wieder einmal ein wunderschönes, dunkelbuntes Familientreffen beim M’era Luna Festival 2026 – mit guter Musik, vielen bekannten Gesichtern und unvergesslichen Momenten.
Impressionen Samstag
Impressionen Sonntag
Selina Dreher
Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.
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