Der Flugplatz in Hildesheim-Drispenstedt wurde am Wochenende vom 8. bis 10. August zum 25-jährigen Jubiläum des M’era Luna Festival wieder einmal in ein großes Grufti-Familientreffen verwandelt. Lest hier, was in diesem Jahr unsere Highlights waren und warum ihr auf jeden Fall einmal das M’era Luna Festival erleben solltet.
Freitag – Lesungen, Mittelaltermarkt und fulminanter Festivalauftakt
Am Nachmittag checkten wir in unserer Unterkunft im Gothic-Garden ein und machten es uns erstmal mit einem kühlen Getränk gemütlich. Ab 14 Uhr konnten dann Lesungen von Markus Heitz, Dirk Bernemann und Christian von Aster im Hangar besucht werden. Ebenso konnte man sich in Workshops kreativ betätigen. Zudem lockten zahlreiche Händler mit ihren Waren und ein sagenhafter Geruch zog die Gäste auf den Mittelaltermarkt, wo man Met, Sau vom Spieß und allerlei Köstlichkeiten käuflich erwerben konnte. Bei Hau-den-Lukas konnte man seine Kräfte messen oder sein Geschick beim Axt-Werfen versuchen.
Für dieses Jahr hatte der Veranstalter FKP Scorpio im Vorfeld eine Überraschung zum 25-jährigen Jubiläum angekündigt. Der Dark-A-Capella-Chor Stimmgewalt aus Berlin hatte die Ehre an diesem Abend das Festival auf der Main Stage zu eröffnen. Mit ihrem 45-minütigen Set begeisterten die zwölf Sänger und Sängerinnen das Publikum. Eine wahre Stimmgewalt, die die Zuschauer hier zu hören bekamen. Unter anderem präsentierte der Chor von ASP den Titel Krabat. Doch dies sollte nicht der einzige Act an diesem Abend gewesen sein.
Im Anschluss konnten die Fans von Lord of the Lost ganz auf ihre Kosten kommen. Die Band stellte ihr neues Album “OPVS NOIR Vol. 1“ dem geneigten Publikum vor. Aber auch ältere Songs wurden gespielt. Danach gab es ein Feuerwerk, welches hinter der Main Stage abgefeuert wurde. Im Anschluss konnte man dann im Disco Hangar das Tanzbein schwingen. Hier legte Bruno Kramm von Das Ich bis in die frühen Morgenstunden auf.
Samstag – Ein Tag zwischen Mittelaltermarkt, Magie und Metal
Für die Frühaufsteher gab es um 9 Uhr auf der Landebahn Schwarzes Yoga. Um 11 Uhr konnte man historische Tänze auf dem Mittelaltermarkt lernen. Mich zog es um 12 Uhr zur Main Stage zu Heimaterde. Die Kreuzritter überzeugten wieder einmal mit dem Klassiker Hick Hack Hackebeil. Auch der neue Song Dunkle Träume kam beim Publikum gut an. Zum Paternoster kniete sich das Publikum dann hin. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es mit Tanzwut weiter. Die Stimmung war ausgelassen und Songs wie Achtung Mensch! Oder Freitag, der 13. wurden vom Publikum gefeiert. Die Musik der Spielleute führte wahrlich zu einer Tanzwut im Publikum.
Der Auftritt von Ost+Front war natürlich wie immer super. Hier konnte man gepflegt das Haupt schütteln und die Texte von Fleisch oder Fiesta de Sexo mitgrölen. Auch diverse Show- und Tanzeinlagen gab es von Melody Aurora. Schlag auf Schlag ging es dann mit Universum25 weiter. Frontmann Micha gab wie immer alles und präsentierte eine Harte Kost. Mystisch und doch beschwingt ging es dann mit Faun weiter.
So entführten sie die Gäste zur Walpurgisnacht. Ihre Songs luden zum Träumen und Tanzen ein. Für einen kurzen Moment vergisst man inmitten von 25.000 Menschen zu stehen. Als Kontrastprogramm schaute ich mir Funker Vogt auf der Club Stage an. So wurde zu Gott noch nicht getanzt und Sänger Bastian kletterte auf den Stufen der Crash Barriere herum. Heiß ging es bei uns Fotografen im Graben durch die Flammen zu.
Absolutes Highlight waren für mich an diesem Abend Heilung, welche einer ihrer letzten Shows spielten. Diese Gruppe nimmt die Gäste mit ihrer “Amplified History” in eine Welt, wo Mystik und Rituale zum Alltag gehören. Es ist nicht nur ein Konzert, sondern ein Erlebnis. So wird bei jeder Show am Anfang und am Ende ein Ritual durchgeführt. Es war wieder mal eine unglaubliche Show, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Wenn die Wikinger-Krieger die Bühne betreten, lässt dir das einen Schauer über den Rücken jagen. Bei Hamrer Hippyer fühlt man sich fast wie in Trance versetzt. Ich hatte die Band bereits zuvor schon einmal live gesehen und war wieder so geflasht. Den krönenden Abschluss machten an diesem Abend Eisbrecher. Gefühlt schon tausendmal gesehen und einfach immer wieder so gut, dass du mit einem fetten Grinsen nach dem Konzert zurückbleibst. Dieses Mal waren Sotiria bei Die Hoffnung stirbt zuletzt und Frank Herzig von Schattenmann bei Wenn das Liebe ist als gesangliche Unterstützung dabei. Was für eine Überraschung.
Sonntag – Von Manntra bis Subway To Sally – ein krönender Festivalabschluss
Wer früh wach war, konnte sich wieder sportlich beim Yoga betätigen oder sich den Vortrag von Lydia Benecke anhören. Kurz vor 11.30 Uhr wanderte ich wieder zur Main Stage. Als Erstes standen Manntra auf dem Plan. So wurde zu Ori Ori kräftig gesungen und der Barren King ließ sich auf einem Surfbrett kniend über die Menge tragen. Ich sah die Band das erste Mal live und war wirklich begeistert. Danach enterten Schattenmann die Bühne. Trotz der frühen Uhrzeit gab die Band Vollgas. Der neue Drummer Rorschach zeigte sein Können bei einem der ersten Auftritte der Band in neuer Besetzung.
Man konnte auch die neuen Outfits bewundern und den neuen Song Kein Kommando das erste Mal live hören. Absolute Neuentdeckung waren für mich Coppelius. Die Showeinlagen von Diener Bastille waren einfach lustig. So putze er den anderen Mitmusikern die Instrumente während diese spielten und er sang. Später schenkte er, auf dem Crash Barrier stehend und sich halb auf die Hände der Leute gelehnt, Sekt aus. Zum Mitsingen eignete sich Risiko hervorragend. Ungewohnt war der Auftritt von Corvus Corax. Diese präsentierten ihre Songs im Metal-Stil mit Gitarren und Bass. Bei Sverker kamen die Monster aus dem Harz auf die Bühne. Auch eine Sängerin kam bei den weiteren Songs noch dazu.
Weiter ging es mit Folk-Rock von Versengold, welche das Publikum so richtig mitrissen. Songs zum Feiern und Mitsingen gab es hier genügend. Bei Der Tag, an dem die Götter sich betranken, wurden traditionell zwei riesige blaue Luftballons ins Publikum geworfen. Härter ging es dann bei Lacuna Coil zu. Die Band hatte ich ebenfalls bisher noch nie live gesehen. Besonders gut gefiel mir der Song Hosting the Shadow.
Was fürs Auge gab es dann bei Blutengel. Nicht nur Chris und Ulrike konnten durch ihre gesangliche Performance wie immer überzeugen. Auch die Tänzerinnen hatten wieder einiges zu bieten. Die Hymne Black kam gut an beim Publikum. Den Abschluss des Abends machten für mich Subway To Sally. Unter anderem spielten sie das Album Nord Nord Ost komplett. Beim Veitstanz kamen dann Fans mit pinken Jacken und Regenbogenperücken auf die Bühne und tanzten.
Nach den Konzerten schlenderten wir noch über den Mittelaltermarkt und ich ließ die Eindrücke dieses großartigen Wochenendes auf dem M’era Luna Festival Revue passieren.
Fazit:
Das M’era Luna Festival gehört für mich seit Jahren zu einem festen Termin in der Festival-Saison. Ein großes Familientreffen der Schwarzen Szene. Man trifft alte Bekannte und lernt neue Leute kennen. Die Bandauswahl war in diesem Jahr wieder einmal top. Absolutes Highlight waren für mich in diesem Jahr Coppelius und Heilung.
Bereits bestätigt für nächstes Jahr sind folgende Künstler: Within Temptation | OMD | In Extremo | Floor Jansen | Front Line Assembly | IAMX | Combichrist | L’Âme Immortelle | Nachtmahr | KMFDM | Megaherz I Agonoize I Aesthetic Perfection
Tickets und alles Infos zum M’era Luna Festival 2026 bekommt ihr HIER. Die ersten beiden Preisstufen sowie die WoMo-Tickets sind bereits ausverkauft.
Impressionen M’era Luna Festival 2025
Sonntag
Samstag
Inhaltsverzeichnis
Selina Dreher
Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.






















































































