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So war das Jubiläumsfestival in Sulingen – 20 Jahre RELOAD!

Reload 2025 Jubiläumsfestival Titelbild
Photo-Credit: Tilo Sief

Im Jahr 2006 fand in einem kleinen beschaulichen Örtchen namens Sulingen in Niedersachsen ein neues Festival mit den Donots, Emil Bulls , Dog Eat Dog und weiteren 11 Bands statt. Was sich seitdem in der niedersächsischen Provinz entwickelt hat, kann schlichtweg als absolute Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Das Jubiläumsfestival in diesem Jahr fand am vergangenen Wochenende vom 13.08.25 bis 15.08.25 statt. Mit dabei unter anderem Trivium, Gojira, Machine Head, While She Sleeps und I Prevail.

Wir starteten unsere kleine Reise zum Reload 2025 früh morgens in der Nordeifel. Das Auto gepackt, noch ein paar Sachen gekauft und ab in die niedersächsische Provinz zum Jubiläumsfestival. Die Vorfreude war riesengroß auf das, was uns da in Sulingen an den drei Tagen vom 14.08.25 bis zum 16.08.25 erwartet. Ein wirklich wundervolles Line-Up, welches neben Größen der härteren Gangart auch viele ambitionierte Newcomer mit sich bringt. Aber seht selber!

Angekommen vor Ort und nach einer kurzen Orientierungsphase erwartete uns gegen Mittag die Post-Hardcore-Band ANNISOKAY auf der Plaza Stage des Reload-Festivals und ab diesem Moment wurde klar: Die Besucher vor Ort lächzten nur nach lauten, harten Klängen und konnten den Beginn kaum erwarten. Und das trotz extrem drückender Hitze von 35 Grad Celsius und dem vielen aufgewirbelten Staub, der sich sofort in den Atemwegen festsetzte. Die Band aus Halle in Sachsen-Anhalt lieferte stabil ab und konnte sehr überzeugen.

Als nach 40 Minuten für Annisokay das Bühnenlicht ausging, wurde schnell klar, dass die enge Taktung auf der Bühne einen unglaublichen Kraftakt in Sachen Umbaupausen mit sich brachte. Das führte dazu, dass die nächste Band erst einige Minuten später auf der Bühne stand als geplant.

Die Nu-Metal-Veteranen DOPE ließen sich von der Verzögerung allerdings nicht aus der Ruhe bringen und performten routiniert. Bei ihrem Klassiker Die MF Die ging das Publikum dann richtig steil. Aufgrund eines familiären Vorfalls in der Heimat war Stamm-Klampfer Acey Slade nicht mit von der Partie und wurde von Static-X-Gitarrist Koichi Fukuda ersetzt.

Weiter ging es mit den schwedischen Metalcore-Spezialisten von Adept, die kurzfristig für Attila einsprangen, welche ihren Auftritt auf dem Reload 2025 leider absagen mussten. Adept landeten auf dem Jubiläumsfestival den ersten Big Point in Sachen Überraschung. Eine unglaubliche Bühnenpräsenz und die eingesetzten Flammenwerfer brachten Sulingen so richtig zum Kochen.

Im Anschluss wurde es dann mal so richtig nordisch kühl, auch wenn die Hitze der Sonne allgegenwärtig war und die Security-Teams ständig die verstaubte Meute vor der Bühne ab mit Wasserschläuchen duschen musste. FINNTROLL, die Folk-Metal-Truppe aus Helsinki stand vor uns auf der Bühne in Trollkostümen und spulten ein extrem verrücktes Set runter. Auch wenn die meisten die Band augenscheinlich nicht kannten, wurden sie abgefeiert. Man hätte zu dem Zeitpunkt allerdings jede beliebige Band auf die Bühne stellen können beim Jubiläumsfestival. Die Leute hätten es gefeiert.

Nach der kleinen Odyssee in eine andere Welt wurden wir von Kublai Khan TX wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Die Beatdown-Bande aus Texas drehte das Publikum in kürzester Zeit auf Links und ließ den Staub in jede Pore des Körpers schießen.

Und jetzt war es endlich soweit. Das Warten hatte endlich ein Ende und die Main-Stage wurde durch einen letzten lauthals begleiteten Countdown durch THE BUTCHER SISTERS eingeweiht. Man kann von den Jungs aus Mannheim ja halten was man will, aber die Massen haben Sie mit ihrer Mischung aus Deutschrap, Hardcore und Comedy sichtlich im Griff und können gut auf den vollen Innenraum losfeuern.

Nachdem die Ladys die Bühne nach etwa 45 Minuten wieder verließen hallte der “Drachentöter TBS-Chor” noch einige Minuten nach bevor es in die Umbaupause ging. Ein Konzert der Plaza-Stage später (Orbituary zerlegten das Feld eine ganze Weile auf der 2. Bühne) war die schottische Metallcore-Truppe BLEED FROM WITHIN an der Reihe um Sulingen mal zu zeigen, was in Proberäumen in Glasgow so alles gebrutzelt wird. Eine unfassbar starke Performance folgte auf der Main-Stage und die Flammenwerfer taten ihr übriges, um den Schweiss-Staub Gemisch auf der Haut mal so richtig zu härten.

Kommen wir zum ersten richtigen Co-Headliner-Highlight des Jubiläumsfestivals und zur geilsten Disco seit Menschengedenken – der Evil Disco. Keine Frage, die Rede war von STATIC-X. Eine Band aus Hollywood, die zwar überhaupt nicht mehr so besetzt ist wie einst zu Wayne Statics Zeiten und ähnlich wie bei Pantera nur noch teilweise aus Originalmitgliedern bestand. Trotzdem konnte man diesen Auftritt wohl kaum besser darbieten.

Der martialische Anblick von Sänger Xer0 und der Sound, der genauso klang wie Anfang der 2000er, machten das Konzert zu einem wahren Erlebnis. Die Darbietung bot während des gesamten Sets eine Menge Überraschungen, das sich stark auf das erste Album Wisconsin Death Trip bezog. Aber seht selbst, was STATIC-X fabrizierten:

Nach Co-Headliner folgt bekanntlich nur noch einer. Der Headliner vom ersten Tag und das war in diesem Fall eine der größten Metalbands der Neuzeit und dann auch noch eine der technisch stärksten in ihrer Kernkompetenz. Vor einigen Monaten waren sie gemeinsam mit Bullet for my Valentine auf großer Welttournee und konnten diese als vollen Erfolg verbuchen. Die Rede ist natürlich von Trivium. Die Herren um Matthew Heafy können auch hier in Sulingen die Fans voll auf ihre Seite und in ihren Bann ziehen. Ein wahrlich sehr starker Auftritt mit allen Hits, ließ am Ende keine Wünsche offen.

Somit war der erste richtig hitzige Tag auf dem Reload Festival 2025 Geschichte und es ging zurück in Richtung Zeltplatz. Der Tag war extrem heiß und dadurch auch wirklich anstrengend. Aber er war ebenso extrem geil, und die Vorfreude auf den nächsten Tag war riesig. Zunächst war jedoch erst einmal Ausruhen angesagt.

Nach einer erholsamen Nacht und einem sehr ausgiebigen Frühstück startete unser Tag an der Plaza Stage um die Mittagszeit mit OUR PROMISE. Das deutsche Metalcore-Sextett legte direkt mit Vollgas los und kam beim Publikum trotz der frühen Anstoßzeit sehr gut an. Sofort verwandelte sich der Acker wieder in den reinsten Staubsturm.

Am frühen Nachmittag kam es zur ersten richtig großen bunten Überraschung auf der Main Stage. HANABIE, eine japanische Metalcore-Band, wirkte wie direkt aus einem Anime-Film entsprungen. Und genau so hörte sich die Musik auch an. Anders als bei ihren Genre-Kolleginnen von Babymetal war die Musik hier jedoch absolut echt.

Die Mädels konnten den gesamten Innenraum mitreißen und die Leute feierten die Band extrem ab. Ein megastarker, interessanter Auftritt, gepaart mit einer tollen Optik.

Etwas frischer gingen die französischen Senkrechtstarter LANDMVRKS die Sache an. Die Band aus Marseille, die noch vor einigen Monaten ihr neuestes Werk The Darkest Place I’ve Ever Been vom Stapel gelassen und damit einen Mega-Erfolg verbucht hatte, ließ auch in Sulingen auf dem Jubiläumsfestival nichts anbrennen und zog die Fans direkt in ihren Bann.

Crowd-Surfer, Circle Pits und absolute Ekstase prägten ihren 45-minütigen Auftritt über das gesamte Feld hinweg. Und zwar so sehr, dass die Fotografen den Graben bereits nach eineinhalb Songs verlassen mussten.

Kommen wir zum ersten Headliner des Freitags. Die mit Abstand bekannteste französische Metal-Band machte sich daran, die Herzen der deutschen Fans in Sulingen zu erobern. Nachdem sie im letzten Jahr auf fulminante Art und Weise die Olympischen Spiele in Paris eröffnet und einen epischen Auftritt auf einer Burg an der Seine gespielt hatten, waren sie inzwischen weit über die französischen Grenzen hinaus bekannt.

Die Rede ist natürlich von GOJIRA. Die Männer um die Duplantier-Brüder rasierten ordentlich und die Fans waren begeistert. Eine wahnsinnige Feuershow und ein absoluter Hammer-Sound überzeugte vollends.

Aber das war am zweiten Tag des Reload noch nicht alles. Wer die Festivals der letzten Monate verfolgt hatte, dem war sicher aufgefallen, dass Gojira nicht allein auf den Bühnen unterwegs gewesen waren. Und so kamen wir zu ihren Weggefährten der diesjährigen Sommerfestival-Tour.

MACHINE HEAD hatten Bock, uns noch einmal so richtig einen mitzugeben, bevor wir den Tag glücklich und zufrieden auf dem Campground ausklingen ließen.

Und wer dachte, das wäre alles, der hatte sich getäuscht, denn THE BROWNING hatten auf der Plaza-Stage zum Abschluss des Tages noch eine kleine Nebel- und Lichterparty geplant und konnten die Massen zum Abschluss des Tages noch einmal mobilisieren. Ein wirklich krasser Auftritt für alle, die dabei waren.

Danach war aber die Zeit gekommen um den Tag auf dem Camp-Ground beseelt ausklingen zu lassen.Tag drei startete ähnlich wie der zweite, und in der Ferne hörten wir morgens die Frog Bog Dosenband auf der Plaza-Stage, die bereits um 10 Uhr auf der Bühne stand. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch unser Morgenprogramm auf dem Menüpunkt.

Um 12:10 Uhr stand für uns als erste Band des Tages die aufstrebende Metalcore-Truppe WATCH OUT STAMPEDE auf der Main-Stage auf dem Programm. Es war eine wirklich eindrucksvoll heftige Show zum Tagesstart, mit einer Menge Feuer und absoluter Leidenschaft. Sänger Ando verkündete allerdings zum Ende der Show sein Ausscheiden aus der Band nach diesem Auftritt auf dem Jubiläumsfestival. Wir fanden das sehr schade!

Im Anschluss spielte eine Band aus dem Kuriositätenkabinett. Deathpop war mittlerweile in aller Munde und erlebte aktuell einen kleinen Hype, und die Band BLOOD COMMAND bediente das Genre natürlich heftig. Zugegebenermaßen war die Band aus Bergen ein echter Hingucker. Besonders Sängerin Nikki Brummen forderte die Zuschauer auf ihre eigene Art und Weise.

Seit einigen Tagen fragten wir uns, ob wir RISE OF THE NORTHSTAR tatsächlich fotografieren durften, denn die Band aus Paris-Neustadt war in der Vergangenheit etwas zimperlich in Bezug auf Fotografengenehmigungen. Aber wir können an dieser Stelle verraten, dass es hier zu keinen großen Komplikationen kam und wir auch dieses Konzert ablichten konnten. Der Auftritt war wirklich grandios. Volle Power auf und vor der Bühne. Die Leute hatten richtig Bock darauf und wurden mit einem klassischen Best-of-Set für die Schlacht im Staub belohnt.

Nach der heftigen Schlacht, die eher an die Schlacht aus 300 als an ein Konzert erinnerte, standen FIT FOR A KING in den Startlöchern, um das weiterzuführen, was ROTNS zuvor entfacht hatten. Leider konnte die Band, die in der letzten Woche ihr neues Album “Lonely God” veröffentlicht hatte, nicht an den vorherigen Auftritt anknüpfen und wirkte lustlos und platt, ähnlich wie am Tag zuvor The Halo Effect. Wir nehmen es als Momentaufnahme und setzen auf die nächste Tour.

Wer an diesem Tag auf eine lockere Abwechslung im Bezug auf das doch sehr harte Bühnenprogramm am letzten Tag hoffte, kam bei den DONOTS auf seine Kosten. Die Punkrock-Band aus Ibbenbüren um Sänger Ingo Knollmann lockte den Platz mit ihrer witzig-charmanten Art so richtig aus der Reserve. Schon beim ersten Festival im Jahr 2006 standen die Jungs hier etwas jünger auf der Bühne, doch Punker werden im Alter bekanntlich besser, und das konnte man hier eindrucksvoll sehen. Die Show hatte alles, was das Herz eines Musikliebhabers erhellte:

So langsam spürte man, dass das Ende des Jubiläumsfestivals nahte. Teils wurde das Equipment im Pressebereich jetzt langsam aber sicher abgebaut und das Essen hinter den Kulissen ging allmählich dem Ende entgegen, und zum ersten Mal kam so ein Gefühl von „Das kann doch noch nicht alles vorbei sein“ auf. Und das war es gewiss noch nicht, denn wir hatten ja noch zwei Big Points auf dem Programm für diesen Tag.

Denn jetzt enterten WHILE SHE SLEEPS die Stage auf dem Reload. Die Leute vor der Bühne rasteten komplett aus, und wer noch nicht genug Crowdsurfer über den Tag gesehen hatte, kam jetzt voll auf seine Kosten. Ebenso die Security im Graben, die nun richtig zu tun bekam und wie schon das ganze Wochenende einen grandiosen Job machte – und das in vollster Seelenruhe. Von Anfang bis Ende war es ein reinstes Surf-Paradies.

Jetzt war die Zeit gekommen, um uns vom Reload 2025 zu verabschieden. I PREVAIL war der letzte Headliner des Jubiläumsfestivals und war gekommen, um alles abzureißen, was hier in wochenlanger Arbeit und viel Liebe auf einem flachen Acker entstanden war. Die Band aus Michigan hatte ein brachiales Best-Of-Set im Gepäck, das neben den bekannten Hits auch einige neue Songs des im September erscheinenden Albums “Violent Nature” enthielt, das aktuell durchaus als ein neues wichtiges Werk von I Prevail galt.

Alles in allem ging ein sehr denkwürdiges und großes Festivalwochenende für uns hier in Sulingen zu Ende. Und wir halten fest: Es war ein wirklich wundervolles Festival, das in den letzten 20 Jahren gewachsen war. Ein Festival von Fans für Fans. Eine sehr unkomplizierte Erfahrung in einer aktuell sehr komplizierten Welt. Ganz besonders wollten wir die Security-Teams nochmal herausheben, die hier vor Ort einen absoluten Hammer-Job geleistet hatten und sich stets vorbildlich verhielten. Danke, dass ihr da wart! Wir sehen uns im nächsten Jahr zur Reload-Ausgabe 2026. Aber jetzt zu I Prevail und dem diesjährigen letzten Headliner.

Sofern ihr Tickets für die Ausgabe im Jahr 2026 ergattern wollte , solltet ihr Euch beeilen. Der Vorverkauf läuft bereits seit letztem Sonntag >>>>> HIER

reload festival 2026

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Tilo Sief

Tilo ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Dokumentiert Konzerte & Festivals in NRW, BeNeLux & Ruhrgebiet mit Leidenschaft & Präzision. Er bringt eine Menge Erfahrung mit und kennt sich bestens in der Szene aus.

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