Impericon Festival 2026: Zwei Tage Metalcore, Moshpits und Hitzeschlacht in Leipzig

Impericon 2026 © Maximilian Greif

Das Impericon Festival steht bei mir eigentlich jedes Jahr fest im Kalender, und auch 2026 machte da keine Ausnahme. Die Anreise aus Berlin verlief wie gewohnt völlig unkompliziert. Kaum auf dem Gelände angekommen, hieß es erst einmal: bekannte Gesichter begrüßen, die gute Stimmung aufsaugen und das Gelände erkunden.

Vorab war ich ehrlich gesagt nicht ganz überzeugt. Ein Festival komplett indoor und das mitten im Hochsommer? Ich dachte mir nur: Das ist eine Scheißidee. Spoiler vorweg: War es gar nicht. Bei den extremen Temperaturen von knapp unter 40 Grad draußen stellte sich die klimatisierte Messehalle schnell als die beste Wahl für dieses Wochenende heraus – perfekt geschützt vor Wind, Regen und vor allem der brennenden Sonne.

Los ging es für mich standesgemäß mit einem kühlen Bier und dem Opener Get The Shot. Die Band kam mit einem neuen Sänger auf die Bühne und brachte direkt starke Energie in die noch frühe Crowd. Trotz des guten Auftritts muss ich aber sagen: Der alte Kraftbolzen JP wurde von mir im Pit trotzdem schmerzlich vermisst.

Danach habe ich kurz bei Gutalax vorbeigeschaut. Musikalisch war das zwar absolut nicht meins, aber man muss neidlos anerkennen, wie unfassbar viele treue Fans die Truppe am Start hatte. Das Meer aus Klobürsten im Publikum sprach Bände.

Band-Highlights am ersten Festivaltag

Der Tag ging munter weiter. Nach ein paar wohlverdienten Bierpausen im Außenbereich betraten The Pretty Wild die Bühne. Die beiden Schwestern legten von der ersten Sekunde an ordentlich los und zeigten dem Publikum, wo der Hammer hing.

Direkt im Anschluss folgten Boundaries. Ich habe die Band hier zum ersten Mal live gesehen, und für mich steht fest: Das war sicherlich nicht das letzte Mal.

Die Taktung auf dem Impericon Festival ist ohnehin ein Traum für jeden Musikjournalisten. Es gibt quasi keine großen Umbaupausen, da sich die beiden Bühnen direkt nebeneinander befinden. Sobald auf der einen Seite der letzte Ton verklingt, geht es drüben bereits weiter. So bekommt man unglaublich viele Bands an einem einzigen Tag unter, ohne wertvolle Festivalzeit zu verlieren.

In diesem fliegenden Wechsel folgten für mich Future Palace, die eine starke Vorschau auf ihre kommende Tour ablieferten, sowie We Came As Romans.

Impericon Festival vor begeistertem Publikum beim Konzert beim Konzert in Leipzig © Marc Blessing
© Maximilian Greif

Danach wurde es für mich Zeit für eine persönliche Premiere: Black Veil Brides. Ich hatte von der Band zuvor noch nie etwas gehört. Als sie loslegten, dachte ich im ersten Moment kurz, da stehen Bullet For My Valentine auf der Bühne – die klangliche und optische Ähnlichkeit war aus meiner Sicht wirklich deutlich spürbar.

Danach wurde es komplett abgefahren: Babymetal stürmten die Bühne. Die Japanerinnen brachten eine unfassbare Energie mit, gepaart mit messerscharfen Choreografien und einer extrem unterhaltsamen Show, die man einfach live gesehen haben muss.

Der krönende Abschluss eines langen, heißen ersten Tages gehörte schließlich Architects. Was für ein Brett: viel Licht, eine Armada an Crowdsurfern, ein wildes – im positivsten Sinne – wütendes Publikum und eine absolut makellose Show von Sam Carter und seiner Band.

Ein perfekter Finalakkord. Das reicht dann auch erst einmal für Tag eins: Die Füße qualmen, das Bier hat geschmeckt und die Halle hat gehalten, was sie versprochen hat.

Tag 2: Hitze, Crowdsurfing und Metalcore ohne Pause

Fuck, ist das heiß!

Normalerweise kann es für mich gar nicht genug Sonne und Wärme geben. Am zweiten Festivaltag sah die Welt allerdings etwas anders aus: ein kleiner Kater im Gepäck, definitiv zu wenig Schlaf und draußen Temperaturen von über 40 Grad.

In diesem Moment war ich einfach nur unendlich froh über die gekühlten Leipziger Messehallen und jedes noch so kleine Stück Schatten, das man ergattern konnte. Nach einem lebensrettenden Eiskaffee zur Reaktivierung der Lebensgeister ging es direkt wieder ab ins Getümmel.

Den Start machten für mich Cabal. Die Jungs waren eine riesige Überraschung. Die Band stand auf Empfehlung meines Bruders auf meinem Zettel, und der Dank für diesen Tipp geht hiermit hochoffiziell raus.

Was Cabal da abgeliefert hat, war einfach sexy Bühnenenergie. Es fasziniert mich immer wieder, wie sympathisch Bands rüberkommen und gleichzeitig die pure akustische Gewalt von der Bühne ballern können. Mein persönliches Prädikat: Die schaue ich mir definitiv noch einmal an.

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass der Tag unfassbar voll werden würde, und hatte mir eigentlich vorgenommen, meine Ressourcen etwas zu schonen. Spoiler: Hat überhaupt nicht geklappt.

Impericon Festival bei der Show im Scheinwerferlicht beim Konzert in Leipzig © Marc Blessing
© Maximilian Greif

Ab jetzt ging es Schlag auf Schlag.

Als Nächstes kamen I Killed The Prom Queen – die Metalcore-Götter aus der Vergangenheit. Die Truppe brachte den Sound und den Vibe von 2003 zurück auf die Bühne, und das machte einfach nur verdammt viel Spaß.

Irgendwie hat mich die Eigendynamik der Crowd dann komplett mitgerissen. Beim Fotografieren wurde ich plötzlich auf die Menge gehoben und per Crowdsurfing nach vorn getragen. Das Ende vom Lied? Ein astreiner Purzelbaum direkt in die Arme eines Security-Mitarbeiters im Graben. Riesiges Danke an dieser Stelle fürs Auffangen und fürs Aufheben meines Handys.

Nachdem der Puls wieder im Normalbereich war, folgten Dying Wish und anschließend Sleep Theory. Letztere waren wirklich abgefahren. Für mich klang das wie eine völlig verrückte, aber genial funktionierende Mischung aus Justin Bieber, NSYNC und harten Metal-Riffs. Die Band hatte gefühlt eine riesige Fanbase am Start, die jeden Ton gefeiert hat.

Dann wurde es Zeit für mein absolutes Highlight des Tages: Lionheart. Auf die brutalen Recken hatte ich mich schon eine ganze Weile gefreut – und ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Das Publikum ging komplett steil. Zwar gab es am Anfang ein paar kleine Anlaufschwierigkeiten, aber am Ende startete die Meute den größten Circle Pit des gesamten Festivals. Lionheart feuerten einen Hit nach dem anderen ab, und die ganze Halle kratzte die letzten Energiereserven zusammen, um diesen Abriss gebührend zu feiern.

Ein würdiges Impericon Festival 2026 Finale mit Rise Against

Der Abend war damit natürlich noch lange nicht vorbei. Auf dem restlichen Menü standen schließlich noch Mehnersmoos, Landmvrks und Rise Against.

Ich muss mich an dieser Stelle kurz bei mir selbst entschuldigen, aber als Landmvrks die Bühne betraten, brauchte ich dringend eine kleine Verschnaufpause. Also hieß es für mich: Ab auf die Tribüne.

Das ist übrigens ein weiterer riesiger Vorteil des Impericon Festivals in der Messehalle. Es gibt ordentliche Sitzplätze, von denen aus man beide Bühnen hervorragend im Blick hat.

Impericon Festival vor begeistertem Publikum beim Konzert in Leipzig © Marc Blessing
© Maximilian Greif

Die Show der Franzosen hatte ordentlich Feuer im Gepäck – im wahrsten Sinne des Wortes. Es brannte gewaltig auf der Bühne. Und trotz meiner sitzenden Position muss ich sagen: Das war mit Abstand eine der besten Shows, die ich je von Landmvrks gesehen habe. Und ich habe verdammt noch mal schon sehr viele Konzerte der Band erlebt.

Das fette Grand Finale des Wochenendes gehörte schließlich Rise Against. Zu den Jungs muss man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Sie sind und bleiben eine absolute Herzensband von mir. Live liefern sie immer ab und vor allem bedeutet ein Rise-Against-Set eines: Hits, Hits und noch mehr Hits.

Als die Band schließlich ihren Übersong „Savior“ anstimmte und die Halle ein letztes Mal kollektiv durchdrehte, war klar: Für dieses gesamte Wochenende galt aus meiner Sicht kompromisslos nur ein Motto: Give It All.

Was für ein verdammt heißes, intensives und großartiges Festival.

Impericon Festival 2026 Impressionen

Alle Bilder © Maximilian Greif

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Maximilian Greif

Maximilian Greif: Konzertfotograf aus Berlin & Gastfotograf beim Paranoyd Magazin. Er fängt die Energie der Berliner Clubszene in authentischen und dynamischen Live-Bildern ein.

Paranoyd Magazin