Folkfield Festival 2026: Zwei Tage Vollgas, Folk und Metal im Amphitheater

Folkfield Festival bei der Show live auf der Bühne – Credit: Andreas Müller

Lasset die Spiele beginnen! Am Freitag, den 11.09.26, um 13:30 Uhr: Die Tore öffneten sich und das Folkfield Festival startete bei gemischtem Wetter. Aber das hielt wirklich niemanden davon ab, Spaß zu haben. Die schwere Rolle des Openers fiel am ersten Tag des Festivals der Band „Deus Vult“ zu.

Steampunk oder Mittelalter: „Deus Vult“ verbindet beides

Mittelalter-Rock mit einer starken, kantigen Stimme aus der Oberpfalz. Deus Vult hatten sich 2018 gegründet und machten seither die Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unsicher. An diesem Tag fiel ihnen eine besondere Aufgabe zu. Diese hieß: Bringt das Publikum auf Touren. Ihre Bühnen-Outfits waren eine Kombination aus Mittelalter, Piraten und Steampunk. Passte das zusammen? Ja, tat es. Es ließ der Band auch genügend Gestaltungsspielraum in ihren Melodien und Texten. Sie hatten Spaß auf der Bühne und reichlich Energie, um den Funken ins Publikum überspringen zu lassen.

Die Mission „Maschine anheizen“ und „auf Touren halten“ wurde mit Bravour gemeistert.

Hoch die Tassen: „Doppelbock“ war im Haus

Die Deutsch-Rock-Band „Doppelbock“ mit Folk-Einflüssen und Akkordeon – so stand es im Internet geschrieben. Sie waren aber viel mehr. Die Band scheute sich nicht, harte Themen in Folk-Punk umzusetzen und trotzdem mit einem Augenzwinkern Spaß zu verbreiten. Ich hätte vor diesem Auftritt nicht gedacht, dass man so viele geile Lieder über „Bierchen“ schreiben und damit auch noch aktuelle Missstände auf angenehme Art anprangern konnte. Die Jungs waren definitiv gekommen, um zu bleiben. Die Fans feierten sie auf jeden Fall auf dem Folkfield 2026.

He, ho, Piraten: Es ging auf große „Katerfahrt“

Diese sechsköpfige Band mit dem wundervoll passenden Namen „Katerfahrt“ brachte nicht nur eine Energie auf die Bühne, die einem sofort gute Laune verpasste, sondern ließ auch das Tanzbein zucken. Das regnerische Wetter war beim Publikum sofort vergessen und die gute Laune zündete gleich die nächste Stufe. Die Band hatte ihr eigenes Genre entwickelt, den „Spiced-Pirate-Folk“, und untermauerte ihren Anspruch mit eigenen Texten und eingängigen Melodien. Hier passte nicht nur das Outfit, sondern die ganze Einstellung der Band. Selbst die Zwischentöne waren abgestimmt mit der Piratenliebe. Das Publikum quittierte den Auftritt mit Gesang, Tanz und lautem Gejohle nach jedem Song. Party pur mit „Katerfahrt“.

Zeit für den Co-Headliner: „Subway to Sally“

Nun war es so weit: Der diesjährige Co-Headliner des Folkfield Festivals, „Subway to Sally“, betrat unter Begeisterungsstürmen des Publikums die Bühne. Fast 35 Jahre tourten und produzierten sie Alben, aber sie brannten immer noch für die Sache wie am Anfang ihrer beachtenswerten Karriere. Etwas Lightshow, ein wenig Nebel und die absolute Freude, auf der Bühne zu stehen – mehr brauchten Subway to Sally nicht, um ihre Fans zu begeistern. Dieser Auftritt war wie das schönste Best-of-Album, das man sich von dieser Band wünschen konnte. Danke für dieses wundervolle optische und klangliche Erlebnis. Vergesst nicht, die aktuelle Tour „Post Mortem“ zu besuchen.

Folkfield Tag1Credit Andreas Mueller3
Credit: Andreas Müller

Last but not least: „Schandmaul“

Headliner „Schandmaul“ spielte das letzte Set des Tages, das neben den bekannten Klassikern auch viele Songs aus dem neuen Album „Sternensegler“ enthielt, das am 11.09.2026 veröffentlicht wurde. Nach einer kurzen Startphase erklärte Thomas Lindner, dass dieser Tag nicht nur der Start des neuen Albums sei, sondern auch die endgültige Staffelstab-Übergabe des Leadsänger-Postens an Marco Klingel alias Till Herence. Dieser zeigte an diesem Abend nicht nur eine hervorragende Gesangsleistung, sondern performte sich auch direkt in die Herzen der Fans.

Man durfte gespannt sein, was der zweite Tag des Folkfield Festivals für das Publikum bereithalten würde.

Der zweite Festivaltag startete bei Sonnenschein

Die Fortsetzung des Folkfield Festivals 2026 fand am zweiten Tag unter sonnigen Verhältnissen statt. Wir waren natürlich auch am zweiten Festivaltag für euch vor Ort, um euch Geschmack auf mehr zu machen. Nach dem etwas verhaltenen Beginn am Freitag mit Regen wurde am zweiten Tag wieder mit voller Kraft abgetanzt, gerockt und gefeiert. Wir konnten uns allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass das Folkfield 2026 in Sachen musikalischem Tempo eine Schippe draufgelegt hatte.

Opener des 2. Tages war die Band „Lestrange“

Samstag, 12.09.26: Den Opener machte die Band „Lestrange“ als Ersatz für „The Rumpled“, die erst am Donnerstag von ihrem Glück erfuhren, als Opener zu fungieren. „Lestrange“ war eine Hard-Rock-Band aus Bonn, die mit jeder Menge knallharter Riffs anreiste. Ihr zweiter Gitarrist kam mit etwas Verspätung auf die Bühne, was aber nichts an dem Vollgas-Tempo änderte, das sie von vornherein darboten. Sie überzeugten das Publikum auf ganzer Linie. Hut ab für den Mut und die Menge Spaß, die sie dem Folkfield Festival 2026 gebracht hatten.

Auf Platz 2 startete „Manntra“ durch

Die Rockband „Manntra“, im Jahr 2011 gegründet, kommt aus Umag in Kroatien. Ihre Songs sind eine Kombination aus Folk-Rock und Folk-Metal. Auch optisch gaben die Jungs ordentlich was her, mit eigenem Bühnenbild, Feuer, Kostümen und einem wilden Ritt ihres Gitarristen auf einem Surfbrett mitten durch das Publikum. Sie machten einen grandiosen Job auf der Bühne und heizten dem Publikum ordentlich ein. Ihr Sänger ließ es sich nicht nehmen, einen Song mitten im Publikum zu performen. Die gesamte Band war ein einziges Energiebündel, das seine Power direkt und mit Freude an das Publikum weitergab. Danke dafür.

„Rauhbein“ machte seinem Namen alle Ehre

Die pure Ladung deutschsprachigen Folk-Rocks lieferte uns dann die Band „Rauhbein“ aus Hessen. Benannt nach ihrem Sänger Henry M. Rauhbein aus Velmeden, Hessisch Lichtenau. Auch ein paar technische Probleme am Anfang des Sets konnten diese eingespielte Band nicht aus der Ruhe bringen. Das Repertoire der Band lag zwischen Party- und Saufliedern und kleinen Geschichten, die zum Nachdenken anregten. Sehr rockig, manchmal auch in Balladenform, aber immer aus vollem Herzen vorgetragen. Eine sehr gelungene musikalische Mischung und genau das Richtige, um auf den folgenden Act vorzubereiten. Aber die Fans hätten sie am liebsten nicht gehen lassen und sangen den letzten Song immer weiter.

260912 Fiddlers Green Folkfield Amphietheater Gelsenkirchen 2842
Credit: Andreas Müller

Irischer Speed-Folk mit „Fiddler’s Green“

Man nahm eine gute Portion Irish-Folk, ein bisschen Punk, eine Prise Rock, Ska-Einflüsse und bekam die Gute-Laune-Musik von „Fiddler’s Green“. Die Band bezeichnet ihren Stil selbst als „Speed-Folk“. Kennzeichnend für ihren Sound ist die häufige Verwendung des Offbeats. Vergleichbar sind sie international vielleicht mit Flogging Molly oder Dropkick Murphys. Diese Band entstand in Deutschland, ihr Bandname leitet sich jedoch aus der irischen Bezeichnung für „das Paradies der Seeleute“ ab. Live auf der Bühne waren die Franken unermüdliche Gute-Laune-Bären mit viel Charme und Authentizität, die man heute noch selten findet.

Auch an diesem sonnigen Nachmittag ließen sie das Amphitheater aufblühen, die Tanzbeine schwingen und die Stimmen der Fans als Chor ertönen. Kleine Besonderheit ihres Auftritts: ein Moshpit rund um Tobias Heindl, den Mann an der Geige, der stehend auf einer Leiter mitten im Pit spielte. Das musste man einfach selbst erleben.

Etwas Neues, etwas Altes und etwas Blaues: „Schandmaul“

Nach einer etwas längeren Umbaupause kamen wir zum ersten „Hauptact“: der deutschsprachigen Mittelalter-Folk-Rock-Band Schandmaul aus Gröbenzell (München). Wer am ersten Tag des Festivals noch nicht da gewesen war, bekam sehr schnell mit, dass die Band einen neuen Sänger hatte. Der langjährige Sänger Thomas Lindner musste nach einer Krebserkrankung und dem daraus folgenden Verlust seiner Gesangsstimme das Mikrofon jedoch leider übergeben. Er blieb der Band aber an der Gitarre sowie auch am Keyboard erhalten, natürlich auch beim Songwriting. Marco Klingel alias Till Herence übernahm nun den Gesang und beflügelte die Band und den Sound von Schandmaul.

Ab Sekunde eins brannten die Fans lichterloh im Amphitheater für diese Band und ihren einzigartigen Sound zwischen hart und zart. Während die Fans bei ihrem Song „Bunt nicht braun“ eine Polonaise durch den gesamten Innenraum des Amphitheaters machten, nahm Sänger Till Herence erst ein Bad in der Menge, um dann sitzend auf der Treppe zwischen den Rängen das Treiben zu genießen (siehe Fotos). Insgesamt war dieser Auftritt eine perfekte Show aus Sound, Licht, Musikern, Spaß und wundervollen Botschaften.

Zum Abschluss etwas Dwarf Metal mit „Wind Rose“

Ja, richtig gelesen! Die Power-Metal-Band „Wind Rose“ aus dem italienischen Pisa gab sich die Ehre auf dem Folkfield 2026. Ihre Songs und Alben basieren meist auf den Werken von J. R. R. Tolkien und daher auch der Name ihres eigenen musikalischen Stils „Dwarf Metal“, übersetzt „Zwergen-Metal“.

Nach der zweiten, etwas längeren Umbaupause erstrahlte die Bühne im Tolkien-Style, mit großen Felsbrocken, einem riesigen Totenschädel eines Monsters, Spitzhacken, Äxten und einem imposanten Banner im Hintergrund. Die Band selbst trat in schweren Zwergrüstungen auf, bewegte sich aber eher wie wilde Derwische von links nach rechts im Amphitheater. Gefühlt hatte jeder Zweite eine aufblasbare Axt im Publikum in der Hand und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Diggy Diggy Hole“ an, einem der bekanntesten Hits der Band.

Definitiv einer der melodisch stärksten Auftritte an diesem Tag. Die stimmliche Präsenz ihres Sängers war überwältigend und die gesamte Performance der Band atemberaubend. Mittelerde wäre stolz gewesen, diese Band erlebt zu haben. Was für ein Abriss zum Abschluss des Folkfield Festivals 2026!

Viel Spaß beim Anschauen der Fotos und beim Schwelgen in Erinnerungen oder beim Geschmack auf das nächste Jahr zu bekommen! Sehen wir uns auf dem Folkfield Festival am 4. September 2027?

Impressionen Tag 1

Impressionen Tag 2

Paranoyd Magazin