Broken Summer Festival bringt Stockholm zum Beben

Broken Summer Festival vor begeistertem Publikum beim Konzert © Christoph Siebold

Am 24.06.26 stand die zweite Ausgabe des Broken Summer Festivals in der schwedischen Hauptstadt an. Nachdem das junge Festival im vergangenen Jahr mit Headliner Lorna Shore ins Leben gerufen wurde, wollte man in diesem Jahr noch einen draufsetzen und verpflichtete mit Bad Omens eine der aktuell gefragtesten Bands der Szene für ihr lang erwartetes Schweden-Debüt. Aufgrund des gestiegenen Interesses zog das Festival auf den größeren Östermalms IP um. „IP“ steht dabei für Idrottsplats und lässt sich schlicht mit „Sportplatz“ übersetzen.

Gelungener Auftakt mit zahlreichen Schweden-Debüts

Pünktlich um 12 Uhr eröffnete die Berliner Band Vianova das Festival. Neben Bad Omens feierte auch sie im Rahmen des Broken Summer Festivals ihr Debüt in Schweden. Die Gruppe, die im vergangenen Jahr mit ihrem Debütalbum Hit It! einen Überraschungserfolg landete, wusste von Beginn an zu überzeugen und sorgte trotz der frühen Startzeit bereits für die ersten Moshpits.

Nach Vianova folgte mit Dying Wish ein weiteres Schweden-Debüt. Die Band um Frontfrau Emma Boster hatte ihr neues Album Flesh Stays Together im Gepäck und hielt das hohe Energielevel mühelos aufrecht. Das Festival war mit Wartezeiten von lediglich 25 bis 30 Minuten zwischen den ersten Bands angenehm getaktet und bot den Besuchern zudem zahlreiche Verpflegungsstände sowie ausreichend Sitzmöglichkeiten.

Im Anschluss betrat die britische Punkband Wargasm UK die Bühne, die ebenfalls erstmals in Schweden auftrat. Sänger Sam Matlock und Sängerin Milkie Way präsentierten eine explosive Mischung aus Elektropunk und Nu Metal und sorgten für zahlreiche Crowdsurfer. Bei bestem Wetter mit rund 23 Grad und gelegentlichen Wolken, die für angenehmen Schatten sorgten, hätte die Stimmung kaum besser sein können. Ohnehin befinden sich die Schweden zu dieser Jahreszeit in bester Feierlaune, denn das Festival fand direkt nach dem Midsommar-Wochenende statt – dem zweitgrößten Feiertag des Landes.

Moshpits, Pyro und pure Energie

Nach Wargasm folgte mit Kublai Khan TX die erste Band des Tages, die bereits zuvor in Schweden gespielt und im Vorfeld für große Vorfreude unter den Fans gesorgt hatte. Die Beatdown-Formation entfachte sofort wilde Moshpits, Walls of Death und Circle Pits und brachte die Stimmung auf ihren bisherigen Höhepunkt. Rund 60 Minuten lang beschallten die Texaner Stockholm und ließen den Zuschauern kaum eine Verschnaufpause.

Diese gab es erst im Anschluss während einer knapp 50-minütigen Umbaupause, bevor mit Paleface Swiss eine weitere Band die Bühne betrat, die Stockholm bereits bestens kennt. Die Pause machte sich bezahlt, denn die Schweizer legten vom ersten Song an los wie die Feuerwehr. Mit brachialen Breakdowns und spektakulären Pyroeffekten heizten sie dem Publikum ordentlich ein. Paleface Swiss sorgte zudem für die größte Wall of Death des gesamten Tages. Kaum jemand dürfte daran gezweifelt haben, dass hier eine der kommenden ganz großen Bands der Szene auf der Bühne stand.

Nun war es Zeit für den zweiten Hauptact des Festivals: The Plot In You. Die US-Amerikaner stehen ebenfalls kurz davor, endgültig den Sprung in die größte Liga zu schaffen und künftig Arenen zu füllen. Mit ihrer einzigartigen Bühnenpräsenz hatten sie das Publikum jederzeit unter Kontrolle und lieferten über 70 Minuten hinweg eine beeindruckende Performance ab. Gespielt wurden überwiegend Songs der EPs, die in den vergangenen beiden Jahren erschienen sind und in weniger als zwei Wochen gemeinsam auf einem neuen selbstbetitelten Album veröffentlicht werden.

Nachdem The Plot In You ihr Set mit dem Klassiker FEEL NOTHING beendet hatten, war die Bühne bereitet für den Höhepunkt des Abends.

Bad Omens krönen einen perfekten Festivaltag

Foto1-3: © Evelina Szczesik Foto 4: © Alexandra Petersen / FKP Scorpio

Unter dem Jubel von über 10.000 Besuchern betraten Bad Omens die Bühne und lieferten genau die Show ab, die sie in den vergangenen Jahren zu einer der erfolgreichsten Bands der modernen Metalcore-Szene gemacht hat.

Auch für die Band selbst war dieser Auftritt etwas Besonderes. Frontmann Noah Sebastian zeigte sich begeistert von einem vorbeifliegenden Heißluftballon und erzählte den Fans, dass er zuvor noch nie einen aus nächster Nähe gesehen habe. Gitarrist Joakim Karlsson hingegen ist gebürtiger Schwede und durfte somit ein ganz besonderes Heimspiel feiern. Unter der Stockholmer Mitternachtssonne entwickelte die Show eine einzigartige Atmosphäre, die dem Festival einen würdigen Abschluss verlieh.

Insgesamt ist das noch junge Broken Summer Festival absolut empfehlenswert und lässt sich hervorragend mit einem Sommerurlaub im wunderschönen Schweden verbinden. Man darf gespannt sein, welche Bands die Veranstalter für die nächste Ausgabe verpflichten werden.

Impressionen Broken Summer 2026

Christoph Siebold bei der Show live auf der Bühne © Marc Blessing

Christoph Siebold

Christoph Siebold ist Gastfotograf und Schreiber aus Berlin. Er begleitet Live-Events für das Paranoyd Magazin mit Kamera und Berichten.

Paranoyd Magazin