Das Londoner Trio Urne legt nach. Nach dem Debüt Serpent & Spirit und dem Nachfolger A Feast on Sorrow folgt nun Setting Fire To The Sky. Neun Tracks, die wenig Interesse daran haben, irgendwem den roten Teppich auszurollen. Hier wird gedrückt, geschoben und im Zweifel auch überrollt.
Der Opener Be Not Dismayed beginnt dabei fast schon hinterhältig freundlich mit angedeuteter Akustikgitarre. Ein kurzes Täuschungsmanöver, denn kaum hat man sich an den Gedanken von Sanftheit gewöhnt, kippt der Song brutal in massiven Gitarrenlärm. Der Härteregler wird ohne Vorwarnung nach oben gerissen und bleibt dort auch erst einmal.
Urne: Kantig statt komfortabel
Weeping To The World knüpft nahtlos an, diesmal mit stärkerem Fokus auf das Schlagzeug, das wie ein rammbockartiger Puls durch den Track treibt. Soundtechnisch bewegt sich das Album irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal, Hardcore und modernen Metal-Elementen. Melodische Zugänglichkeit ist dabei eher die Ausnahme als die Regel. The Spirit, Alive erlaubt sich immerhin kurze melodische Atempausen, wirkt aber eher wie ein dunkles Flackern als ein echtes Licht. Der Titelsong Setting Fire To The Sky schiebt den Fokus wieder klar auf düstere Gitarrenwände und einen Gesang, der mehr beschwört, als singt. Insgesamt bleibt der Sound kantig, sperrig und klar auf Genre-Liebhaber zugeschnitten. Neulinge dürften sich hier eher die Knie aufschlagen als die Hand reichen lassen.
Urne und ihre Gäste im Sturm
Auch prominente Gäste ändern daran wenig. Harken The Waves mit Troy Sanders von Mastodon gönnt sich ein langes Intro und fast zehn Minuten Spielzeit. Eine angenehme Abwechslung im sonst oft algorithmusfreundlichen Kurzformat der Genres. Hier mischt sich tatsächlich etwas Melodie in den schweren Sound und die stimmliche Kombination funktioniert überraschend gut. Einer der spannenderen Tracks des Albums. Noch unerwarteter kommt Breathe daher, ein Feature mit Jo Quail. Eine balladeske Nummer mit sanftem Klavier, die wie ein stiller Schatten zwischen all den Gitarren Tsunamis steht. Gerade dieser unerwartete Bruch mit allem macht den Song zu einem echten Highlight. Nocturnal Forms schließt das Album schließlich wieder in gewohnter Manier mit wuchtigen Gitarren und treibendem Schlagzeug ab.

Mia Lada-Klein
Mia ist Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Als absolute Spezialistin für Interviews und Reviews verbindet sie ihr Literaturstudium mit ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Mia blickt auf eine langjährige Zusammenarbeit mit diversen Magazinen zurück und ist ein wahrer Interview-Profi, der fundiertes Fachwissen mit authentischen Einblicken in die Musikszene vereint.
