Am 26. Juni veröffentlichen The Pretty Reckless ihr fünftes Studioalbum „Dear God“. Nach mehr als fünf Jahren Wartezeit beginnt für die Band um Taylor Momsen ein neues Kapitel. Die Voraussetzungen dafür könnten kaum größer sein. Über die Jahre hat sich die Band mit zahlreichen Hits, Millionen verkauften Alben und Tourneen mit Größen wie AC/DC, The Rolling Stones und Soundgarden einen festen Platz in der Rockwelt erarbeitet.
Doch Zahlen und Rekorde stehen bei „Dear God“ eigentlich gar nicht im Vordergrund. Stattdessen präsentiert sich die Platte als sehr persönliches Album, das einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt von Taylor Momsen gewährt.
Zwischen Zweifel, Hoffnung und dem Blick nach vorn
Taylor Momsen gehört aktuell ohne Frage zu den markantesten Stimmen der Rockszene. Auf „Dear God“ zeigt sie einmal mehr, warum. Ihre Stimme trägt die Songs mühelos durch die unterschiedlichsten Stimmungen und sorgt dafür, dass jede Zeile glaubwürdig wirkt.
Besonders beeindruckend ist dabei die Ehrlichkeit, die sich durch das gesamte Album zieht. Die insgesamt 14 Songs wirken wie persönliche Einträge aus einem Tagebuch. Man hat das Gefühl, Momsen würde ihre Gedanken ungefiltert mit den Hörern teilen. Genau das macht „Dear God“ so greifbar.
Inhaltlich bewegt sich das Album zwischen den großen Fragen des Lebens. Liebe, Verlust, Hoffnung, Selbstzweifel und die eigene Vergänglichkeit ziehen sich durch viele Songs. Titel wie „Dear God“, „For I Am Death“ oder „Dark Days“ beschäftigen sich mit den schwierigeren Seiten des Lebens, während Songs wie „Love Me“, „About You“ oder „Spell On You“ zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt stellen.
Spannend ist auch die „Life Evermore“ Trilogie, die sich über das Album verteilt. Die einzelnen Kapitel verleihen der Platte einen roten Faden und lassen die Songs wie Teile einer größeren Geschichte erscheinen.
Ein Album, das nachwirkt
Musikalisch bleiben The Pretty Reckless ihrem Stil treu und schaffen es trotzdem, frische Akzente zu setzen. Die Songs wirken nie überladen, sondern lassen den Emotionen genügend Raum, sich zu entfalten. Gerade dadurch gewinnen viele Momente zusätzlich an Wirkung.
„Eye Of The Storm“ und „Rollercoaster Of Life“ greifen Herausforderungen und Wendepunkte auf, mit denen sich viele Menschen identifizieren können. Gleichzeitig bleibt genug Platz für eigene Interpretationen, was die Songs auch nach mehreren Durchläufen interessant hält.
Was mir besonders gefällt: „Dear God“ versucht nicht, ständig größer oder lauter zu sein als alles davor. Stattdessen setzt das Album auf starke Songs, persönliche Geschichten und eine Atmosphäre, die sich langsam entfaltet. Dadurch wächst die Platte mit jedem weiteren Hören.
Fazit:
„Dear God“ hat mich von Anfang bis Ende abgeholt. Vor allem die Ehrlichkeit und die persönliche Note machen dieses Album zu etwas Besonderem. Taylor Momsen schafft es, ihre Gedanken und Gefühle in 14 starken Songs zu verpacken, die lange nachwirken. Dazu kommt eine Stimme, die man sofort erkennt und die jeden Song trägt. „Dear God“ ist eines dieser Alben, die man nicht nur einmal hört. Mit jedem Durchlauf entdeckt man neue Details, und genau das macht den Reiz dieser Platte aus.
THE PRETTY RECKLESS
Dear GodFearless
RecordsRelease:
26 June 2026

Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.
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