Mit ihrem dritten Studioalbum „HUN“ (VÖ: 24.07.26) schlagen The Hu ein weiteres eindrucksvolles Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte auf. Seit ihrem internationalen Durchbruch hat die mongolische Band ihren ganz eigenen Stil perfektioniert: Kraftvolle Metal-Riffs treffen auf traditionellen Kehlkopfgesang, Morin Khuur und die unverwechselbare Atmosphäre der mongolischen Steppe. Auch auf „HUN“ bleibt die Band dieser Identität treu und liefert ein Werk ab, das gleichermaßen episch, mitreißend und authentisch klingt.
Schon der Opener „Warrior Chant“ macht unmissverständlich klar, worauf sich die Hörer einstellen dürfen. Mächtige Rhythmen, tiefe Gesänge und eine hymnische Stimmung bauen sich langsam auf und ziehen das Publikum sofort in die Welt von The Hu. Es ist ein Auftakt, der perfekt zur Band passt und den Grundstein für ein Album legt, das von Anfang bis Ende seine ganz eigene Atmosphäre entwickelt.
The Hu perfektionieren ihren unverkennbaren Hunnu Rock
Mit „The Men“ und „Horsemen“ folgt genau das, was Fans an The Hu lieben: schwere Gitarren, markante Grooves und der einzigartige Wechsel zwischen traditionellen Instrumenten und modernem Metal. Dabei gelingt es der Band erneut, niemals beliebig zu wirken. Stattdessen besitzt jeder Song seinen eigenen Charakter und fügt sich dennoch nahtlos in das Gesamtbild des Albums ein.
Besonders beeindruckend ist die Produktion. Die Instrumente haben viel Raum, die traditionellen Klänge stehen nie im Schatten der Gitarren und der kraftvolle Kehlkopfgesang bildet das Herzstück jeder Komposition. Gerade dadurch entfaltet „HUN“ eine beeindruckende Tiefe. Das Album wirkt groß, ohne überladen zu sein, und verbindet moderne Härte mit kulturellen Wurzeln auf eine Art, wie sie nur The Hu beherrschen.
Einen besonderen Moment liefert „Lost Soul“, für die digitale Albumversion gemeinsam mit Jonny Hawkins von Nothing More aufgenommen. Die Zusammenarbeit bringt eine völlig neue Dynamik in den Sound der Band. Hawkins ergänzt den charakteristischen Gesang von The Hu hervorragend und sorgt dafür, dass der Song eine moderne Rock-Note erhält, ohne den typischen Stil der Mongolen zu verlieren. Die Mischung funktioniert überraschend gut und zeigt, dass The Hu auch abseits ihrer gewohnten Pfade überzeugen können. Gerade weil der Song etwas anders klingt als der Rest des Albums, bleibt er besonders im Gedächtnis und macht richtig Lust darauf, mehr von The Hu zu hören.

Epische Highlights und die perfekte Balance
Doch auch die weiteren Songs überzeugen. „Echoes of My Father“ entfaltet eine fast schon majestätische Atmosphäre, während „Shadow“, „Greed“, „Grey Hun“ und „The Real You“ die härtere Seite der Band in den Vordergrund stellen, bevor das über acht Minuten lange „Universe“ als epischer Höhepunkt des Albums alle Stärken der Band bündelt. Hier entfaltet sich die ganze musikalische Bandbreite von The Hu von ruhigen, fast mystischen Passagen bis hin zu monumentalen Metal-Momenten. Der Abschluss „Second Face“ rundet das Album schließlich stimmig ab und hinterlässt das Gefühl, eine tiefgründige musikalische Reise erlebt zu haben.
Was „HUN“ besonders stark macht, ist die Balance zwischen Weiterentwicklung und Wiedererkennungswert. The Hu versuchen nicht, sich neu zu erfinden. Stattdessen verfeinern sie ihren unverwechselbaren Hunnu Rock und ergänzen ihn an den richtigen Stellen um neue Ideen. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass sich das Album sowohl für langjährige Fans als auch für neue Hörer eignet.
Spätestens seit ihren Tourneen mit internationalen Größen und ihren Beiträgen zu Film- und Videospiel-Soundtracks steht fest, dass ihre Musik weit über Genregrenzen hinaus funktioniert. „HUN“ unterstreicht diesen Anspruch eindrucksvoll. Die elf Songs vereinen Tradition und Moderne zu einem Klangbild, das sofort wiedererkennbar ist und dennoch genügend Abwechslung bietet, um auch nach mehreren Durchläufen spannend zu bleiben.
Warrior Chant (3:46)
Lost Soul feat. Nothing More (3:53)*
The Men (3:41)
Echoes of My Father (6:08)
Shadow (3:21)
Horsemen (4:35)
Greed (5:01)
The Real You (4:01)
Grey Hun (3:50)
Universe (8:43)
Second Face (3:31)
*„Lost Soul“ in der Featuring-Version mit Jonny von Nothing More ist nur in der digitalen Version des Albums erhältlich.
Shirin Beringer
Shirin ist Fotografin und Redakteurin für das Paranoyd Magazin. Mit Leidenschaft und einem präzisen Blick für den Moment dokumentiert sie das Geschehen in der Rock- und Metal-Szene. Shirin verbindet ausdrucksstarke Konzertfotografie mit authentischer Berichterstattung und fängt die Energie der Live-Shows für die Community von Paranoyd ein.
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