Tanzwut – „Herz aus Stein“: Zwischen Mittelalter-Rock, Electro und purer Emotion

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Am 4. September erscheint heute von Tanzwut das neue Studioalbum mit dem Titel „Herz aus Stein“. Auf die Fans warten 14 brandneue Songs, welche die Band mit Sicherheit auch auf ihrer Tour ab Mitte Oktober zum Besten geben wird.

Der Opener „Rosenkrieg“ klingt am Anfang wie ein absolut fetter Partyhit. Eine Mischung aus handfestem Mittelalter-Rock und Electro-Sound. Im Text wird auf lustige Art und Weise erzählt, was die beiden ehemaligen Liebenden sich gegenseitig während des Rosenkriegs antun. Brutale Gitarrenriffs treffen auf perfekt gespielte Dudelsäcke – die perfekte, aggressive Liebeserklärung an das Chaos. Und zugegebenermaßen muss man dabei etwas schmunzeln.

Eine Geschichte über das Tourleben erzählt „Keine Band für eine Nacht“. Der Song bringt die Energie der Live-Auftritte gut rüber und man freut sich schon auf die kommende Tour. Zu Beginn etwas ruhiger mit Akustikgitarre gespielt, entwickelt sich das Stück jedoch schnell zu einer ordentlichen Hymne mit fettem Gitarrensound und den charakteristischen Dudelsäcken. Perfekt zum Mitgrölen und Headbangen. Sicher wird der Song bei den nächsten Konzerten ein Publikumsliebling.

„Herz aus Stein“ ist der Titeltrack und gleichzeitig das Herzstück des Albums. Ein stampfender Rhythmus paart sich mit Teufels unverkennbarem Reibeisen-Gesang und einem Refrain, der für die großen Bühnen geschrieben wurde. Der Song wechselt zwischen sehr emotionalen Strophen, die von Streichinstrumenten begleitet werden, und den wutgeladenen Refrains. Ein absolut epischer Song!

Zwischen Rock, Electro und Gesellschaftskritik

„Zeitgeist“ vereint zu Beginn des Tracks wieder perfekt die Mischung aus Rock- und Electro-Sound. Der Song wirkt durch seine Instrumentierung sehr hart. Der Teufel namens Zeitgeist versucht, alle in seinen Bann zu ziehen und mit seinen vergänglichen Gaben zu locken.

Den Track „Die Sänger singen noch“ gibt es gleich zweimal auf der CD. Ganz zum Schluss findet sich eine Version, die Tanzwut zusammen mit befreundeten Bands und Sängerinnen und Sängern aufgenommen hat. Dazu wurde auch ein Musikvideo veröffentlicht. Tanzwut beschäftigt sich in dem Song damit, wie KI in Zukunft Einfluss auf die Musik nehmen könnte. Eine wunderschöne Ballade, die Gänsehaut verursacht.

„Der König ist pleite“ überbietet die bisherigen Songs fast noch an Härte. Der Synthesizer-Sound legt sich wie ein Teppich unter die fetten Gitarrenriffs, die wiederum von Bassläufen umspielt werden. Übt die Band im Text etwa Kritik an der Politik?

Emotionen und Lebensgeschichten

„Ich bin kein Engel“ beginnt etwas ruhiger und wirkt gleich zu Beginn sehr emotional. Unter den fetten Sound von Gitarre und Dudelsack mischen sich ganz zart die feinen Klänge von Streichern, die dem Song eine gewisse Schwere und Emotionalität verleihen.

Mit Akustikgitarre wird „Sag niemals nie“ zu Beginn begleitet, dann setzt der typische Tanzwut-Sound ein. Man hat den Eindruck, dass man im Text die eigene Lebensgeschichte Revue passieren lässt. Du sollst trotz aller Erlebnisse die Dinge so nehmen, wie sie kommen, und dein Leben leben. Wer weiß, ob man nicht sonst etwas verpasst.

„Wir haben’s übertrieben“ ist ein Song im Country-Stil. Das kommt völlig unerwartet! Dennoch schaffen es Tanzwut, die Dudelsäcke im Refrain zu platzieren. Der Song macht auf jeden Fall Spaß und eignet sich bestimmt dazu, ihn lautstark mitzugrölen.

Punk, Freundschaft und ein Song für den Moshpit

Mit „No Future“ macht die Band einen Ausflug in Punk-Gefilde. Eine rohe Attitüde, hohes Tempo und ein rotziger Text, der förmlich nach einem Moshpit schreit, zeichnen diesen Song aus. Unterschwellig fügt sich der Synthesizer-Sound mit ein, der hervorragend zum Arrangement passt. Der Text ist gesellschaftskritisch, was sich die Band aber auch leisten kann.

Ein Song über bedingungslose Freundschaft ist „Wenn alle Stricke reißen“. Dieser Song hat mich emotional sehr berührt. Der Refrain ist ein absoluter Ohrwurm, ganz wie man es von Tanzwut gewohnt ist. Dieser Track ist wie geschaffen für die Live-Shows, da der schlagkräftige Refrain das Publikum zum Mitsingen animiert.

Für mich ist die größte Überraschung der Track „Ewig wie das Eis“. Kalter Wind fegt über eine Ebene und man hört Eisschollen knacken. Dieser Song ist absolut episch und wundervoll melancholisch. Den muss man einfach auf sich wirken lassen. Wer hier keine Gänsehaut bekommt, hat wahrlich ein Herz aus Stein.

Bei „Kein Abschied für immer“ drehen Tanzwut musikalisch noch einmal auf, obwohl der Song eine melancholische Grundstimmung hat. Frontmann Teufel zeigt bei diesem Song eine seiner facettenreichsten Gesangsleistungen des Albums. Seine rauchige, markante Stimme verleiht dem Text eine spürbare Tiefe und Authentizität.

Fazit

Das neue Album „Herz aus Stein“ fühlt sich musikalisch deutlich härter an als die bisherigen Alben. Zudem ist es wohl eines der persönlichsten und emotionalsten Alben von Tanzwut. Live wird die Band die Clubs auf der kommenden Tour mit Sicherheit abreißen.

Gäste bei „Die Sänger singen noch“:

Alea & Elsi (SALTATIO MORTIS)

Eric Fish & Ally Storch (SUBWAY TO SALLY)

René Anlauff (HELDMASCHINE)

Martin Engler (MONO INC.)

SOTIRIA

Johnny (SOULBOUND)

Albumcover
  1. Tanzwut – Herz aus Stein
  2. Rosenkrieg
  3. Keine Band für eine Nacht
  4. Herz aus Stein
  5. Zeitgeist
  6. Die Sänger singen noch
  7. Der König ist pleite
  8. Ich bin kein Engel
  9. Sag niemals nie
  10. Wir haben's übertieben
  11. No future
  12. Wenn alle Stricke reißen
  13. Ewig wie das Eis
  14. Kein Abschied für immer
  15. Die Sänger singen noch (Tanzwut & Freunde)
Selina

Selina Dreher

Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.

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