Mit seinem Debüt “Who I Am “hat Cory Marks 2020 schon die Country-Rock-Welt aufgemischt und das so laut, dass man ihn seither nicht mehr ignorieren kann. Jetzt also “Sorry For Nothing“, Album Nummer zwei. Schon der Opener “Hangman” macht klar: Hier regiert erstmal der Rock. Dicke Riffs, treibender Rhythmus, man könnte fast meinen, der Cowboyhut wurde gegen eine Lederjacke getauscht. Country ist hier eher Fehlanzeige. Zumindest auf den ersten Blick.
Doch wer CORY MARKS kennt, weiß: Ganz ohne seine Country-DNA geht’s nicht. Spätestens bei Change The Game schimmert die Heimatliebe durch, subtil, aber unüberhörbar. MARKS legt die Country-Basis wie ein solides Fundament, auf dem sich der Rock nach Belieben austoben darf. Das Ergebnis: eine stilistische Gratwanderung, die mal knallt, mal schunkelt.
Cory Marks zwischen Ballade und Banjo-Gewitter
Mit Songs wie The Heart Breaks When It Wants To und Someone I Hate schlägt Marks die ruhigeren Töne an. Balladesk, ein bisschen mehr Gefühl, ein bisschen weniger Gitarrengewitter. Fast so, als wolle er zwischendurch beweisen, dass er nicht nur den Cowboy mit den Rockposen geben kann. Doch kaum eingelullt, kommt Wild Ride und hier geht’s wieder volle Breitseite nach vorn. Rasante Gitarrenläufe, die wie ein entfesseltes Banjo über die Prärie jagen, inklusive Kopfkino: Hollywoodschaukel auf der Veranda, Limonade in der Hand, irgendwo zwischen Western-Klischee und Festivalbühne. Noch countryesker wird es mit Whiskey River. Da kriegt man die volle Dröhnung Lagerfeuerromantik und Barroom-Vibes. Genau der Stoff, den Coverbands gern für den Absacker auspacken.
Bei Cory Marks trifft Rock auf Country und beide gewinnen
Im zweiten Teil des Albums übernimmt klar der Country das Steuer. Unerwartet, ein wenig widersprüchlich, aber definitiv unterhaltsam. Gerade, weil MARKS die Balance sucht und doch nicht immer findet. Wer sich gerade noch auf die Rocknummern eingeschossen hat, reibt sich die Ohren, wenn plötzlich die rohe Country-Fiddle durch den Äther flattert.
Das große Finale liefert der Titeltrack Sorry For Nothing (Acoustic). Ganz reduziert, mit Klavier und Country-Herzblut. Ein Ausrufezeichen, das nachhallt. Es wirkt fast so, als wolle Marks noch einmal klarstellen, worum es ihm wirklich geht: Authentizität. Egal ob Rockbretter oder Country-Balladen, CORY MARKS macht, was er will. Und meistens macht er es verdammt gut.

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Mia Lada-Klein
Mia ist Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Als absolute Spezialistin für Interviews und Reviews verbindet sie ihr Literaturstudium mit ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Mia blickt auf eine langjährige Zusammenarbeit mit diversen Magazinen zurück und ist ein wahrer Interview-Profi, der fundiertes Fachwissen mit authentischen Einblicken in die Musikszene vereint.

