SOCIAL DISTORTION sind das unumstößliche Gesetz des Punkrocks. Seit den späten 70ern stehen Mike Ness und seine Mitstreiter aus Fullerton, Kalifornien, für einen Sound, der die Wut des Punk mit der Seele des Rock’n’Roll vereint. Nach 15 langen Jahren des Wartens – eine Zeitspanne, in der Ness eine lebensbedrohliche Krankheit besiegte – meldet sich die Band nun mit dem neuen Album „Born To Kill“ zurück.
Ein Denkmal für den eigenen Weg
Wer glaubt, die Band hätte anderthalb Jahrzehnte für das Schreiben der elf Songs benötigt, irrt gewaltig. Ness, der ewige Schüler von Legenden wie den Rolling Stones oder den Ramones, hatte über 40 Stücke zur Auswahl. Produziert wurde das Werk von Dave Sardy und Ness selbst in den ehrwürdigen Sunset Sound Studios. Das Ergebnis ist eine Platte, die wie ein Befreiungsschlag wirkt. Das Cover, eine Zusammenarbeit mit Shepard Fairey, fängt den konfrontativen Geist perfekt ein.
Dass Mike Ness ein ehrlicher Geschichtenerzähler ist, beweist er in jedem Takt. Born To Kill ist eine Hommage an seine Anfänge, an die Nächte in Clubs und das Gefühl, gegen 99 % der Welt antreten zu müssen. Der Titeltrack fungiert dabei als direktes Manifest: „I’m the underdog who ends up on top“, proklamiert Ness mit seinem unverwechselbaren Organ über feurigen Gitarrenwänden.
„Born To Kill“ – Hymnen zwischen Nostalgie und purer Energie
Die musikalische Bandbreite auf dem Album ist beeindruckend. In „The Way Things Were“ blickt die Band nostalgisch auf die wilden Tage in Fullerton zurück, während das schwingende „Tonight“ – eine Idee, die noch aus den Sessions zu Hard Times and Nursery Rhymes stammt – zeigt, wie man nach persönlichen Krisen wieder aufsteht. Besonders hervorzuheben sind die Gastbeiträge von Lucinda Williams und Benmont Tench (The Heartbreakers), die den Songs eine zusätzliche Tiefe verleihen.
Ein echtes Highlight ist die Interpretation von Chris Isaaks „Wicked Game“. SOCIAL DISTORTION haben eine lange Tradition darin, Coverversionen in eigene Klassiker zu verwandeln, und diese düstere Rock-Hymne reiht sich nahtlos neben Hits wie „Ring of Fire“ ein. Mit „Partners In Crime“ liefert Ness zudem eine waschechte Punk-Hymne ab, die auf einem simplen Drei-Akkorde-Gerüst und einem massiven Groove basiert.
SOCIAL DISTORTION sind längst mehr als eine Band; sie sind eine Institution, die Generationen verbindet. Dass sie heute mit Bruce Springsteen oder Neil Young die Bühne teilen, unterstreicht ihre Relevanz weit über die Punk-Szene hinaus. Auf „Born To Kill“ zeigen sie, dass sie nicht nur überlebt haben, sondern vitaler sind als je zuvor.

Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.



