Our Mirage kommen aus Marl in Nordrhein-Westfalen und machen seit 2017 genau die Art von Musik, die direkt unter die Haut geht. Rund um Sänger Timo Bonner verbindet die Band Post-Hardcore, Melodic Hardcore und Alternative Rock zu einem Sound, der gleichzeitig Druck macht und emotional offen ist. Melodien, klare Vocals und intensive Passagen treffen hier auf Texte, die nichts beschönigen und genau deshalb hängen bleiben.
Inhaltlich geht es bei Our Mirage um echte Themen. Depressionen, Angst, Panikattacken und Mobbing stehen im Mittelpunkt, oft direkt aus Timo Bonners eigener Lebensrealität gegriffen. Die Band bringt das selbst ziemlich treffend auf den Punkt mit ihrem Motto „Hard hitting lyrics with heart-hitting music“. Songs wie „Heartbeat“, der einer nahestehenden Person mit Panikattacken gewidmet ist, zeigen, wie persönlich und nahbar das alles gedacht ist. Genau diese Mischung aus ehrlicher Offenheit und emotionalem Post-Hardcore bildet auch das Fundament für Fractured Minds und gibt dem Album von Anfang an eine klare Haltung.
Persönliche Themen, starke Features
Das neue Album erscheint am 30. Januar 2026 via Arising Empire, bringt zehn Songs mit und gleich drei Features, die richtig ballern. Mit Elwood Stray, Christopher Kristensen von Dead By April und Screamistry holt sich die Band genau die Stimmen dazu, die dem Album zusätzliche Farben geben. Gerade das Feature mit Screamistry hat eine eigene kleine Vorgeschichte, nachdem er Our Mirage bei einem Festival spontan auf der Bühne „überrascht“ und direkt Eindruck hinterlassen hat. Entsprechend intensiv fühlt sich auch der gemeinsame Song „Timeloss“ an.
Our Mirage machen nicht nur Post Hardcore, sie leben ihn. Härte, Emotion und Atmosphäre greifen hier konstant ineinander, ohne dass irgendetwas forciert wirkt. Fractured Minds setzt genau da an und geht noch ein Stück weiter. Besonders „God Behind Your Eyes“ bleibt hängen. Der Song ist eine Liebeserklärung an Timos Verlobte und transportiert Nähe und Dankbarkeit auf eine sehr ehrliche Art, ohne ins Übertriebene zu rutschen. Ein Song, der für beide immer bleiben wird.
Der Track „The Chase“ mit Elwood Stray fällt bewusst etwas aus dem gewohnten Klangbild heraus und klingt stärker nach Elwood Stray als nach klassischem Our Mirage Sound. Genau das funktioniert aber. Rap Parts, Nu Metal Anleihen und wuchtige Metalcore Passagen sorgen für einen heftigeren Sturm, ohne den Flow zu stören.
Unterm Strich steht ein Album, das ordentlich Druck macht und trotzdem Platz für Emotionen lässt. Our Mirage bleiben sich treu, wirken dabei aber fokussierter und selbstbewusster denn je. Timo Bonners Stimme trägt Fractured Minds sicher durch alle Facetten und macht das Album zusammen mit den Feature-Gästen und seiner Band zu einem Hörerlebnis, das man nicht nur einmal laufen lässt.

Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.
