Am 17. Juli erscheint das neue Album mit dem Titel „Wolkenjäger“ und wartet mit 13 Tracks auf. Wer Mythemia bereits kennt, weiß, dass die Band live absolute Spielfreude auf die Bühne bringt. Das haben die fünf Musiker auch kürzlich erst wieder auf dem Hörnerfest bewiesen.
Mythemia hebt mit „Wolkenjäger“ zum vierten Album der Band ab. Verspielter Folk trifft auf kraftvollen Rock, spannende Geschichten verbinden Sehnsucht, Abenteuerlust und Lebensfreude. Zwischen tanzbarer Leichtigkeit und verträumtem Eskapismus entführt die Folkrock-Band aus NRW in eine Welt, in der Grenzen nur im Kopf existieren.
Auf „Wolkenjäger“ zeigt sich Mythemia kraftvoller denn je. Gleichzeitig setzt die Band ein klares Zeichen für Offenheit, Toleranz und Vielfalt – für eine bunte Gesellschaft, in der alle Menschen willkommen sind. Reisende soll man bekanntermaßen nicht aufhalten. Warum auch? Immerhin warten noch unzählige Abenteuer. Kommt mit an Bord, lasst den Alltag hinter euch und werdet selbst zum Wolkenjäger!
Ein starker Start voller Abenteuer
Der Opener „Land in Sicht“ ist wohl einer der bisher schnellsten Songs der Band. Hierzu hatte die Band bereits im Februar das passende Musikvideo veröffentlicht. Im Song geht es darum, nach einer langen Reise endlich wieder zu Hause anzukommen. Der Song geht von Anfang an richtig gut ab. Besonders auffällig sind die fetzigen Bassläufe. Ein richtiger Gute-Laune-Song, bei dem man im Refrain ordentlich mitgrölen kann.
„Wenn nicht jetzt?“ steht dem Opener in nichts nach. Auch hier bekommt man direkt gute Laune und der Track hat ein gutes Tempo, so wie es sich für richtig guten Folkrock gehört. Schön ist, dass sowohl die Geige, und das Akkordeon als auch die Flöte einen kleinen Instrumentalpart bekommen, der die Instrumente gut zur Geltung kommen lässt. Zu Recht ist „Wolkenjäger“ der Titeltrack des Albums. Das Zusammenspiel zwischen Akustikgitarre und Bass ist hier wirklich gelungen. Manchmal lohnt es sich, seine Träume zu leben und den Wolken hinterherzujagen.
Zwischen Partystimmung und nachdenklichen Momenten
Etwas dunkler und mystischer geht es bei „Nachtgeläute“ zu. Mit düsteren Geigenmelodien und einem Kinderchor entführt die Band uns in vergangene Zeiten, in denen Hexen gejagt wurden und man stets einen Sündenbock suchte. Wer kann sich vor dem wütenden Mob retten? Kommt mit Mythemia mit, denn dort sind alle Kreaturen willkommen.
Ein Lied im Sea-Shanty-Stil ist „Schlechte Heuer, guter Wind“. Die Mannschaft an Bord ist eine eingeschworene Crew. Der Song lässt sich auf jeden Fall gut mitsingen und lädt ein wenig zum Schunkeln ein. „Teufelskerl“ ist in Zusammenarbeit mit Harpyie entstanden. Der Song macht klar, dass es nicht unbedingt einen Teufel braucht, der einen verführt. Aello von Harpyie bekommt bei diesem Track einen Solo-Gesangspart.
Auf eine Schatzsuche lädt die Band mit dem Track „Juwelenfieber“ ein. Doch Schätze und Reichtum sind nichts im Vergleich zur einzig wahren Liebe. Der Text im Refrain ist recht eingängig und das Geigensolo lädt zum Tanzen ein. „Der Horizont ist bunt!“ steht für Toleranz und Vielfalt. Zu Beginn und später im Song gibt es einen Part zum Mitklatschen und Stampfen. Im Text geht es der braunen Gesinnung an den Kragen. Der Song ist ein absoluter Ohrwurm. „Ahoi“ erzählt die Geschichte der Crew eines versunkenen Schiffs. Er überrascht mit einer ungewöhnlichen Songstruktur und einem sich stetig steigernden Tempo. Ein richtig epischer Track, bei dem man im Refrain ebenfalls hervorragend mitsingen kann.
Bei „Loreley“ bekommt Pegleg Peggy von Mr. Hurley & die Pulveraffen einen Gastauftritt. Ein Song ohne jeglichen Tiefgang, einfach nur ein Partysong, den man auch noch betrunken mitgrölen kann. Ruhiger geht es mit „Darauf trinken wir“ weiter. Ein gemütlicher Schunkel-Song im 6/8-Takt, der bei leichtem Wellengang vor sich hinplätschert. Live wurde „Heute hier, morgen dort“ bereits bei einigen Konzerten gespielt und bildet einen gelungenen Abschluss des Albums. Als Bonustrack gibt es noch die neue Version von „Der Barde“. Der Song stammt vom Album „Weltenwanderer“. Die Textzeile „Lieber Barde, sing nicht mehr!“ lässt sich hervorragend mitsingen.
Fazit:
Ein Album, das gute Laune bringt und Lust auf die Festivalsaison macht. Für alle, die es etwas düsterer mögen, empfehle ich den Track „Nachtgeläute“.
Tracklist:
Land in Sicht
Wenn nicht jetzt?
Wolkenjäger
Nachtgeläute
Schlechte Heuer, guter Wind
Teufelskerl
Juwelenfieber
Der Horizont ist bunt!
Ahoi
Loreley
Darauf trinken wir
Heute hier, morgen dort
Bonus: Der Barde (2026)
Mehr über Mythemia findet ihr online:
Selina Dreher
Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.


