Joyce Manor wurden 2008 in Torrance, Kalifornien gegründet und haben sich mit ihrem unverkennbaren Stil schnell einen festen Platz in der US-Punklandschaft gesichert. Kurze, extrem eingängige Songs sind ihr Markenzeichen, oft ist nach zwei Minuten schon alles gesagt.
Musikalisch bewegen sie sich entspannt zwischen Pop Punk, Emo und Indie Punk, mit abrupten Wendungen, direktem Vorwärtsdrang und Refrains, die sofort hängen bleiben. Einflüsse aus Power Pop und 90er-Alternative sind klar hörbar, werden aber konsequent durch die eigene Handschrift gefiltert. Inhaltlich geht es in Ihren Songs um gescheiterte Beziehungen, Alkohol, Selbstzweifel und kleine Alltagsdramen, erzählt in einem lockeren, leicht schrägen Ton, der nahbar wirkt und nie pathetisch wird.
Mehr Breite, gleiches Herzblut
Mit ihrem neuen Album I Used To Go To This Bar, welches am 30.01.2026 erscheint, zeigen Joyce Manor, wie souverän sie inzwischen unterwegs sind. Das Trio bleibt seinem kompakten Pop Punk Kern treu, klingt dabei aber frischer, breiter und selbstbewusster als zuvor. Die Songs kommen ohne Umwege auf den Punkt, sind melodisch stark und behalten trotzdem genug Kante, um nicht glatt zu wirken.
Entstanden in einer Phase voller Bewegung, Touren und neuer Energie, profitiert das Album spürbar von der fokussierten Studioarbeit und der Zusammenarbeit mit Brett Gurewitz. Das Ergebnis fühlt sich nicht wie ein Neustart an, sondern wie ein konsequenter nächster Schritt einer Band, die genau weiß, was sie kann und warum sie auch nach all den Jahren noch relevant ist.
Entstanden ist die Platte in einer Phase, in der bei Joyce Manor spürbar Bewegung drin war. Nach intensiven Touren, viel Aufmerksamkeit und neuem Rückenwind ging es 2023 konzentriert ins Studio. Die Zusammenarbeit mit Brett Gurewitz brachte zusätzliche Energie und einen klaren Fokus, ohne der Band das Steuer aus der Hand zu nehmen. Alles wirkt direkter, größer und entschlossener als zuvor, ohne den typischen Charme zu opfern.

Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.
