Mit „Axis Mundi“ veröffentlichen die schwedischen Metalcore-Musiker IMMINENCE am 2. Oktober 2026 ihr mittlerweile sechstes Studioalbum über Sumerian Records. Elf Songs sind darauf zu finden und schon nach den ersten Durchläufen wird klar: Ein bisschen anders klingt das Ganze diesmal schon.
Produziert wurde „Axis Mundi“ von IMMINENCE selbst. Mit dabei waren außerdem Toningenieur Henrik Udd, der bereits mit Architects, Bring Me The Horizon und Dayseeker gearbeitet hat, sowie Produzent Drew Fulk, der unter anderem Twenty One Pilots, Knocked Loose und HEALTH in seiner Vita stehen hat.
Mit „False Light“ und „Crestfallen“ präsentierten IMMINENCE gleich zwei Songs, die ganz unterschiedliche Seiten des neuen Albums zeigen. Und genau diese Gegensätze spielen auf „Axis Mundi“ eine wichtige Rolle.
Zwischen Dunkelheit und Licht
„Dualität war schon immer das Herzstück von Imminence. Unser musikalischer Ausdruck ist ein Dialog zwischen Dunkelheit und Licht, Gewalt und Schönheit, Verzweiflung und Hoffnung“, erzählt Gitarrist Harald Barrett. „‚False Light‘ und ‚Crestfallen‘ verkörpern diese gegensätzlichen Kräfte deutlicher als alles, was wir zuvor veröffentlicht haben. Sie unterscheiden sich grundlegend in Klang und Emotion, doch zusammen erzählen sie eine einzige Geschichte. Deshalb war es uns wichtig, sie Seite an Seite zu präsentieren, während wir ‚Axis Mundi‘ enthüllen. Unser neues Album ist nicht dafür gedacht, nur aus einer einzigen Perspektive erlebt zu werden. Es ist eine Reise durch jedes Extrem, das definiert, was Imminence ausmacht, und diese beiden Songs sind das perfekte Tor in diese Welt.“
Und diese Gegensätze ziehen sich tatsächlich durch das gesamte Album. Thematisch bewegen sich IMMINENCE zwischen Leben und Tod, Leid und Erlösung sowie der Suche nach Licht, wenn die Dunkelheit gerade alles andere zu verschlucken scheint.
Songs wie „Twisting In The Wind“, „Crestfallen“ und „False Light“ führen mitten hinein in innere Kämpfe, Verzweiflung und Momente, in denen Hoffnung plötzlich ziemlich weit entfernt scheint. Dabei geht es allerdings nicht nur darum, in diesen dunklen Gedanken zu versinken. Immer wieder taucht auch die Frage auf, wie man sich ihnen stellt und irgendwann wieder einen Weg herausfindet.
„Shed Your Skin“ steht für Veränderung und dafür, Vergangenes hinter sich zu lassen, während „If Not Now, When“ genau den Punkt aufgreift, an dem Warten einfach keine Option mehr ist.
Mit „Devil May Try“, „Leviathan“ und „Power Divine“ treffen Versuchung, mächtige Gegenspieler und der Glaube an eine größere Kraft aufeinander. „Exodus“ setzt schließlich einen passenden Schlusspunkt und führt den Gedanken von Aufbruch und Befreiung weiter.
So entsteht eine Reise zwischen Dunkelheit und Hoffnung, Verlust und Neubeginn und immer wieder der Frage, was einen nach schweren Zeiten eigentlich wieder ins Licht führt.

Weniger Metalcore, aber genauso viel Gefühl
Musikalisch merkt man auf „Axis Mundi“ ziemlich schnell, dass sich bei IMMINENCE etwas verändert hat. Für mich steckt diesmal weniger Metalcore drin als auf den vorherigen Alben und insgesamt wirken die Schweden ein ganzes Stück ruhiger.
Das heißt aber nicht, dass Violine, Screams und die härteren Momente plötzlich verschwunden sind. Sie sind weiterhin da, stehen für mich aber nicht mehr ganz so stark im Vordergrund. Stattdessen bekommen die ruhigeren und emotionaleren Seiten mehr Platz.
Dazu kommen elektronische Elemente, die sich ab und an bemerkbar machen. Und genau da bin ich noch ein wenig hin- und hergerissen. Gerade bei „Didn’t Think About You (Lately)“ holt mich diese Richtung persönlich nicht so richtig ab.
Was für mich aber weiterhin funktioniert, sind die Emotionen. Die gehen trotz der Veränderungen überhaupt nicht verloren. Und das ist für mich ziemlich wichtig, weil genau diese Emotionalität schon immer einen großen Teil von IMMINENCE ausgemacht hat.
Fazit
Ob mir diese etwas ruhigere Richtung am Ende genauso gut gefällt wie die härtere Seite von IMMINENCE, kann ich gerade noch gar nicht wirklich sagen. Einige Sachen funktionieren für mich richtig gut, mit anderen muss ich erst noch warm werden. Trotzdem finde ich es spannend, IMMINENCE einmal etwas anders zu hören.
Was mir besonders wichtig ist: Die Emotionen sind geblieben. Egal ob Violine, Screams, ruhigere Passagen oder die härteren Momente, dieses Gefühl, das ich mit IMMINENCE verbinde, ist auch auf „Axis Mundi“ da.
Vielleicht ist „Axis Mundi“ für mich einfach eines dieser Alben, die ein bisschen Zeit brauchen. Ich muss es definitiv noch ein paar Mal hören und auf mich wirken lassen, bevor ich wirklich sagen kann, ob ich die neue Richtung genauso mag wie den härteren Stil der vorherigen Alben.
Und genau deshalb bin ich ziemlich gespannt, wie „Axis Mundi“ bei euch ankommt und ob euch die etwas andere Seite von IMMINENCE genauso abholt wie der härtere Stil der vorherigen Alben.
- Twisting In The Wind
- The Sword That Never Bends
- Devil May Try
- Crestfallen
- False Light
- If Not Now, When
- Didn’t Think About You (Lately)
- Leviathan
- Shed Your Skin
- Power Divine
- Exodus
Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.
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