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HUNGERGEFUEHL – blumenausdreck: Ein roher, packender Start

Hungergefuehl_
Credit: Ela Prechal

Im Dezember 2024 wirkte alles wie ein leiser Abgang: Mit der Single „Abschied“ verabschiedete sich HUNGERGEFUEHL vermeintlich. Doch statt „Tschüssikowski“ gab es bloß ein kryptisches „Bis gleich“. Denn am 16. Mai 2025 erscheint nun die Debüt-EP blumenausdreck – und die hat es in sich. Was hier serviert wird, ist kein glattpolierter Szene-Snack, sondern eine ehrliche, rohe Post-Punk-Attacke mit ordentlich Hardcore-Schärfe. Ein Sound wie kalter Kaffee mit Pfefferspray – wach machend und genau richtig.

Kunst statt Komfortzone

Die EP erzählt nicht einfach Geschichten. Sie gräbt sich ein – in Ängste, in Rückzugsräume, in Vermeidungsstrategien, die jeder kennt, aber keiner laut benennt. blumenausdreck ist kein Album der Antworten, sondern ein vibrierender Denkzettel. Eine vertonte Panikattacke mit dem Angebot zur Aussöhnung. Kein erhobener Zeigefinger, sondern ein ausgestreckter Mittelfinger mit Herz.

Track für Track durch den Sturm

Das Eröffnungsstück „Vergeben“ ist mehr Einstimmung als Song – düster, flirrend, fast unheimlich. Mit „Dreck“ beginnt es dann richtig: ein verzerrter Bass, rotziges Gebrüll, irgendwo zwischen NDW-Erinnerung und verräucherter Kellerparty. Aber bloß nicht festnageln.

Aufgerauchte Kippen und ein halbes Mon Chéri“ lässt Tanzlust auf Trennungsschmerz krachen, während „Reicht dir das?“ mit stoischem Beat und Kraftwerk-Vibes die Gedankenmaschine anwirft. Der Gesang bleibt kratzbürstig, die Texte tiefschwarz, aber nie bedeutungslos. Es ist Musik, die nicht gefallen will – sondern etwas will.

Mit „Trauma“ kommt ein Hauch Pop-Punk durch, aber auch hier: kein Wohlfühlsound. Sondern ein Schlag in die Magengrube mit Ohrwurmpotenzial. Die EP endet mit dem Titeltrack „Blumen aus Dreck“ – ein melancholischer, fast hoffnungsvoller Abschluss. Wie ein letzter Blick in den Spiegel, bevor man die Tür hinter sich zumacht.

Hungergefuehl_
HUNGERGEFUEHL / blumenausdreck
Fazit:
HUNGERGEFUEHL gelingt mit dieser EP das Kunststück, emotionale Schwere in musikalische Wucht zu übersetzen. Das ist unbequem, aber ehrlich. Und das Beste: blumenausdreck ist erst der Anfang. Wer auf eigenwilligen Sound, kluge Texte und ein bisschen Wahnsinn steht, sollte hier reinhören – egal ob auf dem Crosstrainer oder beim Spazierengehen durch den eigenen Kopf.
Paranoyd Point Check: 9/10
9
9

Paranoyd Point Check

Tracklist:

Vergeben

Dreck

aufgerauchte Kippen und ein halbes Mon Chéri

Rückzug

Reicht dir das?

Trauma

Blumen aus Dreck

Mehr zu Hungergefuehl findet ihr in den Socials:

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Mia Lada-Klein

Mia ist Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Als absolute Spezialistin für Interviews und Reviews verbindet sie ihr Literaturstudium mit ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Mia blickt auf eine langjährige Zusammenarbeit mit diversen Magazinen zurück und ist ein wahrer Interview-Profi, der fundiertes Fachwissen mit authentischen Einblicken in die Musikszene vereint.

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