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H-BLOCKX: Der Geist von 1994 ist zurück – und er tritt kräftig!

H-Blockx-FILLIN_THE_BLANK paranoyd review

Es gibt Momente, da fühlt man sich schlagartig in das Jahr 1994 zurückversetzt. Ich weiß noch genau, wie ich als 16-Jähriger das erste Mal „Time To Move“ von den H-Blockx in den CD-Player geschoben habe – diese unbändige Energie, die Mischung aus harten Riffs und fetten Beats. Und jetzt sitze ich hier und habe das Gefühl, die Jungs aus Münster haben mit ihrem neuen Werk „Fillin_the_blank“ die Zeitmaschine angeworfen.

Aber Vorsicht: Das hier ist kein müder Aufguss, das ist die konsequente Fortsetzung dessen, was damals begonnen wurde.

Die H-Blockx haben es tatsächlich geschafft, den Ballast der letzten Jahrzehnte abzuwerfen. Das neue Album (nennen wir es ruhig das „wahre“ zweite Album nach dem Debüt), welches am 06.03.2026 veröffentlicht wird, sprüht vor Spielfreude. Man merkt in jeder Note, dass Henning, Gudze, Tim und Steddy wieder die Buddys von früher sind. Die Songs wie „Licky“, „Lights Out“ oder „Desperado“ zeigen eine Band, die nicht mehr muss, aber verdammt noch mal will. Es ist diese unbeschwerte Leichtigkeit, die viele Bands über die Jahre verlieren, wenn der Erfolgsdruck die Kreativität auffrisst. Hier jedoch wirkt alles wie aus einem Guss – als hätten sie die letzten 30 Jahre einfach im Proberaum übersprungen, um genau dort weiterzumachen, wo die Magie am größten war.

Ob ich bei dieser Dichte an Hits einen Favoriten auf dem Album entdeckt habe? Ich würde sagen: Ja! Und zwar „Lights Out“. Die Nummer packt dich sofort bei den Eiern, kombiniert diesen unwiderstehlichen Groove mit einer Energie, die mich schlagartig wieder vor die Bühne katapultiert. Es ist genau dieser Sound, der zeigt, dass die Band ihren Kern nicht nur bewahrt, sondern für das Jahr 2026 perfektioniert hat.

Es ist dieser Mix aus East Coast Hardcore-Riffing und dem lässigen Flow, der damals das Münsterland zum Epizentrum des Crossovers machte. Die Gitarren sägen präzise, der Bass drückt in die Magengrube und die Texte sitzen mit einer Lässigkeit, die man heute oft vermisst. Dass die Jungs live eine absolute Bank sind, konnte ich ende 2024 beim Gig in Stuttgart wieder am eigenen Leib erfahren. Die Performance ist nach wie vor großes Kino, nahbar und typisch westfälisch direkt.

Wer auf den Spirit der Neunziger steht, aber den Sound von heute will, kommt an dieser Scheibe nicht vorbei. Man spürt, dass hier keine Kopisten am Werk sind, sondern die Pioniere selbst, die ihr Handwerk veredelt haben.

Besonders faszinierend ist, wie organisch die neuen Stücke neben den alten Klassikern bestehen können. Es gibt kein Fremdeln, kein krampfhaftes „Modern-sein-Wollen“. Die H-Blockx sind einfach sie selbst geblieben – gereift, aber kein bisschen leiser. Für mich ist dieses Brett eine glatte 10 – fast perfekt, unverschämt frisch und einfach „H-Blockx Style“. Ein Album, das uns daran erinnert, warum wir uns damals in diese Musik verliebt haben.

H-Blockx: Der Geist von 1994 ist zurück – und er tritt kräftig! FILLIN_THE_BLANK
H-Blockx © connormcbriarty
H-Blockx-FILLIN_THE_BLANK paranoyd review
H-Blockx-FILLIN_THE_BLANK
Paranoyd point Check 10 von 10

Fazit: Abschließend lässt sich nur eines sagen: Die H-Blockx haben mit diesem Release gezeigt, dass Relevanz kein Verfallsdatum hat. Während andere Bands ihrer Ära oft wie ihre eigenen Tribute-Acts wirken, haben die Jungs aus Münster den Kern dessen freigelegt, was sie damals groß gemacht hat. Es ist ein Album für die Kids von früher und die Moshpit-Afficionados von heute. Ein echtes Stück Musikgeschichte, das nicht in der Vergangenheit lebt, sondern die Gegenwart mit einem fetten Grinsen und einer ordentlichen Portion Lautstärke überrollt. Wer dieses Werk nicht feiert, hat Crossover nie geliebt.

H-BLOCKX
FILLIN_THE_BLANK
Label: Solitary Man Records
Vertrieb: Warner
Release: 06.03.26
10

Paranoyd Magazin

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.

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