FABULA RASA – „Tome II: The Beyond“: Epischer Power-Folk zwischen Fantasy & Metal

Fabula Rasa Tome II: The Beyond

Mit ihrem zweiten Album „Tome II: The Beyond“ setzen die Düsseldorfer Power-Folk-Metaller FABULA RASA ein dickes Ausrufezeichen hinter ihre noch junge Bandgeschichte. Wer die Truppe schon mit dem Debüt „Tome I: The Arrival“ verfolgt hat, wird schnell merken: Hier ist nichts dem Zufall überlassen – der Sound ist größer, druckvoller und noch vielseitiger geworden.

Von der ersten Sekunde an zieht einen die Mischung aus violinegetragenen Folk-Melodien und Twin-Guitar-Riffs in den Bann. „At Full Moon“ eröffnet das Album mit einer Wucht, die irgendwo zwischen Blind Guardian und Fiddler’s Green auf Speed liegt. Mandoline und Violine weben filigrane Motive, während die Gitarren tief im klassischen Metal verwurzelt sind – Iron-Maiden-Harmonics inklusive.

Sänger Achim ist dabei das Ass im Ärmel: Mit klarem, präsenten Gesang, der mich stark an Bruce Dickinson erinnert, verleiht er den Songs eine Power-Metal-Schlagseite, die den Folk-Anteil nicht überlagert, sondern perfekt ergänzt. Besonders in „Vengeance Is Mine“ zieht er alle Register – von erzählerischem Pathos bis hin zu hymnischen Höhen.

Chasing the Traitor“ stampft vorwärts wie eine mittelalterliche Kavallerieattacke, während „Anthem of the North“ die wohl größte Hymne des Albums liefert – mitsingkompatibel, episch und mit einer Refrain-Melodie, die sich fest ins Langzeitgedächtnis brennt. Thematisch reicht die Band von mittelalterlicher Fantasy über Heldensagen bis hin zu klassisch-metallischen Schlachtgesängen, ohne im Klischee-Kitsch zu versinken.

Produktionstechnisch klingt „Tome II: The Beyond“ wuchtig und klar, die Instrumente sind sauber getrennt, aber nie steril. Das Schlagzeug treibt, der Bass gibt ordentlich Fundament, und die Folk-Instrumente sind nicht Beiwerk, sondern tragender Bestandteil des Gesamtsounds. Hier hört man, dass die Band verschiedene musikalische Hintergründe hat und das sorgt für kleine Stilüberraschungen zwischen den Songs.

Unterm Strich ist „Tome II: The Beyond“ ein Album, das Power-Metal-Fans ebenso abholt wie Folk-Metal-Jünger. Energiegeladen, mitreißend und voller Details, die man auch nach dem fünften Durchlauf noch entdeckt. FABULA RASA beweisen damit, dass „Power Folk“ nicht nur ein Begriff, sondern eine eigenständige und funktionierende Stilrichtung ist.

Fabula Rasa „Tome II: The Beyond“
Fazit: Ein Pflichtkauf für alle, die Blind Guardian, Eluveitie und Iron Maiden lieben und wissen wollen, wie sich das Ganze mit einer Violine im Sattel anfühlt.
Paranoyd Point Check 9/10
9
VÖ: 13. Juni 2025 | Power Folk / Power Metal
9

Paranoyd Point Check

FABULA RASA – Tome II: The Beyond

Inhaltsverzeichnis

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.

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