DOOMCRUSHER – „Forsaker“: Wenn Dunkelheit auf geballte Intensität trifft!

DOOMCRUSHER – „Forsaker“: Wenn Dunkelheit auf geballte Intensität trifft!

Mit Doomcrusher haben sich Musiker zusammengefunden, die bereits bei Any Given Day, Rage und Betontod ihre Spuren hinterlassen haben. Gegründet von Andy Posdziech, Jean Bormann, Marv Kinkel und Rob Lee, wird die Besetzung durch Maik Feldmann komplettiert. Musikalisch treffen moderner Metalcore und klassischer Heavy Metal auf Industrial-Klänge, elektronische Elemente und schwere Gitarren.

Mit ihrer neuen EP „Forsaker“, die am 4. September 2026 erschienen ist, machen Doomcrusher bereits nach dem atmosphärischen „Intro“ deutlich, wohin die Reise geht. Schwere Gitarren, elektronische Einflüsse und eine düstere Atmosphäre ziehen sich durch die sieben Tracks. Doch hinter der musikalischen Härte steckt vor allem ein gemeinsamer Gedanke: sich von allem zu lösen, was einen zurückhält, und die Kraft zu finden, den eigenen Weg zu gehen.

Besonders deutlich wird das beim Titeltrack „Forsaker“. Der Song beschäftigt sich mit dem Punkt, an dem Beziehungen, Menschen oder auch die eigenen Gedanken so toxisch werden, dass sie einen mehr festhalten als begleiten. Selbstzweifel, Manipulation und das Gefühl, in den eigenen Gedanken gefangen zu sein, stehen zunächst im Mittelpunkt.

Im Laufe des Songs verändert sich diese Perspektive jedoch – aus dem Gefühl der Hilflosigkeit wird die Entscheidung, sich davon zu befreien und die Kontrolle über den eigenen Weg zurückzugewinnen.

Musikalisch passt genau das zur Entwicklung des Songs. Die bedrückende Atmosphäre trifft auf harte Passagen und gibt „Forsaker“ eine Intensität, die nicht allein von seiner Härte lebt. Gleichzeitig ist es einer dieser Tracks, bei denen man sich ziemlich schnell vorstellen kann, was passiert, sobald Doomcrusher ihn auf die Bühne bringen.

Wenn Selbstzweifel und falsche Menschen zur Falle werden

Auch „Reflect“ geht inhaltlich einen Schritt weiter. Hier richtet sich der Blick stärker nach außen: auf Menschen, die große Worte finden, selbst aber nicht danach handeln. Es geht um fehlende Selbstreflexion, Doppelmoral und darum, andere zu kritisieren, während die eigenen Fehler lieber ignoriert werden.

Gerade dadurch fügt sich der Song gut in die übergeordnete Idee von „Forsaker“ ein – nicht blind zu folgen, Dinge zu hinterfragen und irgendwann selbst zu entscheiden, welchen Einfluss man noch auf das eigene Leben zulässt.

Harte Breakdowns, dunkle Klänge und viel Adrenalin

Mit „Adrenaline“ bekommen Doomcrusher Unterstützung von Any Given Day. Der Track gehört zu den eingängigeren Momenten der EP, verliert dabei aber nichts von seiner Intensität. Gerade der Wechsel zwischen melodischen Parts und der gewohnten Härte funktioniert hier besonders gut und sorgt dafür, dass der Song relativ schnell hängen bleibt.

Deutlich dunkler wird es dagegen mit „Intoxicated“. Der Song zeigt noch einmal die schwerere Seite von „Forsaker“. Statt ausschließlich über Geschwindigkeit zu funktionieren, entsteht die Intensität vor allem durch die schweren Passagen und die bedrückende Atmosphäre.

Damit passt der Track auch thematisch in eine EP, die immer wieder Isolation, Angst, Verrat und emotionale Erschöpfung aufgreift – diese Gefühle aber nicht einfach stehen lässt. Vielmehr geht es darum, sie zu erkennen, sich ihnen zu stellen und schließlich einen Weg aus ihnen herauszufinden.

Mit „Odyssey“ findet „Forsaker“ schließlich einen passenden Abschluss. Noch einmal treffen die verschiedenen Seiten von Doomcrusher aufeinander: elektronische Elemente, Melodie und Härte. Nach knapp 22 Minuten endet damit eine EP, die musikalisch dunkel bleibt, inhaltlich aber eigentlich von etwas ganz anderem erzählt – davon, sich nicht in dieser Dunkelheit zu verlieren.

Fazit

„Forsaker“ lebt nicht nur von schweren Gitarren, Breakdowns und elektronischen Einflüssen. Hinter den Songs steckt ein roter Faden, der die EP deutlich interessanter macht: Es geht um toxische Beziehungen, Selbstzweifel, Manipulation und das Gefühl, festzustecken – gleichzeitig aber auch um den Moment, an dem man entscheidet, dass genau damit Schluss ist.

Doomcrusher schaffen es, diese Themen mit Härte und Melodie zu verbinden, ohne dass eines davon zu kurz kommt. Am Ende bleibt eine EP, die düster beginnt, aber vor allem von Befreiung und dem Zurückgewinnen der eigenen Kontrolle erzählt.

Und ganz nebenbei einige Songs mitbringt, bei denen man jetzt schon wissen möchte, wie groß der Pit wird, sobald sie live gespielt werden.

DOOMCRUSHER - FORSAKER Albumcover
DOOMCRUSHER – FORSAKER
  1. Intro
  2. Forsaker
  3. Breakout
  4. Reflect
  5. Adrenaline
  6. Intoxicated
  7. Odyssey
Veröffentlichung: 04.09.26
Label: Arising Empire
Genre: Metalcore/Metal
Werbelink / Affiliate-Link
Album kaufen
sarah

Sarah Edwards

Sarah ist Konzertfotografin beim Paranoyd Magazin. Sie liebt Metal und fängt Fans, Bands & Emotionen unverfälscht ein – von intimen Clubshows bis hin zu großen Festivals. Ihr Fokus liegt auf der rohen Energie des Augenblicks, um die Atmosphäre der Live-Musik authentisch und nahbar festzuhalten.

Paranoyd Magazin