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Das Pack – „Das weise Album“ im Album-Check

Weisheit mit Wumms und einem dicken Mittelfinger an die Mittelmäßigkeit. 
Das Pack, Das weise Album, Albumreview, Paranoyd Magazin

Manche Bands werden mit den Jahren ruhiger. Andere werden berechenbar. Das Pack? Sie werden einfach besser. Mit „Das weise Album (Erscheinungsdatum 06.03.2025) “ liefert die 2006 von Pensen Paletti gegründete Band „Das Pack“ ein Werk ab, das nach Reife klingt, aber immer noch nach Schweiß und einer gesunden Portion „Mir doch egal“. Zehn Songs zwischen Gesellschaftsbeobachtung, Selbstreflexion und rotzigem Gitarrensound. Kein Hochglanz-Pathos. Kein weichgespültes Alterswerk. Sondern ehrliche Mucke mit Haltung. Und jetzt: Track für Track durch dieses Brett.

Track by Track stelle ich euch die neue Scheibe vor…

1. Ein bisschen Liebe

Der Opener ist direkt der längste Song des Albums – und startet überraschend ruhig. Fast intim. Doch das hält nicht lange. Plötzlich zündet das musikalische Feuerwerk.Inhaltlich geht’s um die komplizierten Bedingungen moderner Liebe – irgendwo zwischen Kommunikationsüberforderung und Erwartungsdruck. Mit Zeilen wie:

„Ob ich versteh, dass du mir Fragen stellst? Wie wär’s, wenn du jetzt mal dein Maul hältst.“

trifft der Song genau diesen schmalen Grat zwischen Humor und ehrlicher Genervtheit. Starker Einstieg. Bleibt im Kopf. Bleibt im Ohr. Bleibt im Moshpit.

2. Achterbahn im Eigenheim

Der ganz normale Wahnsinn des Alltags. Gleichförmigkeit, Einöde und dieser kleine Wunsch nach Ausbruch. Musikalisch geht’s direkt nach vorne. Tanzbar, mitsingbar, antreibend. Ein Song wie ein spontaner Kurztrip aus dem Hamsterrad, auch wenn man weiß, dass man danach wieder zurückmuss.

3. Tennisschuh

Nur weil man Tennisschuhe besitzt, heißt das noch lange nicht, dass man Tennis spielen kann. Oder vielleicht doch? „Tennisschuh“ ist eine charmante Hymne auf die positive Selbstüberschätzung. Während viele sich heute gar nichts mehr zutrauen, sagt dieser Song: Mach einfach. Probier’s aus. Scheiter notfalls mit Stil. Sympathisch, ironisch, motivierend, ohne jemals belehrend zu wirken.

4. Bruchrechnung in your Face

Ein Schrei. Druck. Vorwärts. Nicht jeder steht auf Sport. Manche stehen auf Denken. Und genau diese „Denker“ bekommen hier ihre Bühne. Der Song ist laut, direkt und ohne Entschuldigung. Einer der härteren Momente auf dem Album und definitiv einer, der live knallen wird.

5. Charakter

Kein langsames Herantasten. Volle Energie ab Sekunde eins. „Charakter“ fragt: Wer bist du, wenn’s unbequem wird? Wenn Krisenstimmung herrscht und die Fassade bröckelt? Zwischen rotziger Melodie und eingestreuten Screams entsteht ein Song über Enttäuschung, Vertrauen und das, was am Ende übrig bleibt. Intensiv. Ehrlich. Laut.

6. Sitzen und rauchen

Ein musikalischer Weckruf. Wir sitzen zu viel. Denken zu viel. Zögern zu viel. Der Song schreit förmlich: „Steh auf. Geh raus. Beweg dich.“ Und genau das macht er auch musikalisch, treibend, energetisch, mit ordentlich Nachdruck.

7. Zu Besuch

Oberflächliche Freundschaften. „Hey, lang nicht gesehen!“ „Wir müssen unbedingt mal…“ Und dann passiert: nichts. Ein Song, der unangenehm ehrlich ist. Jeder kennt diese Kontakte, die mehr aus Floskeln als aus Begegnungen bestehen. „Zu Besuch“ hält genau da den Spiegel hin, ohne Zeigefinger, aber mit klarer Botschaft.

8. Beim Zugucken mithelfen

Was bin ich? Wo will ich hin? Und warum fühlt sich Zuschauer sein manchmal einfacher an? Dieser Song beschäftigt sich mit Zugehörigkeit und Identität, mit dem Wunsch, Teil von etwas zu sein, ohne sich selbst zu verlieren. Rhythmisch stark, textlich nah dran. Einer dieser Tracks, die beim dritten Hören nochmal wachsen.

9. Hätte ich mal

Ruhiger Einstieg. Große Gedanken. Kein Lamentieren über verpasste Chancen. Kein Selbstmitleid, sondern eine versöhnliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Weg. Nicht welcher Weg zählt, sondern wie er sich angefühlt hat. Einer der emotionalsten Momente des Albums.

10. Sprite gekauft

Der Abschluss kommt mit Energie. Es geht um die kleinen Dinge, die schwere Gefühle leichter machen. Um das Wissen, was einem selbst hilft und wie man anderen helfen kann. Ein hoffnungsvoller Closer, der nicht ins Dunkel führt, sondern ins Weitermachen.

Pressefoto Das Pack
Pressefoto Das Pack
Das Pack – „Das weise Album“
Fazit: 9/10
Das Pack „DAS WEISE ALBUM“ Weise? Ja. Zahm? Niemals.

„Das weise Album“ ist kein Abgesang. Es ist kein Nostalgie-Trip. Das Pack ist eine Band, die genau weiß, wer sie ist und genau deshalb noch lauter, ehrlicher und direkter klingt. Gesellschaftskritik trifft Selbstreflexion. Humor trifft Haltung. Rotziger Gitarrensound trifft Reife. Das Pack haben vielleicht ein „weises“ Album gemacht, aber sie haben dabei nichts von ihrem Biss verloren. Und genau das macht dieses Ding so verdammt gut.
9

Paranoyd Magazin

adriane

Adriane Vogelgesang

Adriane ist Redakteurin und Fotografin für das Paranoyd Magazin. Sie berichtet leidenschaftlich über Rock, Punk & Metal und ist von Anfang an beim Paranoyd Magazin dabei. Adriane liefert authentische Konzertberichte, Fotos sowie fundierte Reviews und ist bekannt für ihre kritische und unabhängige Berichterstattung, die immer nah am Geschehen in der Szene bleibt.

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