Cage Fight mit „Exuvia“: Häutung einer Metal-Bestie

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Die britische Metal-Hardcore-Truppe Cage Fight meldet sich mit geballter Kraft zurück. Mit Rachel Aspe am Mikrofon, James Monteith an der Gitarre, Nick Plews an den Drums und dem neuen Bassisten Will Horsman brachten sie am 1. Mai 2026 ihr zweites Studioalbum mit dem Titel „Exuvia“ über das Label Spinefarm auf den Markt.

Die Kunst der Erneuerung

Der Albumtitel „Exuvia“ – der biologische Begriff für die abgestreifte Haut von Insekten oder Spinnentieren – könnte nicht passender gewählt sein. Für Cage Fight markiert die Platte einen Moment des Wandels. Während das erste Album noch unter dem unmittelbaren Eindruck der Pandemie und in einem rasanten Schreibprozess entstand, nahm sich die Band für den Nachfolger bewusst Zeit zur Reflexion. Gitarrist James Monteith betont, dass man tiefer in das Songwriting eingetaucht ist und sich als Musiker untereinander besser kennengelernt hat. Neuzugang Will Horsman am Bass brachte zudem frische Impulse ein und schrieb direkt die Texte für „Deathstalker“ und „The Hammer Crush“.

Aggression als Ventil

„Exuvia“ startet mit einem ruhigen, aber fesselnden Intro, in dem man Rachels schrille Screams leise im Hintergrund wahrnimmt. Dann endet es abrupt. Nach drei Sekunden Pause geht es gnadenlos nach vorne – mit fetten Shouts, Growls und allem, was das Guttural-Herz begehrt. Cleangesang sucht man fast vergeblich. Verschnaufpausen? Gibt es bis zum elften Song „Elegie“ eigentlich nicht.

Ich hatte Cage Fight bisher nicht so auf dem Schirm, aber der Sound hat mich direkt gepackt – mein Gesicht hat sich bei den massiven Growls und dem Hardcore-Brett automatisch angepasst (was definitiv als Kompliment zu verstehen ist!). Rachel macht hier unmissverständlich klar, warum sie eine Powerfrau der Szene ist; es ist faszinierend, welche Urgewalt in ihrer Stimme steckt.

Das Album erzählt eine Geschichte von tiefer Beklemmung bis hin zur totalen Entladung. Alles beginnt mit dem Gefühl des Eingesperrtseins: „Confined“ und „Oxygen“ thematisieren den Kampf um Freiraum und die Notwendigkeit, wieder atmen zu können. In „Le Deni“ (Die Verleugnung) setzt sich dieser psychische Druck fort. Der Wendepunkt liegt im Titelsong „Exuvia“: Wie beim Abstreifen eines alten Panzers wird die Vergangenheit zurückgelassen. Eine Häutung, die schmerzhaft, aber notwendig für die eigene Identität ist.

Der Mittelteil ist geprägt von Konfrontation. „Pick Your Fighter“ und „The Hammer Crush“ zelebrieren den Widerstand. Besonders deutlich wird die Abrechnung in „IHYG“ (I Hate Your Guts), einem Stück, das keine Fragen offen lässt und den puren Groll kanalisiert. Als Gegenpol dienen nostalgische Momente in „Un Bon Souvenir“, während „Deathstalker“ die dunklen Seiten dieser Erinnerungen beleuchtet. Mit „Elegie“ und „n Bon Souvenir“ schließt sich der Kreis schließlich in einer melancholischen Endzeitstimmung.

Cage Fight live auf der Bühne beim Konzert © Tine Blessing
Credit: Andy Ford / Quelle: Spinefarm Records

CAGE FIGHT – „Exuvia“
Fazit: 8/10
Starkes Album, starke Stimme, starker Sound. „Exuvia“ berührt und hinterlässt durch die exzellente Produktion einen bleibenden Eindruck. Die Themen sind keine leichte Kost, aber perfekt, um manche Dinge zu verarbeiten. Ein absolut überzeugendes Werk, das zeigt, wie viel Energie in Cage Fight steckt.


CAGE FIGHT
„Exuvia“
Release: May 1st 2026
Label: Spinefarm Records
8

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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