Austin Meade ist ganz offensichtlich kein Typ, der sich anpasst. Mit seinem neuen Album Almost Famous, das am 7. November erscheint, zeigt der Texaner, wie man klassischen Rock mit einer Prise Country und einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein aufmischt. Hier geht es nicht um Radiotauglichkeit oder aalglatte Perfektion, sondern um ehrliche Musik mit Haltung.
Austin Meade: Frei Schnauze und verdammt ehrlich
Bereits der Opener Almost Famous zeigt, dass Meade keinen Filter braucht. Wenn er am Ende des Songs ein spontanes „Fuck“ einwirft, das komplett aus dem Rhythmus fällt, wirkt das nicht unbeholfen, sondern ehrlich. Hier macht einer genau das, was er fühlt. Und wer bei dem Titel an den Filmklassiker mit Kate Hudson denkt, liegt gar nicht so falsch. Austin Meade sieht tatsächlich so aus, als hätte er bei Stillwater die Gitarre geschwungen.
Bad Days bringt eine Portion Country ins Spiel und weckt zu Beginn kurz Erinnerungen an Taylor Swift. Ein Hauch von Shake It Off schwingt im Hintergrund mit. Kurz darauf setzt aber Numb Me Nostalgic ein und Austin Meade legt mit punkigem Drive und einem metallischen Unterton los, sodass man fast vergisst, wie sanft das Ganze eben noch klang. Das ist einer dieser Songs, die dich an der Gitarre packen und nicht mehr loslassen.
Auch Bubblegum and Cigarettes gehört in diese Kategorie. Eine wilde Mischung aus Hard Rock, etwas Hardcore und einem fast tanzbaren Beat. Der Refrain bleibt vielleicht nicht sofort hängen, aber der Vers umso mehr. Wenn dann in der Mitte der fast fröhliche Break kommt und das Schlagzeug wieder einsetzt, hat man das Gefühl, mitten in einem Roadmovie zu stecken, inklusive Staub, Sonne und Adrenalin.
Balladen mit Kante und Herz
Natürlich kann Meade auch leise, ohne gleich zahm zu wirken. She Loves Me Not zupft charmant am alten Gänseblümchen-Klischee und wird von einem lässigen Gitarrensolo gekrönt. Bottle You Up klingt verdächtig vertraut, so als hätte man ihn schon mal irgendwo gehört, aber verdammt, der Song bleibt hängen, und das ist alles, was zählt. Zum Schluss bringt Like Father Like Son die Platte runter. Eine Ballade, die nach Bier, Erinnerung und einem leichten Stich im Herzen schmeckt.

