AIRBOURNE drehen auf: Neues Album ist eine echte Rock ’n’ Roll Granate!

Airbourne Paranoyd magazin

Am 4. September 26 erscheint das neue, selbstbetitelte Album von Airbourne via Spinefarm Records. Die erste Single „Gutsy“ haben Airbourne bereits vor gut einem Jahr, kurz vor Rock am Ring 2025, veröffentlicht. Single Nummer zwei, „Xmas Bonus“, folgte zu Weihnachten.

Die australischen Rocker Airbourne waren noch nie dafür bekannt, in kleinen Dimensionen zu denken. Doch mit ihrem selbstbetitelten sechsten Studioalbum wollten sie noch einmal eine Schippe drauflegen. „Wir wollten eine ikonische Platte machen, ein Album, das gigantisch ist“, erzählt Sänger und Gitarrist Joel O’Keeffe. „Das hier ist verdammter Blockbuster Stoff.“

Für Airbourne ging es schon immer darum, die Flagge auf dem höchstmöglichen Gipfel zu hissen, die Farben des Rock ’n’ Roll zu zeigen und stolz darauf zu sein, wer man ist und woran man glaubt. Das hart erkämpfte Terrain verteidigen, das die Helden der Vergangenheit hinterlassen haben, neues Gebiet erobern, Tradition und Vermächtnis im Blick behalten und eine unzerbrechliche Verbindung zu Rockfans auf der ganzen Welt schaffen.

Dafür holten Airbourne erneut ein erfahrenes Produktionsteam ins Boot: Brian Howes, der bereits 2013 „Black Dog Barking“ produzierte, und Toningenieur Mike Fraser, der an „Breakin’ Outta Hell“ von 2016 und „No Guts. No Glory.“ von 2010 beteiligt war. Gemeinsam verschanzten sich Airbourne im Music Farm Studio im „Dschungel“ außerhalb von Byron Bay.

Dort steht die originale Neve Konsole aus den Alberts Studios, an der Bands wie AC/DC, Rose Tattoo und The Angels ihre wegweisenden frühen Alben aufnahmen. Außerdem befindet sich dort Malcolm Youngs achtspuriges Neve Mischpult, das ebenfalls bei den Aufnahmen zum Einsatz kam.

Airbourne bleiben einfach Airbourne

Das Album startet natürlich genau im gewohnten Fuckin’ Rock ’n’ Roll Airbourne-Stil.

Bei „Gutsy“ geht es für mich ganz klar darum, sich nicht unterkriegen zu lassen und immer wieder aufzustehen. Egal, wie oft man einen auf den Deckel bekommt: Solange man noch Luft zum Atmen hat, geht es weiter. „Gutsy“ steht dabei nicht einfach nur für Mut, sondern für eine Lebenseinstellung: Zähne zusammenbeißen, weitermachen und sich von nichts stoppen lassen. Genau dieses „Jetzt erst recht“ zieht sich für mich durch den ganzen Song.

„Alive After Death“ hat für mich einen richtig schönen Gedanken: Musiker verschwinden nicht einfach, nur weil sie nicht mehr da sind. Ihre Songs, ihre Riffs und die Erinnerungen leben weiter, jedes Mal, wenn jemand ihre Musik hört oder eine Platte auflegt. Gerade die Zeile, dass man ihnen dadurch Stimme, Hände und sogar die Lunge zurückgibt, bringt diese Idee ziemlich gut auf den Punkt. Am Ende ist es eine Hommage an all die Rocklegenden, die gegangen sind, durch ihre Musik aber irgendwie für immer bleiben.

Bei „Here She Comes“ wird es ziemlich eindeutig zweideutig. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die einem völlig den Kopf verdreht und genau weiß, was sie will. Gewitter, Blitze, Regen und ein Hurricane werden dabei immer wieder als ziemlich offensichtliche Anspielungen auf die leidenschaftliche Begegnung zweier Menschen genutzt. Unterm Strich also ein typischer Airbourne Song über Lust, Sex und eine wilde Nacht, bei der garantiert niemand früh schlafen geht.

Bei „Kid In A Candy Store“ beginnt nach einem Anruf bei Candy Rose ein unerwartetes Abenteuer, bei dem zunächst alles nach dem großen Los aussieht. Schnell wird allerdings klar, dass das Vergnügen seinen Preis hat. Zwei Riesen und eine neue Gitarre sind schon ziemlich happig. Trotzdem scheint das nicht davon abzuhalten, wiederzukommen. Man wird mit dem typischen Airbourne Sound in die Geschichte hineingezogen und durchlebt sie regelrecht im Kopf.

„Sky High“ handelt davon, jemanden nach einer schweren Zeit wieder aufzubauen und zurück ins Leben zu holen. Alte Probleme sollen endlich hinter einem bleiben, stattdessen heißt es: neue Energie tanken, alles rauslassen und wieder richtig durchstarten.

AIRBOURNE drehen auf: Neues Album ist eine echte Rock ’n’ Roll Granate!
Credit: John McMurtrie

Zweideutig, wild und mit jeder Menge Spaß

„Who Put The Rhythm In You?“ spielt ganz klar mit Anspielungen und einer ziemlich heißen Begegnung zwischen zwei Menschen. Dabei mangelt es nicht an Selbstbewusstsein und es bleibt kaum ein Zweifel daran, wer hier angeblich für den richtigen „Rhythmus“ sorgt.

„Xmas Bonus“ macht aus Weihnachten eine feuchtfröhliche Rock ’n’ Roll Party mit jeder Menge Alkohol, guter Laune und natürlich reichlich zweideutigen Anspielungen. Der titelgebende „Weihnachtsbonus“ hat dabei ziemlich wenig mit Geld zu tun. Airbourne feiern Weihnachten eben auf ihre ganz eigene Art. Und zwar mit dreckigem Rock ’n’ Roll.

„Last Man Standing“ ist für mich einer dieser Songs, bei denen Aufgeben überhaupt keine Option ist. Es geht darum, sich aus schwierigen Verhältnissen hochzukämpfen, seinen eigenen Weg zu gehen und sich dabei von niemandem kleinmachen zu lassen. Selbst wenn die ganze Welt gegen einen steht, heißt es am Ende: lieber aufrecht stehen, als sich irgendjemandem zu beugen.

„Rock’N’Roll Ya“ passt perfekt zum rastlosen Rock ’n’ Roll Leben, das Airbourne hier feiern. Liebe und große Gefühle sind eher Fehlanzeige, stattdessen geht es um wilde Nächte, und darum, am nächsten Morgen wieder weiterzuziehen. Wer sich darauf einlässt, sollte also besser nicht mit einem gemeinsamen Frühstück rechnen.

„Bogotá“ startet mit einer Trennung, die sich ziemlich schnell als Startschuss für die nächste wilde Reise entpuppt. Statt Liebeskummer zu schieben, geht es ab nach Kolumbien, wo Champagner, Bars und durchzechte Nächte warten. Kurz gesagt: Beziehung vorbei, Käfig offen und ab nach Bogotá.

Zum Schluss wird es noch einmal richtig besonders

„Hell’s Got No Vacancy“ erzählt von einem Leben am absoluten Limit: aufgewachsen mit nichts, früh auf die schiefe Bahn geraten und ständig Ärger mit dem Gesetz. Hier geht es um das schwarze Schaf, das so viel auf dem Kerbholz hat, dass selbst der Teufel lieber die Finger davonlässt. Passend dazu die Botschaft: Selbst die Hölle hat für diesen Typen keinen Platz mehr.

„Send Me To Rock’N’Roll Heaven“ ist eine Liebeserklärung an all die großen Rockhelden, die nicht mehr unter uns sind. Lemmy, Bon Scott, John Bonham, Malcolm Young und weitere Legenden werden hier gedanklich zu einer verdammt guten Band im Rock ’n’ Roll Himmel zusammengebracht. Eine schöne Hommage mit einem Augenzwinkern, bei der die verstorbenen Idole einfach dort oben weiterspielen.

Mit „Send Me To Rock’N’Roll Heaven“ findet das Album einen absolut grandiosen, gefühlvollen und dennoch rockigen Abschluss.

Fazit

„Airbourne“ ist eine Fuckin Rock ’n’ Roll Granate, die man hören muss, wenn man Fan dieses Musikstils ist.

Es macht Spaß, versprüht Charme und Witz, beschäftigt sich aber auch mit den ernsteren Seiten des Lebens. Airbourne verbinden auf dem Album viele unterschiedliche Themen, die das Ganze zu einem tollen Hörerlebnis machen.

Große Überraschungen gibt es für mich auf dem Album nicht. Aber ganz ehrlich: Die brauche ich hier auch überhaupt nicht. „Airbourne“ ist für mich eine 10 von 10, einfach weil Airbourne ihrem Stil treu bleiben und nicht anfangen, auf Teufel komm raus herumzuexperimentieren.

An Airbourne kann man sich einfach nicht satthören. Und genau so muss es sein.

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Airbourne – „Airbourne“

1. Gutsy
2. Alive After Death (Last Plane Out)
3. Here She Comes
4. Kid In A Candy Store
5. Sky High
6. Who Put The Rhythm In You?
7. Christmas Bonus
8. Last Man Standing
9. Rock ‘N’ Roll Ya
10. Bogotá
11. Hells Got No Vacancy
12. Send Me To Rock ‘N’ Roll Heaven

„Airbourne“
4. September 26
Label: Spinefarm Records

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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