Die Musiklandschaft im Breisgau gewinnt an Kontur, denn die vier Freiburger von ADLIND bringen mit ihrer neuen EP „PROMISES“ (VÖ: 01.05.26) ein Werk an den Start, das vor allem durch seine handwerkliche Qualität und eine klare musikalische Vision besticht. Die Formation liefert hier ein musikalisches Brett ab, das sich konsequent im Alternative Rock bewegt, dabei aber immer wieder Einflüsse der härteren Gangart einfließen lässt.
Das Ergebnis ist ein moderner Sound, der dank nach vorne preschender Arrangements und zugleich melodiöser Hooks eine enorme Präsenz entwickelt, sobald er aus den Lautsprechern tönt. Man spürt in jeder Sekunde, dass hier Musiker am Werk sind, die ihr Handwerk verstehen und genau wissen, wie man Energie auf einen Tonträger bannt.
Adlind setzen auf Alternative Rock mit klarer Kante
Das kreative Zentrum der Band bildet Frontmann Marcel, der das Fundament der Songs entwirft. Doch wie die Band betont, entstehen die entscheidenden Feinheiten und das finale Arrangement gemeinsam im Proberaum. Diese kollektive Energie ist auf der gesamten EP „PROMISES“ deutlich spürbar. Unterstützende Arrangements und groovige Riffs sorgen für ein rundes Gesamtpaket, das Spaß macht. Dass die Band dabei ausschließlich auf Englisch textet, ist eine bewusste Entscheidung, um eine möglichst breite Hörerschaft zu erreichen, ohne dabei an Authentizität einzubüßen. Inspiriert von US-amerikanischen Vorbildern, gelingt es ADLIND, einen Sound zu kreieren, der sowohl international als auch lokal funktioniert und sich nicht hinter großen Produktionen verstecken muss.
Die Texte auf der EP sind sehr persönlich gehalten. Sie erzählen von der Liebe, von Krisen und Konflikten, thematisieren aber gleichermaßen Heilung und Neuanfänge. Besonders in der ersten Single „Fly Away“, die am 20.03.2026 erschienen ist, wird diese emotionale Bandbreite deutlich. Es ist ein klassischer Rock-Song, genau so, wie man ihn von einer Band wie ADLIND erwarten würde: schwere Gitarren, eine eingängige Melodie und ein Rhythmus, der sofort zum Mitgehen animiert. Parallel zum Song-Release wurde auch das offizielle Video veröffentlicht, das die visuelle Komponente der Band unterstreicht. Es ist schlicht ein gutes Stück Rockmusik, das durch seine Geradlinigkeit überzeugt. Der Track dient als ideales Aushängeschild für das, was die Hörer auf der restlichen EP erwartet.
Mitreißende Riffs und rockiger Stuff
Neben dem Fokus-Track finden sich auf PROMISES weitere Stücke wie „This Time“, der Titeltrack „PROMISES“, „Redefine Happiness“ oder „Taking it to far again“. Jeder dieser Songs wurde mit dem Ziel komponiert, einen hohen Wiedererkennungswert zu bieten. ADLIND verstehen es, Hooks zu schreiben, die zum Mitsingen einladen, während die Instrumentalfraktion im Hintergrund für den nötigen Druck sorgt. Besonders die Gitarrenarbeit sticht hervor: Die Riffs sind mitreißend, die Solos stark und technisch versiert platziert. Es bleibt Alternative Rock, der zwar melodisch ist, aber immer seine Ecken und Kanten behält und nie zu glattgebügelt wirkt. In den Songs zeigt sich zudem das Gespür der Band für ein stimmiges Zusammenspiel zwischen Rhythmusgruppe und Melodieführung, was den Sound organisch und lebendig wirken lässt.
Die Produktion der EP unterstreicht den professionellen Anspruch der Freiburger. Jeder Break und jeder Chorus sitzt an der richtigen Stelle, was darauf hindeutet, dass die Songs intensiv ausgearbeitet wurden. Die Band nutzt dynamische Wechsel innerhalb der Stücke geschickt aus, um Spannung zu erzeugen und die Hörerschaft bei der Stange zu halten. Es ist diese Mischung aus handwerklichem Können und ehrlichem Songwriting, die PROMISES zu einer interessanten Veröffentlichung im aktuellen Kalenderjahr macht.
ADLIND zeigen, dass sie eine klare Vorstellung davon haben, wie moderner Rock klingen muss. Man darf gespannt sein, welchen Weg die Band nach diesem Release einschlagen wird, um ihre Präsenz in der Szene weiter auszubauen und neue Fans für ihren markanten Sound zu gewinnen.

Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.
